CACLAZ: Coalition Against Child Labour in Zimbabwe

20 Cent pro Packung Afrika Café Pads für die Kinder von Zimbabwe
Weil Kinder die Zukunft dieser Erde sind, beteiligte Alnatura sich von Ende 2012 bis 2014 gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk terre des hommes an einem Hilfsprojekt in Zimbabwe: 350 Kinder sollten aus der Kinderarbeit befreit und zurück in die Schule gebracht werden. 2014 war das Ziel erreicht! Alnatura Kunden haben mit dem Kauf der Alnatura Afrika Café Pads einen wichtigen Beitrag dazu geleistet.

Tag für Tag kämpfen in Zimbabwe Millionen Menschen ums Überleben. Durch die schwierige wirtschaftliche Lage ist das Land seit langem von der Nahrungsmittelhilfe der internationalen Gemeinschaft abhängig. Eine andere schlimme Folge ist die ausbeuterische Kinderarbeit in Zimbabwe: 45 bis 50 Prozent der Kinder in Zimbabwe müssen Geld für ihre Familie verdienen. Kinderarbeit wird hier nicht nur akzeptiert, sondern von den Eltern als notwendig angesehen, Schulbildung dagegen nicht. Entsprechend schlecht ist das Bildungsangebot im Land.

Koalition gegen ausbeuterische Kinderarbeit in Zimbabwe

Um etwas gegen die Ausbeutung von Kindern zu unternehmen, haben sich drei Organisationen des Landes unter einem Dach zusammengeschlossen:

  • die Progressive Teachers Union of Zimbabwe als Vertreterin des Schulwesens,
  • die General Agriculture and Plantation Union aus dem Bereich Landwirtschaft und
  • das African Network for the Protection and Prevention of Child Abuse and Neglect für den Kinderschutz.

Das gemeinsame Ziel der CACLAZ war und ist die vollständige Abschaffung ausbeuterischer Kinderarbeit in Zimbabwe. Ihr Motto lautet "Stop Child Labour – School is the best Place”. Doch wie erreicht man ein so großes Ziel? Die Antwort lautet: in vielen kleinen Schritten. Für den Anfang wählte die CACLAZ den Chiredzi Distrikt im Südosten Zimbabwes aus, um eine kinderarbeitsfreie Zone einzurichten. Hier sollten zunächst 350 der insgesamt 1.500 arbeitenden Kinder zurück in die Schule gebracht werden.

Aufklärung und Bildung für ein besseres Leben

Eine große Herausforderung war zu Beginn des Projekts die Aufklärung aller Beteiligten. Ob Eltern, Kinder, Lehrer, Mitarbeiter von Behörden oder Gemeindevorsteher: Sie alle mussten erst einmal begreifen, dass ein Unterschied besteht zwischen ausbeuterischer Arbeit und sinnvoller Mithilfe der Kinder im Alltag. In vielfältigen Aktionen, Events und Schulungen leistete die CACLAZ unermüdlich intensive Aufklärungsarbeit.

Im nächsten Schritt wurden die Kinder in Übergangsschulen auf den eigentlichen Schulbesuch vorbereitet. Dort erhielten sie Grundwissen in Mathematik und Englisch, es gab Angebote in Sport, Spiel und für kreative Aktivitäten. Jede Menge Anreiz also, um Freude an der Schule zu finden. Bei Bedarf wurden die Kinder auch mit Kleidung und Schulmaterial ausgestattet. War ein Kind nach sechs Monaten noch nicht bereit für die Regelschule, durfte es weiter die Übergangsschule besuchen.

Gemeinsam stark in die Zukunft

90 Prozent aller am Hilfsprojekt beteiligten Menschen im Chiredzi Distrikt kennen heute den Unterschied zwischen ausbeuterischer Kinderarbeit und der sinnvollen Mithilfe der Kinder im Alltag. Vor allem die Gemeindevorsteher konnten überzeugt werden, dass Bildung der Schlüssel zu einer besseren Zukunft für alle ist. Sie sind bei Gemeindetreffen zu wahren Fürsprechern der Kinderrechte geworden. Das ist weit mehr als die CACLAZ je gehofft hatte.

350 Kinder wurden wie geplant aus ausbeuterischer Kinderarbeit befreit und besuchen nun wieder die Schule. Sie lernen fleißig und sind hochmotiviert – meist mehr als jene Kinder, die immer schon die Schule besuchen durften. Insgesamt ist die Schule kinderfreundlicher geworden, denn die CACLAZ hat sich auch gegen körperliche Bestrafung stark gemacht. Eine Befragung unter den Kindern ergab, dass es ihnen heute viel besser geht. Sie haben ihre Würde wiedergefunden, gehen gerne zur Schule und schmieden Pläne für ihre Zukunft, die jetzt viel bessere Aussichten bietet. Das Projektziel wurde erfolgreich umgesetzt.

Lobbyarbeit: Weil Kinder unsere Zukunft sind!

Das Engagement der CACLAZ stellt stets die allgemeinen Kinderrechte in den Mittelpunkt. Noch gibt es in Zimbabwe kein Recht auf freie Bildung und keine Schulpflicht. Das offizielle Arbeitseintrittsalter liegt bei 14 Jahren. Ziel der intensiven Lobbyarbeit der Organisation bleibt daher, die politischen Entscheidungsträger des Landes zum Umdenken zu bewegen.

Auf diesem Weg hat die CACLAZ mit ihrer Arbeit schon sehr viel erreicht: In Zimbabwes neuer Verfassung ist ausbeuterische Kinderarbeit nun als eine Form des Kindesmissbrauchs definiert und verboten. Der Grundstein für eine Gesetzgebung zum besseren Schutz der Kinder ist damit gelegt.

Jetzt gilt es, in den Köpfen aller Beteiligten – von den Kindern und ihren Eltern über die Gemeindevorsteher bis zu den Lehrern – ein neues Verständnis von Bildung zu verankern. Die CACLAZ hat dazu drei Leitsätze formuliert:

  1. Bildung ist der Schlüssel zu einer Zukunft jenseits ausbeuterischer Arbeit.
  2. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung.
  3. Die Eltern, die Institutionen und die Kinder selbst müssen dafür Sorge tragen, dass sie ihr Recht auf Bildung wahrnehmen.

Mit 20 Cent haben Alnatura Kunden viel bewegt

Für die Zukunft wurde in Zimbabwes neuer Verfassung der Grundstein für einen besseren Schutz der Kinder gelegt. Und in den Dörfern haben alle begriffen, wie wichtig die Ausbildung ihrer Kinder in einem lernfreundlichen Umfeld ist. Die Verantwortlichen der Gemeinden renovieren die Schulen. Und die Eltern wissen, dass ihre Kinder dort besser aufgehoben sind als bei der Arbeit. Das Motto der CACLAZ "School is the best Place" hat die Menschen erreicht und auch die Politiker des Landes zum Umdenken bewegt.