Bürgerinstitut e.V. in Frankfurt am Main

Mit jeder Neueröffnung eines Super Natur Marktes unterstützt Alnatura drei lokale Institutionen mit einer Spende.

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Leuchtend rot, mit viel Holz und in sympathisch menschlichen Dimensionen liegt das August-Oswalt-Haus des Bürgerinstituts am Rande des Frankfurter Rothschildparks. Direkt dahinter ragen die Banken-Hochhäuser der Mainmetropole in den Himmel.

"Einen geschützten Raum, eine sichere Anlaufstelle" will das Bürgerinstitut seinen Besuchern anbieten, so formuliert es Petra Becher, die rührige Geschäftsführerin. Diesen Anspruch verkörpert auch die freundliche Architektur.

Bereits vor 115 Jahren wurde das heutige Bürgerinstitut als "Centrale für private Fürsorge" von dem Frankfurter Unternehmer Wilhelm Merton gegründet. Ihren Ursprung hatte die "Centrale" in Mertons sozialer Verantwortung, die ihn veranlasste, aus seinem Privatvermögen sozial Bedürftige zu unterstützen. Im Verlaufe seiner langen Geschichte hat sich das Bürgerinstitut heute im Wesentlichen auf zwei große Bereiche spezialisiert: zum einen das Thema "Älterwerden in Frankfurt" und zum anderen die Ausdehnung des sozialen Engagements in der Stadt.

Das "BüroAktiv", die im August-Oswalt-Haus beheimatete Freiwilligenagentur, ist eine Art Arbeitsamt für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Es unterstützt und berät Freiwillige, die sich für das Bürgerinstitut betätigen wollen, und ist gleichzeitig auch Bindeglied zu anderen gemeinnützigen Organisationen. Hier fungiert es in einer Vermittlerrolle. Das Spektrum der freiwilligen Helfer ist groß und bunt: Es reicht vom rüstigen Rentner über Frauen, deren Kinder bereits das Haus verlassen haben, bis zu jungen, voll im Berufsleben stehenden Menschen. Diese haben oft nur punktuell Zeit fürs Ehrenamt, setzen sich dann aber mit Elan ein. So organisierten junge Berufstätige zum Beispiel das letzte Sommerfest für das Bürgerinstitut, und zwar von der Deko über den Service bis zum Aufräumen. Insgesamt beachtliche 57 672 Stunden ehrenamtliche Arbeit wurden von den 350 freiwilligen Helfern im Jahr 2012 geleistet.

Der Aspekt "Älterwerden" ist bereits seit der Gründung Schwerpunkt der Einrichtung. Eine große Palette verschiedener Angebote findet man heute dazu im Bürgerinstitut. Sie reicht von allgemeiner Beratung und Besuchspartnerschaften mit älteren Menschen über die sensiblen Themen persönliche Vorsorge und gesetzliche Betreuung bis zur konkreten Hilfestellung für Demenzkranke und ihre Angehörigen.

Das alles funktioniert im Zusammenspiel fachlich kompetenter Mitarbeiter, wissenschaftlicher Unterstützung und engagierter Freiwilliger, die alle individuelle, einander ergänzende Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen. Da gibt es zum Beispiel die "Aktenfüchse", die alten Menschen helfen, komplizierte Antragsformulare auszufüllen, da sind die Ehrenamtlichen der Hospizgruppe, die Menschen in ihrem letzten, oft sehr schweren Lebensabschnitt einfühlsam begleiten. Ein relativ neues niedrigschwelliges Angebot hat sich in dem Bereich "Hilfe für Demenzkranke und ihre Angehörigen", kurz HILDA genannt, etabliert: Das HILDA-Mobil fährt als mobile Beratungsstelle regelmäßig in verschiedene Frankfurter Stadtteile. Alle Frankfurter können sich dort völlig unbürokratisch ohne Anmeldung und anonym zum Thema beraten lassen.

Von einem besonderen Projekt, das im Bürgerinstitut beheimatet ist und generationenübergreifend wirkt, erzählt uns Henning Knapheide, Mitarbeiter und Ansprechpartner bei "Wohnen für Hilfe". Hier werden Wohnpartnerschaften zwischen jungen und alten Menschen vermittelt und betreut. Senioren, denen zum Beispiel nach Auszug der Kinder oder Verlust des Partners die Wohnung zu groß und zu leer ist, bieten jungen Menschen Wohnraum an und erhalten im Gegenzug kleine Hilfen in Haushalt und Garten. Dieses angesichts unserer demografischen Entwicklung durchaus zukunftsweisende Projekt stößt laut Henning Knapheide bei Studenten auf großes Interesse. Mittlerweile gibt es auch eine stattliche Zahl älterer Menschen, die mit dieser Art Wohngemeinschaft gute Erfahrungen gemacht haben und gerne Wohnraum zur Verfügung stellen.

Bemerkenswert ist, dass sich diese tief in Frankfurt verwurzelte Institution auch heute noch als freier Träger beinahe ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert. "So ist es täglich ein kleines Kunststück, die notwendigen Mittel einzuwerben", erzählt uns Petra Becher, die beruflich lange Jahre in leitender Funktion im Finanzbereich zu Hause war und nun das Bürger­institut mit viel Herzblut und Engagement leitet. Bleibt zu hoffen, dass die Ursprungsidee des bürgerschaftlichen Gemeinsinns und der sozialen Verantwortung auch die nächsten hundert Jahre nicht an Wirkkraft verliert.