Die Liebieghaus Skulpturensammlung

Das Liebieghaus, idyllisch gelegen am Mainufer, beheimatet eine Skulpturensammlung von höchster Qualität und bietet einen Überblick über 5.000 Jahre Geschichte der Bildhauerei vom alten Ägypten bis zum Klassizismus.

Es vereinigt in seiner Sammlung Werke sowohl der ägyptischen, griechischen und römischen Antike als auch Skulpturen des Mittelalters, Werke der Renaissance, des Manierismus, des Barock, des Rokoko, des Klassizismus und Ostasiens. Mit über 3.000 Werken gehört die ehemals private Villa Liebieg, deren Sammlungspräsentation erst vor Kurzem völlig neu gestaltet wurde, zu den international wichtigsten Skulpturenmuseen.


Die Skulpturensammlung der Städtischen Galerie Frankfurt wurde 1909 als Pendant zur schon bestehenden Gemäldesammlung des Städel Museums eröffnet. "Die Entwicklung der Bildhauerkunst während der historischen Zeiten durch Sammlung hervorragender oder charakteristischer Werke zu veranschaulichen" war das von Gründungsdirektor Georg Swarzenski angestrebte Ziel bei der Einrichtung einer Sammlung, die ausschließlich der Bildhauerei gewidmet sein sollte.

Die Skulpturensammlung im Liebieghaus ist im Gegensatz zu anderen Museen, die aus fürstlicher Sammelleidenschaft erwachsen sind, ein bemerkenswertes Resultat städtischen und bürgerschaftlichen Engagements. Bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts gelang es, innerhalb weniger Jahre zahlreiche herausragende Werke für das Museum zu erwerben. Das Museum ist insofern geprägt von einer regen Sammeltätigkeit auf höchstem Qualitätsniveau, die kontinuierlich fortgesetzt wird. Zu den vielen Highlights der Liebieghaus Skulpturensammlung gehören unter anderem das "Mumienbildnis eines Mädchens" (Römisches Ägypten, 120 – 150 n. Chr.), der "Apoll vom Belvedere" (Mantua, 1497/98) oder Franz Ignaz Günthers "Anbetender Engel" (München, 1770).

Die Verbundenheit der Frankfurter Bürger, welche sich auf besondere Weise in Schenkungen an die Sammlung ausdrückt, ist grundlegend für das Selbstverständnis des Hauses und wird noch heute in besonderer Weise gelebt.
Im sogenannten Schaudepot des Liebieghauses, in dem Kunstwerke unterschiedlichster Epochen in einem spannenden Mix aufeinandertreffen, kann der Besucher die Vielfalt der Sammlung auf einen Blick erfassen. So befinden sich beispielsweise in unmittelbarer Nachbarschaft ägyptischer Mumienmasken antike und mittelalterliche Köpfe. Weibliche Statuetten aller Epochen stehen aufgereiht in einer Vitrine. Ein ägyptischer Sargdeckel und der daneben platzierte spätgotische Heilige Georg im Kampf mit dem Drachen ermöglichen den Vergleich interessanter Werkspuren.

Die Studioli des Liebieghauses befinden sich im Dachgeschoss der Villa. Dort kann man noch heute den ursprünglichen Charakter der Innenausstattung des Hauses bewundern, der sich an vielen Stilen der europäischen Kunst orientierte. Die Räume thematisieren die private Sammel- und Forschungsleidenschaft von Gelehrten wie zum Beispiel Carl Maria Kaufmann oder Adolf Furtwängler, deren Sammlungen sich heute im Liebieghaus befinden.

In den Räumen der Liebieghaus Skulpturensammlung werden regelmäßig viel beachtete Sonderausstellungen gezeigt, die sich aufbauend auf der eigenen Sammlung mit zentralen Themen und Künstlern der Kunstgeschichte auseinandersetzen und von umfassenden Forschungsaktivitäten begleitet werden. Zum Auftakt des Ausstellungsjahres 2013 öffnet die Liebieghaus Skulpturensammlung noch bis zum 26. Mai 2013 mit der umfangreichen Antikenausstellung "Zurück zur Klassik" einen neuen Blick auf das alte Griechenland. Anhand von rund 80 herausragenden Werken, darunter Bronzeskulpturen, Vasen, Malereien, Terrakotten sowie bemalte, figürliche Gefäße, bietet das groß angelegte Ausstellungs- und Forschungsprojekt einen neuen Zugang zur Kunst- und Kulturgeschichte der griechischen Klassik im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus. Zusammen mit eigens für die Ausstellung entwickelten Rekonstruktionen führen die Arbeiten den ungeheuren ästhetischen und intellektuellen Innovationsschub jener Zeit vor Augen.

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Liebieghaus Skulpturensammlung

Adresse Schaumainkai 71, 60596 Frankfurt
Öffnungszeiten Dienstag, Freitag – Sonntag 10 – 18 Uhr, Mittwoch + Donnerstag 10 – 21 Uhr
Information www.liebieghaus.de, info@liebieghaus.de,
Tel.: +49 (0)69 650049-0, Fax: +49 (0)69 650049-150

Eintritt Sammlung: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, Familienkarte 12 Euro;
Sonderausstellung: 9 Euro, ermäßigt 7 Euro, Familienkarte 16 Euro