Eichhörnchen - die Hochseilartisten!

Eichhörnchen sind geschickte Kletterer. Dabei halten sie sich mit ihren scharfen Krallen an Baumrinde und Ästen fest.

Der buschige Schwanz ist ihr Erkennungsmerkmal: Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) gehören sicher zu den bekanntesten heimischen Nagetieren. Man kann sie jetzt überall beobachten: beim Spaziergang im Park, auf dem Friedhof, im Wald und im eigenen Garten. Die Baumwipfel sind Heimat und Spielplatz der niedlichen Nager.

Geschickt springen sie von Baum zu Baum, benutzen bei ihren gewagten Sprüngen den bis zu 25 Zentimeter langen Schwanz als Steuer oder wie die Seiltänzer im Zirkus als Balancierstange. Beim Sprung nach unten dient der Schwanz manchmal auch als Fallschirm. Schnell klettern sie geschickt wieder am Baumstamm hoch, um wenig später kopfüber wieder hinunterzuhuschen. Eichhörnchen sind viel in Bewegung.

Sie können bei ihren Sprüngen von Ast zu Ast problemlos eine Distanz von bis zu fünf Metern überwinden. Beim Klettern halten sie sich mit ihren scharfen Krallen an der Rinde fest. Am Boden hingegen bewegen sie sich eher verhalten und hüpfen vorsichtig davon.

Eifrige Sammler

Eichhörnchen sind tagaktiv. Deshalb bekommen wir Menschen sie so häufig zu Gesicht. Gerade jetzt im Spätherbst tauchen sie überall auf. Die flinken Eichhörnchen müssen schnell noch die letzten Wintervorräte zusammensammeln. Der Herbst ist ihre Lieblings-Jahreszeit. Überall gibt es Nüsse und allerlei Samen, die neben Knospen und Blüten auf der Speisekarte der Eichhörnchen stehen. Selbst für uns tödliche Giftpilze sind für die fröhlichen Nager eine Delikatesse. Ihr Sammeleifer ist ungebremst. Man hat schon tausend Bucheckern bei einem Tier gefunden. Wenn die Tage kürzer werden, sieht man die vorwitzigen Tiere immer seltener. Bei Regenwetter und an kalten Wintertagen verlassen sie ihr Nest nur ungern und lassen sich oft mehrere Tage lang nicht blicken. Sie haben sich entweder in ihr kugelförmiges Nest zurückgezogen, das aus Reisig und Moos gebaut ist und Kobel genannt wird, oder sie nutzen verlassene Vogelnester und freie Spechthöhlen als Unterschlupf. Manchmal ziehen sie auch in Nistkästen ein, die Gartenfreunde eigentlich für Vögel aufgehängt haben.

Kuscheln bei Kälte

Einen klassischen Winterschlaf halten Eichhörnchen allerdings nicht. Um gut über die dunkle Jahreszeit zu kommen, kuscheln sich bei großer Kälte manchmal mehrere Tiere eng zusammen. Dann benutzen sie ihren buschigen Schwanz als Bettdecke. Die Paarungszeit beginnt im Dezember und dauert bis in den Januar hinein. Die Männchen werben nicht gerade charmant um die Eichhörnchen-Damen. Sie jagen sie heftig, doch wenn die Weibchen sich dabei zu sehr aufregen, ahmen die Verehrer die Rufe junger Eichhörnchen nach und schon ist das Weibchen paarungsbereit. Im Februar / März werden dann drei bis fünf Junge geboren. Sie sind nackt und blind und wiegen gerade mal zehn Gramm. Die Mutter versorgt sie drei Monate lang, füttert und verteidigt sie gegen Angreifer. Feinde wie Habicht, Bussard und Uhu bedrohen ausgewachsene Eichhörnchen, Baummarder werden vor allem dem Nachwuchs gefährlich. In der Vogelwelt sind Eichhörnchen gefürchtete Fressfeinde. Die niedlichen Nager sind üble Nesträuber, obwohl sie sich eigentlich eher von Nüssen, Bucheckern, Kastanien und Beeren ernähren. Wenn man Fotos von Eichhörnchen sieht, sind häufig die fuchsroten Exemplare abgebildet. Doch das Fell kann auch schwarzbraun und grau sein. Die Grauen sind Eindringlinge aus Nordamerika, die die Roten zunehmend verdrängen. Sie sind doppelt so groß und viel schwerer als die Roten. In Großbritannien haben die Grauen die Roten längst überrannt: Auf ein fuchsrotes Tier kommen bereits 60 graue. Ganz allgemein gelten Eichhörnchen nicht als bedrohte Tierart. Sie sind in ganz Deutschland verbreitet und kommen zu allen Jahreszeiten bei uns vor. Eichhörnchen wiegen zwischen 250 und 400 Gramm und können bis zu zehn Jahre alt werden.

››› Gastbeitrag von Eva Goris, Deutsche Wildtier Stiftung

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