Stellungnahme PA in Babytee – ZDF WISO am 03./10.11.2014

Die ZDF-Sendung WISO hat Baby-Tees getestet und auf Pyrrolizidinalkaloide (PA) untersucht.

Bei den Untersuchungen wurden auch zwei Alnatura Baby-Tees berücksichtigt. Im Alnatura Baby-Fencheltee wurden PAs nicht nachgewiesen. Der im Alnatura Baby-Kräutertee gefundene Wert hat uns sehr überrascht. Unser Herstellerpartner führt im Rahmen der Qualitätssicherung regelmäßig umfangreiche Untersuchungen durch und kann den ermittelten Wert nicht bestätigen.

Unabhängig hiervon nehmen wir das uns vorgelegte Ergebnis der WISO-Redaktion sehr ernst und haben umgehend gehandelt: Aus Gründen der größtmöglichen Vorsorge haben wir den betroffenen Baby-Kräutertee sofort aus dem Verkauf genommen.

Was sind Pyrrolizidinalkaloide?
Bei Pyrrolizidinalkaloiden (PA) handelt es sich um natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die in verschiedenen Pflanzenarten zu finden sind. PA dienen diesen Pflanzen zur Abwehr von sogenannten „Fraßfeinden“.

In den Teekräutern selbst kommen diese Stoffe nicht vor, jedoch in Beikräutern, die auf denselben Flächen wie die Teepflanze wachsen. Bei der Ernte können vereinzelt und unbeabsichtigt Beikräuter miterfasst werden und dadurch PA in den Tee gelangen.

Was bedeutet das Ergebnis für Verbraucherinnen und Verbraucher?

Kräutertee ist eines der ältesten Getränke und traditioneller Ernährungsbestandteil vieler Kulturen. Im letzten Jahr hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Rahmen eines Forschungsprojektes erstmals verschiedene Kräutertee-Proben auf PA untersucht. Die gefundenen Gehalte schwankten dabei sehr stark, auch innerhalb der gleichen Teesorte.

In seiner Stellungnahme kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu der Schlussfolgerung, dass für Verbraucherinnen und Verbraucher keine akute Gefahr vom Teekonsum ausgeht. Bisher wurden die Wirkungen von PA im Tierversuch erforscht. Es liegen keine Befunde vor, die eine nachteilige Wirkung beim Menschen bestätigen. Deshalb hat das BfR vorsorglich eine tägliche Aufnahmemenge festgelegt, bei der auch bei einem lebenslangen Verzehr nicht von einem möglichen Gesundheitsrisiko auszugehen ist. Dieser strenge Wert wurde auf Basis der Tierversuche und unter Berücksichtigung von mehreren Sicherheitsfaktoren festgelegt.

Kunden, die Alnatura Baby-Kräutertee zuhause haben und diesen dennoch nicht weiterverwenden möchten, können die Packung selbstverständlich in jedem Alnatura Super Natur Markt oder bei einem unserer Handelspartner zurückgeben.

Wir haben die Untersuchungen des Alnatura Baby-Kräutertees noch einmal intensiviert. Der aktuell im Handel befindliche Baby-Kräutertee ist nicht betroffen und entspricht unseren hohen und strengen Qualitätsanforderungen.

Das Thema ist seit gut einem Jahr bekannt. Was hat sich bei Alnatura seitdem getan?
Unmittelbar nach Bekanntwerden des Themas im vergangenen Jahr hat unser Herstellerpartner nach den Ursachen für PA geforscht. Auf Basis der dabei gewonnenen Erkenntnisse hat er umfangreiche Maßnahmen zur Reduzierung von Pyrrolizidinalkaloiden schon im Anbau eingeleitet.


Ziel dieser Maßnahmen ist es, PA-haltige Beikräuter bereits auf dem Feld zu vermeiden. Während im konventionellen Teeanbau zur Beseitigung PA-haltiger Beikräuter Pestizide eingesetzt werden dürfen, ist dies im ökologischen Landbau nicht erlaubt. Damit keine Beikräuter unbeabsichtigt mitgeerntet werden, müssen diese Beikräuter in Handarbeit entfernt werden.

Somit ist es für die Bauern wesentlich, PA-haltige Beikräuter erkennen zu können. Hierzu haben Fachleute unseres Herstellerpartners in den Anbaugebieten zunächst eine Bestandsaufnahme der betroffenen Beikräuter durchgeführt und die Bauern daraufhin direkt auf dem Feld geschult. Während des Anbaus sowie noch einmal direkt vor der Ernte werden die Felder kontrolliert und evtl. noch vorhandene Beikräuter sorgfältig entfernt. Umfassende Labor- Analysen unseres Herstellerpartners ergänzen dieses sehr aufwändige Vorgehen. Auf diese Weise ist eine deutliche Reduzierung der PA-Gehalte möglich. Die Rohware der aktuellen Tee-Ernte wurde bereits nach diesem Verfahren erzeugt.

Weitere Hintergrundinformationen und eine ausführliche Stellungnahme des Bio-Dachverbands BNN finden Sie hier:

 

Bundesverband Naturkost Naturwaren