Der Fuchs - ein schlauer "Hund"

Er gehört zur Familie der Hunde, gilt als schlau und ist deshalb in vielen Märchen der Brüder Grimm ein tierischer Hauptdarsteller: der Rotfuchs.

Er ist mit bis zu 40 Zentimetern Höhe ungefähr so hoch wie ein Dackel, aber er hat einen etwas längeren Körper. Wohlgenährt wiegen Füchse bis zu zehn Kilogramm. Im Winter haben sie ein besonders schönes, rotbraunes Fell und einen dicken, buschigen Schwanz. Der geschickte Mäusejäger kann wie alle Hundeartigen sehr gut riechen und hören. Sein heiseres Bellen ist ein Warnlaut.

Aber, zu Jahresbeginn, hört man ihn häufig wimmern. Damit will der notorische Einzelgänger in der Paarungszeit eine Fähe, also den weiblichen Fuchs, anlocken, um die künftige Fuchs-Generation zu sichern. Denn im Januar und Februar ist Ranz, die Paarungszeit der Füchse. Gut 50 Tage danach kommen die Welpen mit geschlossenen Augen auf die Welt. Sie wiegen oft nicht viel mehr als 100 Gramm. Auch der Rüde beteiligt sich manchmal an der Aufzucht der Jungen. In der Regel sind vier bis sechs kleine Füchse im Bau. Vier bis sechs Wochen lang werden sie von der Fähe gesäugt, bevor die Welpen das erste Mal vor dem Fuchsbau wie junge Hunde herumspielen und -tollen. Erst im Alter von fünf Monaten sind Jungfüchse selbstständig.

Manchmal zieht er einfach in die Stadt

An sein Bio­top stellt der Fuchs keine besonders hohen Ansprüche. Unterarten besiedeln Regionen rund um den Polarkreis (Polarfuchs) und in den Wüsten Nordafrikas (Wüstenfuchs). Der in Deutschland heimische Rotfuchs bevorzugt abwechslungsreiche Feld-Wald-Landschaften. Doch immer häufiger zieht er einfach in die Stadt. London ist sicher die Hauptstadt der Stadt­füchse, aber auch in Berlin sieht man sie häufig. Biologen be­zeich­nen den tierischen "Städter" als Kulturfolger. Füchse sind Allesfresser. Sie futtern zwar am liebsten Mäuse, aber sie verschmähen auch Wildkaninchen und Jungvögel oder sogar Rehkitze nicht. Das Kinderlied "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" kommt nicht von ungefähr. Als Gänse- und Hühnerdieb hat der Fuchs sich häufig Feinde unter den Menschen gemacht. Dabei stehen selbst Regenwürmer, Insekten und Aas auf seinem Speiseplan. Er durchwühlt Müllkippen und Abfallkörbe sogar nach Eis, Pommes und Bratwurstresten und frisst auch Obst. Überall in der Stadt finden Füchse genug Abwechs­lung für ihre ausgewogene Ernährung. Auf der Suche nach Futter schleichen sie nachts durch Parks und Gärten und über Friedhöfe.

Der sportliche Schlauberger

Füchse können schnell laufen, hoch und weit springen, sogar klettern und sich in engen Höhlen verstecken. Ihre Geschicklichkeit, aber vor allem ihre ausgeprägte Lernfähigkeit hat ihnen den Ruf als Schlauberger eingebracht. Sogar Johann Wolfgang von Goethe hat in dem Epos "Reineke Fuchs" in zwölf Gesängen die Klugheit des kleinen "Schelms" beschrieben. Der schlaue Fuchs ist Hauptfigur in vielen Sagen und Fabeln. In Gefangenschaft können Füchse bis zu zwölf Jahre alt werden, doch in der natürlichen Umgebung sterben die allermeisten, bevor sie das erste Lebensjahr erreicht haben. Neben der Jagd fallen viele von ihnen dem Autoverkehr zum Opfer. Sie werden überfahren, während sie das Aas anderer Tiere vom Asphalt holen und fressen wollen. Natürliche Feinde wie Wölfe, Luchse oder Adler muss der Fuchs nur sehr selten fürchten, denn in den meisten Gegenden Deutschland sind diese Tiere ausgestorben.

Der Fuchs und der Wurm

Vielleicht hängt es mit seinen Ernährungsgewohnheiten zusammen: Der Allesfresser leidet häufig unter Bandwürmern. Fuchsbandwürmer können auch für Menschen gefährlich werden. Früher hatten Füchse obendrein häufig Tollwut, doch durch die Ausbringung von Impfködern konnte eine gute Immunisierung der Tiere erreicht werden. Trotzdem ist höchste Vorsicht geboten, wenn Füchse plötzlich sehr zutraulich und angstfrei sind und sich von Menschen anfassen lassen. Die kleinen Raubtiere könnten mit Tollwut infiziert sein. Diese durch Viren übertragene Krankheit ist auch für Menschen hochansteckend. Mit Füchsen ist es wie mit allen anderen Wildtieren: Der Mensch sollte sie aus der Ferne beobachten, sich an ihnen erfreuen, sie aber weder füttern noch streicheln.

››› Gastbeitrag Eva Goris, Deutsche Wildtier Stiftung

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