Bildungsprojekt Ceprosi in Peru: Wissen vermitteln. Traditionen stärken.

Mit dem Bildungsprojekt Ceprosi unterstützt unser Partner, das Kinderhilfswerk terre des hommes, die Menschen im Hochland Perus dabei, ihre natürliche Lebensgrundlage durch nachhaltige Landwirtschaft zu wahren. Auch Alnatura Kunden leisten dazu einen wertvollen Beitrag: mit dem Kauf des Alnatura Peru Cafés. Denn 40 Cent pro Packung fließen direkt in dieses Projekt.

Der Klimawandel hat für viele Gemeinden im Hochland Perus verheerende Folgen. Starke Regenfälle sorgen für Überschwemmungen und in extremen Trockenperioden verfestigen sich die Böden und Quellen trocknen aus. Das bringt die Ernte der Menschen, die hier leben, in Gefahr – und damit ihre Ernährung und die gesamte Existenz.

Auch die weltweite Ausbreitung "moderner" Lebens- und Produktionsweisen wirkt sich hier negativ aus. Ob Monokulturen, Agrarchemie, industrielles Saatgut oder teure Fertignahrung: All diese Dinge haben das Leben der Menschen verändert – leider nicht zum Guten.

Das wertvolle Wissen der Vorfahren

Früher nutzten die Menschen hier einen großen Wissensschatz. Sie kannten unzählige traditionelle Pflanzensorten und Anbaumethoden, um den Klimabedingungen zu trotzen, Wasser zu sparen und die Böden zu schonen. Im Zuge der Modernisierung ging dieses Wissen jedoch verloren – und mit ihm Teile der eigenen Kultur.

Das Projekt Ceprosi will dem entgegenwirken und setzt sich für Erhalt und Schutz von überliefertem Wissen und kulturellen Bräuchen ein. Um die natürlichen Lebensgrundlagen der Kleinbauern zu wahren und den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken, soll das wertvolle Wissen der Vorfahren in den Köpfen der heutigen Generation wieder verankert werden.

Ob jung, ob alt: Alle machen mit

Seit Januar 2015 werden in sieben Pilotschulen viele Lehrer der örtlichen Schulen zu Lehrkräften für das überlieferte Wissen ausgebildet. Auch erfahrene ältere Dorfmitglieder machen mit. Sie unterstützen vor allem in den praxisbezogenen Kursen zur lokalen Kultur.

Die Unterrichtsthemen sind vielfältig: von angepassten landwirtschaftlichen Methoden und Agrarvielfalt über Ökologie und Klimawandel bis hin zu alten Bräuchen und Traditionen.

Fokusthemen und Unterrichtsinhalte

  • Interkulturelle Erziehung der verschiedenen indigenen Kulturen in Spanisch und der Muttersprache Quechua
  • Methoden zur Anpassung an den Klimawandel
  • Lokaler Agrarkalender für Saat- und Erntezeiten der lokalen Nutzpflanzen
  • Artenvielfalt, Klimawandel und Agrartechniken

Praxisprojekte und Kurse

  • Nutzung heimischer Heilpflanzen
  • Nachhaltige Ackerbaumethoden
  • Traditionelle Tänze
  • Web- und Stickkunst

Wissen zum Anfassen – in 80 eigenen Schulgärten

Damit die junge Generation das überlieferte Wissen hautnah für sich entdecken kann, wurden 80 Schulgärten und Äcker angelegt. Sie dienen zur Nahrungsmittelversorgung ebenso wie für den praktischen Unterricht. Mindestens acht traditionelle Pflanzensorten, die gegen extreme Wetterlagen resistent sind (z. B. Mais, Kartoffeln und Quinoa), werden hier angebaut. Bis zum Projektende sollen 2.000 Kinder mindestens diese acht einheimischen Agrarprodukte kennen und in der Schule konsumieren.

Mit dieser Art der Ausbildung wurden in einigen Gemeinden bereits beachtliche Erfolge erzielt, auf die die Verantwortlichen des Projekts Ceprosi zu Recht stolz sind:

  • 97 Lehrerinnen und Lehrer haben die Unterrichtseinheiten in ihren Lehrplan aufgenommen.
  • 500 Eltern haben sich an der Einrichtung von Schulgärten beteiligt und damit die Schulnahrung von 1.300 Kindern auf gesunde Weise erweitert und verbessert.
  • 800 Kinder haben durch das Pilotprojekt unterschiedliche Mais- und Kartoffelsorten kennengelernt.
  • 1.500 Menschen haben bisher an den wieder eingeführten traditionellen Treffen zum Austausch von Wissen und Saatgut teilgenommen.
  • 600 Eltern haben wieder traditionelle Produkte in den Speiseplan der Familie aufgenommen.

Engagement mit Zukunft

Die ersten Erfolge des Projekts machen Mut und sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine sichere Zukunft für die Kleinbauern im Hochland von Peru. Weitere 870 Lehrer sollen künftig in neun zusätzlichen städtischen und ländlichen Schulen in der Region Cusco unterrichten.

Außerdem setzen sich die Lehrkräfte bei den peruanischen Erziehungsbehörden gemeinsam dafür ein, dass die neuen Unterrichtsinhalte weite Verbreitung finden. 40 Prozent des Unterrichts soll dabei möglichst schon in naher Zukunft in der Muttersprache Quechua gehalten werden. Ein internationaler Erfahrungsaustausch mit den Schulen und Bildungsorganisationen in Chile, Argentinien und Bolivien ist ebenfalls geplant.