Umweltschutz macht Schule

Bildungsangebote von Greenpeace

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Es ist wie beim Gärtnern: Wenn man keinen Samen in die Erde steckt, kann man düngen, wässern, harken, so viel man will – es wird keine Sonnenblume wachsen. Und wer möchte, dass die Entscheidungsträger von morgen die Natur achten, Ressourcen schonend verbrauchen und bei ihrem Energie- und Konsumverhalten an das Weltklima denken, muss heute grüne Werte in den Schulen vermitteln.

Eine Studie von Greenpeace und der Uni Lüneburg zeigt, dass Jugendliche 2016 nachhaltigen Werten gegenüber aufgeschlossener sind als noch vor vier Jahren. Immerhin 60 Prozent der interviewten 15- bis 24-Jährigen gaben an, dass Schutz der Umwelt, zukunftsorientiertes Wirtschaften und soziale Gerechtigkeit wichtige Eckpfeiler für die Zukunft sind. Doch die Studie zeigt auch: Je mehr im Unterricht diese Themen behandelt wurden, umso mehr bildeten sich ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung und entsprechende Gestaltungskompetenzen heraus. Und noch liegt das Behandeln solcher Themen leider im Ermessensspielraum der Lehrkräfte.

Seit einigen Jahren setzt sich Greenpeace dafür ein, dass nachhaltige Entwicklung als Leitziel in den deutschen Lehrplänen festgeschrieben wird. Zusammen mit anderen Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Jugend, Bildung, Umwelt, Entwicklung und Menschenrechte engagiert sich die unabhängige Umweltorganisation im "Bündnis ZukunftsBildung" dafür, die Bildungsziele der UNO zu nachhaltiger Entwicklung in Deutschland umzusetzen.

Doch bis die Ziele verbindlich in den Bildungsplänen verankert sind, baut Greenpeace weiter auf das Engagement der Lehrkräfte. Die Umweltorganisation bietet dabei drei Möglichkeiten zur Umweltbildung an: Unterrichtsmaterial zur eigenen Gestaltung einer Unterrichtsstunde, ein Besuch von Greenpeace-Aktivisten in der Schule oder ein Besuch der Schulklasse in der Dauerausstellung im Greenpeace-Büro.

Bildungsangebote von Greenpeace

Zum einen können sich interessierte Lehrkräfte Unterrichtsmaterial besorgen, das Themen wie Klimawandel, Wetterextreme, Überfischung, Bienensterben oder Gifte in der Kleidungsproduktion für verschiedene Klassenstufen aufarbeitet. Fakten und Aspekte setzen da an, wo der normale Lehrplan bisher aufhört. Arbeitsblätter, Filme und interaktive Gruppenaufgaben sollen helfen, die Kinder und Jugendlichen zum eigenständigen Denken anzuregen.

Das Themenpaket "Klimaschutzkonferenz" beinhaltet zum Beispiel ein Rollenspiel: Die Klasse veranstaltet ihre eigene Weltklimakonferenz. Es gibt Medienvertreter, Delegationen aus den USA, Brasilien, den tropischen Inselstaaten, China und Europa, Wissenschaftler des Weltklimarates und Vertreter von Umwelt- und Menschenrechtsverbänden. Versorgt werden die Gruppen mit Fakten zu den jeweiligen Positionen, Tipps für eigene Recherchen in Internet und Printmedien und klaren Verhandlungsregeln.

Mit dem Angebot "Greenspeaker – Greenpeace kommt in die Schule" bietet die Umweltschutzorganisation an, dass Greenpeace-Ehrenamtliche den Unterricht übernehmen – für eine Doppelstunde oder für einen ganzen Tag. Wahlweise zum Thema "Arktis – das bedrohte Paradies" oder auch themenfrei nach dem Motto "Schülerinnen machen Kampagne" sollen Schüler und Schülerinnen erleben, was Engagement bewirken kann.

Das dritte Angebot besteht darin, dass Schulklassen die Ausstellung im Greenpeace-Büro in der Hamburger Hafencity besuchen können. In der Ausstellung informiert die Umweltschutzorganisation über die Problemfelder, an denen sie arbeitet, sei das zum Thema Meere, Wälder oder Klimawandel. Mit Schlauchboot, Hörinseln, Quizfragen und Filmbeiträgen ist die Ausstellung per se spielerisch und interaktiv gestaltet. Schulklassen erhalten darüber hinaus ein auf die jeweilige Altersgruppe abgestimmtes Programm.

Spezielle Aufgaben leiten dabei wie bei einer Rallye durch die angebotenen Informationen. Auch hier sollen die Kinder und Jugendlichen verschiedene Rollen einnehmen, ins Diskutieren kommen und Denkanstöße erhalten. So wird Umweltschutz erlebbar. Seit zwei Jahren bietet Greenpeace diesen außerschulischen Lernort an.

Bei allen drei Angeboten geht es weniger darum, Greenpeace-Kampagnen zu vermitteln, als vielmehr um das Ziel, das politische Denken an sich anzuregen. Den jungen Menschen soll ein Gefühl dafür gegeben werden, wie sie Politik mitgestalten und was sie bewirken können. Denn es braucht nicht nur das Wissen, sondern auch den Mut, um sich für eine bessere Welt einzusetzen.

››› Gastbeitrag Greenpeace e.V.

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