Landesmuseum Mainz

Das Landesmuseum Mainz mit seiner über 200-jährigen Tradition ist eines der ältesten Geschichts- und Kunstmuseen Deutschlands.

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Untergebracht ist es in der Golden-Ross-Kaserne, einem einzigartigen Barockensemble der Stadt Mainz aus kurfürstlicher Zeit. Das Haus mit der goldenen Pferdefigur auf dem Dach beherbergt vielfältige Bestände und bedeutende Sammlungen, die eng mit der Geschichte von Mainz und der Region des heutigen Rheinland-Pfalz verbunden sind. Viele wertvolle Objekte stellen Bezüge zur europäischen Geschichte her, mit der auch das historische Museumsgebäude verbunden ist.

Dazu zählen Original-Funde aus der Zeit der Römer, die vor rund 2.000 Jahren ganz Europa geprägt und auch in Mainz ihre Spuren hinterlassen haben. Das römische Imperium herrschte einst über den Großteil Europas und nutzte Mogontiacum – das heutige Mainz – als wichtigen strategischen Stützpunkt. Die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz gilt als einer der bedeutendsten Schauplätze römischer Militärgeschichte. Mainz war Hauptstadt der Provinz Obergermanien und für rund 500 Jahre eine bedeutende Garnison.

Das Landesmuseum zeigt dieses Jahr in einer spannenden Ausstellung über 250 zum Teil herausragende archäologische Exponate, die das römische Militärleben eindrucksvoll veranschaulichen. "Darunter sind einzigartige Fundstücke zur römischen Militärgeschichte – sozusagen die Championsleague unter den Römerfunden", erklärt Dr. Andrea Stockhammer, Direktorin des Mainzer Landesmuseums, stolz.

"Im Dienst des Kaisers. Mainz – Stadt der römischen Legionen"

Panorama / Kultur vor Ort / Landesmuseum Mainz / Säulenbasis

– unter diesem Titel läuft die Ausstellung vom 26. Mai 2013 bis zum 5. Januar 2014. Die Besucher erleben dabei eine Reise durch die militärisch wie wirtschaftlich bedeutendsten Jahrhunderte des römischen Weltreiches. Start ist im Jahrhundert nach Christus, als Mainz mit einem gewaltigen Truppenaufgebot der strategische Ausgangspunkt für die Germanenfeldzüge war. Im zweiten und dritten Jahrhundert erlebte die Provinzhauptstadt Mainz einen enormen Wirtschaftsaufschwung. In der Spätantike bildete Mainz schließlich durch die zunehmenden Germaneneinfälle als Stützpunkt römischer Kriegsschiffe die Front der Grenzverteidigung am Rhein. Zahlreiche Waffen und Ausrüstungsgegenstände geben Auskunft darüber, mit welchen Mitteln die damals so gefürchteten römischen Truppen in den Kampf zogen, Grabsteine von gefallenen Soldaten zeigen, dass in Mainz Truppen aus allen Teilen des Römischen Reiches stationiert waren. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es römische Soldatengrabsteine in so großer Zahl wie in den Mainzer Beständen. Viele davon waren als Material in der spätantiken Stadtmauer verbaut.

Grabsteine sind daher auch der Angelpunkt der Sonderausstellung. Nach Einschätzung der Ausstellungsmacher hat es eine derartige Präsentation bisher noch nicht gegeben: die Konzentration auf die militärische Seite der römischen Provinzialkultur, festgemacht an der Entwicklung einer Großgarnison Mogontiacum, ausgehend von steinernen Geschichtszeugen, die »zum Sprechen« gebracht werden. Grabsteine illustrieren das Schicksal einzelner Soldaten und bieten den Besuchern die Möglichkeit, tiefer in die Erlebnisse römischer Legionsmitglieder einzutauchen. Stellvertretend für die während der römischen Epoche insgesamt neun in Mainz stationierten Legionen wird je ein Soldaten-Grabstein gezeigt.

Begleitend zur Ausstellung wird es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen und Workshops geben. Am 24. und 25. August werden sogar römische Truppen durch Mainz ziehen, sogenannte Reenactment-Gruppen, die im Innenhof des Landesmuseums ihr Lager aufschlagen. Außerdem wird ein spezielles Programm zur Mainzer Museumsnacht am 15. Juni die Ausstellung beleben. Zudem gibt es zahlreiche Angebote für Schulklassen sowie ein Ferienprogramm.

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