Ein Tag als Heinzelmännchen

Tereze Delija, Leiterin der Alnatura Filiale in der Karlsruher Douglasstraße, wird es nie langweilig. Der Tag ist prall gefüllt mit Aufgaben: Kundenberatung, Absprachen mit Kollegen sowie Warenannahme und -verräumen.

Seit 2001 ist Tereze Delija bei Alnatura. In Karlsruhe hat sie ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau für Diät- und Reformwaren abgeschlossen, in Mannheim und Freiburg lernte sie peu à peu das verantwortungsvolle "Handwerk", eine Filiale zu führen. Seit September 2005 ist sie wieder in Karlsruhe, als Leiterin der Alnatura Filiale in der Douglasstraße. Aber was macht eine Alnatura Filialleiterin eigentlich? "Alles", sagt Tereze Delija. Und das sieht so aus:

Mittwoch, 5 Uhr
Der Wecker klingelt. "Ich wohne fast um die Ecke und brauche nicht lang." Fällt ihr das frühe Aufstehen schwer? "Nicht unbedingt leicht, aber es geht. Ich wechsle viel zwischen den Schichten – ich mache ja die Arbeitspläne und drück mich selbst immer da rein, wo es gerade klemmt."

5:49 Uhr
"Ich komme immer kurz vor sechs. Da stehen meistens schon die Lieferanten vor der Tür und wollen ihre Waren abladen. Unser Großhändler und unsere Bäcker. Und die Mitarbeiter wollen ja auch rein. Vor allem im Winter, wenn es kalt ist, muss ich besonders pünktlich sein", sagt sie grinsend.

6:12 Uhr
Lange bevor die ersten Kunden um 8:30 Uhr den Laden betreten, ist es hier schon sehr geschäftig. Nachdem das Team alle Waren entgegengenommen hat, wird eingeräumt. Tereze Delija kümmert sich gemeinsam mit einer Kollegin um Obst und Gemüse. Die müssen aus der Nachtruhe im Kühlhaus aufgeweckt werden und erhalten ihr morgendliches Pflegeprogramm.

7:30 Uhr
Das Reinigungsteam rückt an.

7:58 Uhr
Bis 8:00 Uhr muss alles weggeräumt sein, die Wagen, Verpackungsmaterialien, damit noch ausreichend Zeit bleibt, sämtliche Spuren der Heinzelmännchen mit Staubsauger und Mopp zu "verwischen". Tereze Delija und ihre Kolleginnen machen dem Reinigungsteam Platz und räumen jetzt im Hintergrund weiter auf, trennen den angefallenen Müll und entsorgen ihn.

8:16 Uhr
In der Viertelstunde vor der Ladenöffnung berechnet Tereze Delija am Computer die Verkaufspreise der Frischware anhand der Einkaufspreise vom Großhändler und überträgt diese für die Kunden gut lesbar auf die Preistafeln von Obst und Gemüse.

8:24 Uhr
Die Kassiererinnen treffen ein und machen es sich an ihren Arbeitsplätzen gemütlich. "Jetzt können die Kunden kommen."

8:30 Uhr
Selten kommt die 25 Jahre junge Filialleiterin dazu, den anfallenden Papierkram in Ruhe abzuarbeiten. "Meistens wusele ich mit im Laden herum. Da gibt es viel zu tun. Und es macht mir außerdem viel mehr Spaß", fügt sie lächelnd hinzu. Dennoch findet sie die Zeit, Bestellungen anzufertigen und aufzugeben. Nicht ganz, ohne unterbrochen zu werden, zum Beispiel, wenn die Kasse Verstärkung benötigt. "Bis spätestens 10 Uhr müssen die Bestellungen für Obst und Gemüse auf jeden Fall an den Großhändler gesandt sein."

8:46 Uhr
Mittwochs gibt es besonders viel zu tun. Heute wird reichlich Ware angeliefert, die ins Lager und in die Regale geräumt werden will. Das Team um Tereze Delija läuft auf Hochtouren – sie nehmen die Ware entgegen, kontrollieren die Mengen. Mit dem sogenannten MDE-Gerät (mobile Datenerfassung) kann am Regal genau erfasst werden, was und in welchen Mengen nachbestellt werden muss.

10:06 Uhr
Verschnaufpause. Tereze Delija gönnt sich ein Croissant und ein Schokobrötchen, ihre Lieblinge aus der Bäckereitheke, und plaudert ein wenig mit Kollegen.

10:37 Uhr
Ein Blick auf den Tagesplan. Stehen wichtige Sonderaufgaben an? Hat vielleicht jemand aus der Zentrale in Bickenbach angerufen?

11:08 Uhr
"Bis etwa 13 Uhr ist jetzt gut was los." Die Filiale liegt mitten in der Karlsruher Innenstadt, viele nutzen die Mittagspause zum kurzen Einkauf. Das merkt man deutlich, der Laden ist gegen 12 Uhr brummend voll, die Kassen sind komplett besetzt. Jetzt treffen auch die Kollegen der Spätschicht ein, eine echte Entlastung!

12:25 Uhr
Das Filialteam ist weiterhin mit Warenannahme und -verräumen gut beschäftigt. Tereze Delija kümmert sich um die Säfte. Nebenher beantwortet sie Kundenfragen, hilft kurz an der Bäckerei- und Käsetheke aus und löst eine Kollegin während ihrer Pause an der Kasse ab.

13:33 Uhr
Der Mittagsansturm ist vorbei. Die sympathische Filialleiterin findet Zeit, ein weiteres Mal ins Büro zu gehen. Im Arbeitsplan der nächsten Woche verteilt sie die einzelnen Schichten ihrer knapp 20 Mitarbeiter – neun Voll- und zehn Teilzeitbeschäftigte – so, dass in der Filiale immer genügend Mitarbeiter sind und trotzdem möglichst die Mitarbeiterwünsche berücksichtigt werden. Das Ergebnis: Der Plan sieht wirklich jede Woche anders aus!

14:06 Uhr
Bei einem letzten Gang durch den Laden vor Ende ihrer Schicht erledigt Tereze Delija die Kleinigkeiten, die sie den Tag über noch im Hinterkopf hatte, zu denen sie aber vorher nicht gekommen war. Und geht dann in ihren wohlverdienten Feierabend. Der ist sonnig und warm, perfekt, um sich vom Handballtraining am Vortag ein wenig zu erholen …