Bunte Vielfalt

Vogel, Biene und Co. mögen’s bunt und wild

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Wer in Deutschland unterwegs ist, sieht zunehmend ausgeräumte Landschaften: Jeder Meter wird für die Landwirtschaft genutzt, mit Pestiziden und Dünger der Ertrag nach oben geschraubt. Auch im Siedlungsraum verschwinden wildblumenreiche Brachflächen, öffentliches und privates Grün wird zu intensiv "gepflegt", Wildkrautvielfalt weggespritzt. All das hat Folgen für die Natur: Gibt es weniger Platz für Wildkräuter, Blumen und Hecken, fehlt Vögeln, Bienen, Schmet­terlingen und Co. die Nahrung. Was können Sie tun, um die Lebensräume unserer tierischen Gartenbewohner zu retten?

Natursteinmauer

Sammeln Sie Bunte Meter

Mit dem Stieglitz hat der NABU 2016 bereits zum 45. Mal einen "Vogel des Jahres" gekürt, um auf dessen Gefährdung hinzuweisen. Denn der überaus farbenfrohe Fink ist im Garten ein seltener Gast geworden. Der auch Distelfink genannte Singvogel ernährt sich von den Samen verschiedener Blütenpflanzen, Gräser und Bäume. Weil sich sein Speisentisch jedoch zunehmend leert, braucht der quirlige Maskenträger Ihre Hilfe.

Sammeln Sie mit uns deshalb bunte Meter und retten Sie Lebensräume für den Stieglitz und seine gefiederten Freunde im Garten! Legen Sie Blühstreifen mit Wildblumen oder -kräutern an und lassen Sie abgeblühte Stauden im Winter stehen. Verzichten Sie unbedingt auch auf Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel. So schaffen Sie mit jedem bunten Meter ein Stückchen mehr Heimat für den Stieglitz und andere Gartenbewohner.  Der NABU bietet eine spezielle Wildblumenmischung für die Aktion "Bunte Meter für Deutschland" an. Details hierzu, das Meldeformular und weitere Infos finden Sie unter nabu.de/buntemeter

Gärtnern Sie giftfrei

Auch wenn Ihnen das eine oder andere Kraut ein Dorn im Auge ist: Verwenden Sie keine Pestizide wie Glyphosat, das laut Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend gilt. Fruchtwechsel, Mischkulturen und die Förderung von Nützlingen sind nicht nur für Ihre eigene Gesundheit eine gute Alternative. Auch Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten mögen es giftfrei und nutzen Wildkräuter als Nahrungsquelle. Unsere heimischen Singvögel fühlen sich in dieser Umgebung wohl. Ein giftfreier Garten muss nicht viel Zeit kosten. Unsere Tipps:

  • Bevorzugen Sie heimische und standortgerechte Gehölze und Stauden, damit Nützlinge Nahrung und Unterschlupf finden.
  • Zu Beginn der Gartensaison lohnt es sich, die Vegetationsdecke mit Wildblumenmischungen zu schließen und unerwünschte Pflanzen gar nicht erst wachsen zu lassen. So schaffen Sie auch gleich ein paar bunte Meter.
  • Legen Sie Blumenwiesen und Wildblumensäume an. Das freut Insekten, Vögel und Co.
  • Viele Wildkräuter sind nützlicher als gedacht. Aus Brennnes­seln entsteht im abgedeckten Wasserbehälter ein erstklassiger Dünger. Verwenden Sie ihn verdünnt zur Pflanzenstärkung und biologischen Schädlingsbekämpfung. Der oft unbeliebte Löwenzahn bietet ebenso viele Anwendungs­möglichkeiten. Genießen Sie die getrockneten Blätter als Tee.
  • Wenn Sie Wildkräuter dennoch entfernen möchten, jäten Sie möglichst vor der Samenreife und bei trockenem Wetter. Achten Sie darauf, die Wurzeln mit auszustechen, damit die Pflanzen nicht wieder anwachsen.

Insektenhotel

Werden Sie zum Hotelier

Bieten Sie Wildbienen, Solitärwespen, Käfern und Co. mit einem Insektenhotel Unterschlupf, Versteckmöglichkeit und Brutstätte in einem.

Sie werden sehen, wie schnell sich diese Nützlinge in den von Ihnen bereitgestellten Hotels wohlfühlen.

  • Unterstützen Sie Vögel und Fledermäuse bei der Suche nach Brutplätzen und Quartieren. Bringen Sie zum Beispiel Nistkästen und Fledermauskästen an.
  • Setzen Sie auf heimische Baumarten wie Vogelkirsche, Feldahorn oder Holzapfel. Ihre kräftigen Stämme bieten Hängematten einen sicheren Halt. Kombiniert mit Sträuchern entstehen so luftige Rückzugsorte für Mensch und Tier.
  • Wer seinen Garten zum Vogelparadies machen möchte, sollte heimische Sträucher pflanzen statt Kirschlorbeer, Rhododendron und Forsythie.
  • Decken Sie den Tisch für Tiere. Lassen Sie "wilde Ecken" ruhig mal stehen. Vögel bedienen sich gern am "Garten-Büfett".
››› Gastbeitrag Julia Aspodien, NABU

Der NABU – aktiv für Mensch und Natur

Seit über 115 Jahren setzt sich der NABU dafür ein, unsere Natur zu schützen und für zukünftige Generationen zu sichern. Mit rund 590.000 Mitgliedern und Förderern ist er Deutschlands mitgliederstärkster Umweltverband. Zu den wichtigsten Aufgaben des NABU zählen der Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft und nicht zuletzt der Klimaschutz. In den rund 2.000 NABU-Gruppen und rund 70 Infozentren in ganz Deutschland stehen praktischer Naturschutz genauso auf dem Programm wie Lobbyarbeit, Umweltbildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit.