Das Projekt Pathshala in Westbengalen: neue Lebensperspektive für Kinder in Not

Bereits in den Jahren 2010 bis 2012 haben Alnatura Kunden das Projekt Patshala mit dem Kauf von Alnatura Darjeeling-Tee unterstützt. Seither wurde viel erreicht, aber immer noch gibt es viele Kinder in Indien, die unsere Hilfe brauchen. Gemeinsam mit unserem Partner, dem Kinderhilfswerk terre des hommes, setzen wir die Unterstützung deshalb seit Ende 2014 fort: Mit dem Kauf von Alnatura Indien Espresso können auch Sie einen wichtigen Beitrag leisten!

Das ländliche Westbengalen im Norden Indiens war früher eine florierende Teeregion. Als die Nachfrage auf den internationalen Märkten und in auch Indien sank, wurden viele Plantagen geschlossen oder von Geschäftsleuten übernommen, die vom Tee-Anbau nicht viel verstanden.

An die Arbeiter dachte kaum jemand, als die Teeproduktion weitgehend eingestellt wurde. Sie wurden immer ärmer, und am härtesten traf es wie so oft die Kinder. Viele von ihnen sind heute stark unterernährt und gehen meist nicht mehr zur Schule. Kinderarbeit und Kinderhandel steigen seither alarmierend. Vor allem die Mädchen leiden unter der Situation. Sie werden mit Heirats- oder Arbeitsversprechen geködert und enden oft in der Prostitution.

"Pathshala" ist Hindi und heißt "Schule"

Im Rahmen des Projekts Pathshala soll die Situation der Kinder in Westbengalen verbessert werden. Ziel ist es, ihnen durch Bildung eine Lebensperspektive und einen Weg aus der Armut zu ermöglichen. Dass sie einen Anspruch auf Bildung und auf ein gewaltfreies Großwerden haben, wissen die Kinder selbst oft gar nicht.

Die Unterrichtskonzepte von Pathshala sind auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt und beinhalten z.B. Schulungen zu Ernährung und dem eigenen Anbau von Obst und Gemüse. Dabei werden Eltern, Lehrer und Behörden immer einbezogen, damit die Hilfe nachhaltig wirken kann.

Die Hauptziele des Projekts Pathshala

  • Verbesserung der Bildung und Eingliederung von mindestens 80 Prozent der Kinder aus der Teeregion in das staatliche Bildungssystem.
  • Besondere Förderung von 50 bedürftigen Kindern durch zusätzliche Förderschulzentren.
  • Verbesserung des Gesundheits- und Ernährungszustands von Kindern und ihren Eltern.
  • Förderung und Schutz der Rechte der Kinder.

Gemeinsam mit unserem Partner terre des hommes unterstützen wir die Arbeit von Pathshala bereits seit Ende 2010. Die vielfältigen Fördermaßnahmen des Projekts konzentrieren sich auf die Kernbereiche Bildung, Gesundheit und Ernährung sowie Kinderrechte. In diesen Bereichen wurde dank Pathshala in den Jahren 2012 und 2013 bereits viel bewegt und erste Erfolge stellten sich ein.

Fokus Bildung: überzeugen und motivieren

Förderschulzentren

In den Orten Peshok und Lepchu wurden spezielle Förderschulzentren eingerichtet. Hier werden Kinder zwischen 6 und 14 Jahren an 6 Tagen pro Woche jeweils 2 Stunden und samstags den ganzen Tag betreut. Auf spielerische Weise führt man sie an die Lerninhalte der Regelschule heran und motiviert sie zum Lernen, damit sie bald wieder eingegliedert werden können und die Schule nicht wieder abbrechen.

Was bisher erreicht wurde:

  • 12 Förderschulzentren wurden in der Projektregion eingerichtet.
  • Zahlreiche Kinder aus sehr armen Familien und solche, die die Schule abgebrochen oder nie besucht hatten, wurden wieder eingegliedert.
  • Die Kinder zeigen gute Leistungen und der Schulabbruch kann verhindert werden.
  • Bei Bedarf werden die Kinder mit Schulmaterial und Kleidung ausgestattet.

Schuleinschreibungskampagne

Diese Kampagne richtet sich an Schulbehörden, Lehrer und Sozialarbeiter der Gemeinden. Sie alle sollen sich bei Gemeinde- und Elterntreffen aktiv dafür einsetzen, dass Kinder wieder in die Schule gehen. Sie klären die Eltern über Kinderrechte, Kinderhandel, Kinderarbeit und andere Formen der Ausbeutung auf, damit sie erkennen, dass sie die Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder tragen. Besonders bedürftige Kinder werden mit Schuluniformen, Büchern und Schuhen ausgestattet und intensiv begleitet, um auch sie wieder einzugliedern.

Was bisher erreicht wurde:

  • Ein neues Verständnis von Schule konnte bei Lehrern und Eltern etabliert werden.
  • Eltern achten jetzt darauf, dass ihre Kinder regelmäßig zur Schule gehen und der Unterricht stattfindet.
  • Die Fälle von körperlicher Bestrafung in der Schule sind stark zurückgegangen.
  • Die schulischen Leistungen der Kinder haben sich deutlich verbessert.
  • Alle Kinder sind jetzt formal in einer Schule angemeldet. Die Anwesenheitsrate liegt bei 70 Prozent.
  • 40 Prozent der Jugendlichen über 14 wurden erreicht und einige von ihnen in Ausbildungsprogramme vermittelt.
  • Viele Schulabbrecher konnten wieder eingegliedert werden. Ihre Familien werden beraten und betreut.
  • Für besonders bedürftige Kinder wurden wohlhabende Sponsoren vor Ort gefunden.
  • Einige Jugendliche, die früh die Schule abbrechen mussten, um ihre Eltern zu unterstützen, und nicht in die Regelschule eingegliedert werden konnten, haben stattdessen Ausbildungskurse absolviert (z. B. als Fahrer oder im Hotel) und in vielen Fällen eine feste Arbeit gefunden.

Fokus Gesundheit und Ernährung: aufklären und inspirieren

Gesundheitscamps

In Zusammenarbeit mit staatlichen Gesundheitszentren organisiert Pathshala lehrreiche Gesundheitscamps, um Eltern über die gesundheitlichen Probleme ihrer Kinder aufzuklären. Der Kontakt zwischen Eltern und den Gesundheitszentren ist dadurch einfacher geworden und es wurde ein kostenloser Gesundheitscheck für besonders arme Frauen und ihre Kinder angeboten.

Was bisher erreicht wurde:

  • Mehr als 50 Prozent der Menschen haben heute ein besseres Bewusstsein für Gesundheit und Ernährung.
  • Die Menschen kennen sich besser mit Krankheiten und gesundheitliche Risiken aus.
  • Der allgemeine Gesundheitszustand der Menschen hat sich verbessert.
  • Zahlreiche Kinder, die als mangelernährt galten, sind es heute nicht mehr. Viele weitere werden immer noch von den Projektmitarbeiterinnen begleitet und beraten.

Ernährungsschulungen

Ein wichtiges Anliegen des Projekts ist es, der Mangelernährung bei Kindern und Frauen entgegenzuwirken. Deshalb hat man Müttern und jungen Mädchen in speziellen Ernährungsschulungen gezeigt, wie sie sich auch mit wenig Geld gesund ernähren. Gemeinsam wurden Küchengärten angelegt und Latrinen für besonders verarmte Haushalte gebaut.

Was bisher erreicht wurde:

  • Die angelegten Küchengärten ermöglichen eine gesunde Ernährung und ein kleines zusätzliches Einkommen.
  • Für Dörfer, in denen kein Gesundheitscamp stattfand, wurde ein dreitägiges Seminar für je 50 Teilnehmer zu den Schwerpunktthemen Schwangerschaft, Geburt, Stillen, gesunde Ernährung und Impfung angeboten. Die Teilnehmer erhielten eine Einführung in die biologische Landwirtschaft und lernten, wie sie mit Hilfe von Nützlingen, wie z. B. Würmern hochwertigen Kompost erzeugen.
  • Zusätzlich wurden Seminare zu kostengünstiger gesunder Ernährung durchgeführt.
  • In einem besonderen Gartenbautraining wurden interessierte Bauern im Orangenanbau geschult und mit Setzlingen ausgestattet.
  • Von 57 Kindern, die zuvor als mangelernährt identifiziert wurden, sind 35 dies mittlerweile nicht mehr. Die übrigen 22 Kinder und ihre Eltern werden weiterhin von den Projektmitarbeiterinnen begleitet und beraten.

Fokus Kinderrechte: ausbilden und stark machen

Kindergruppen

In mehreren, neu gegründeten Gruppen werden Kinder zwischen 6 und 18 Jahren über ihre Rechte informiert. Mithilfe von Unterrichts- und Spielmaterialien lernen sie, ihr Recht auf Beteiligung am politischen und gesellschaftlichen System wahrzunehmen. So können sie für ihre Rechte einstehen, wann immer diese verletzt werden. Zusammenhalt und Austausch in der Gruppe stehen dabei im Vordergrund. Auch der Kontakt zu verschiedenen Institutionen und anderen Gruppen wird vermittelt, damit die Kinder voneinander lernen und mit ihrem neu erworbenen Wissen zu Multiplikatoren der Kinderrechte werden.

Was bisher erreicht wurde:

  • Zahlreiche Kinder sind heute in Kindergruppen organisiert, kennen ihre Rechte und treten dafür ein.
  • Das ökologische Bewusstsein ist insgesamt gestiegen.
  • Aus den Kindergruppen sind neue Aktivitäten hervorgegangen wie z. B. ein Erdbeben-Training für Jugendliche: In einem simulierten Katastrophenfall lernen die Jugendlichen, was man unbedingt und was keinesfalls tun sollte und wie man Erste Hilfe leistet.
  • Die Jugendlichen organisieren selbstständig Umweltschutz-, Müllvermeidungs- und Baumpflanzaktionen sowie Sportveranstaltungen.