Hinter den Kulissen

Alnatura besuchte die Familie Urban auf dem Packlhof und warf einen Blick hinter die Kulissen des Fleisch- und Wurstlieferanten.

Neugierig kauend kommen sie näher. Als Städterin ohne Kuherfahrung auf der Weide erscheinen einem die braun-weißen Rinder dann doch recht groß, vor allem die mit den Hörnern. Man achtet auf genügend Abstand, auch wenn die Bäuerin und der Bauer dabei sind. "Wir haben rund 70 Pinzgauer Rinder", erklärt Bio-Bauer Hans Urban. "80 Prozent davon sind durch Züchtung hornlos. Wir setzen die Tiere nicht der schmerzhaften Enthornung aus, die meisten kommen schon ohne oder mit kleinen Hörnern auf die Welt."

Hier auf diesem oberbayerischen Bilderbuch-Bauernhof, der seit vielen Generationen Packlhof heißt, begann die Geschichte der Metzgerei Packlhof, die in den 1980er-Jahren noch direkt am Hof ansässig war. 2006 bauten die Urbans ein paar Kilometer weiter ein neues Gebäude, in dem die Metzgerei – die in der Zwischenzeit ziemlich gewachsen war – und ein eigener Bio-Hofladen mit Bistro Platz fanden.

Die Metzgerei

Heute beschäftigt die Packlhof-Metzgerei 44 Mitarbeiter. Geführt wird sie noch immer von Josef Urban, der als gelernter Landwirt mit der Wurstherstellung vor mehr als 30 Jahren begann. Von Anfang an ein Bio-Betrieb, zertifiziert von Bioland.

So auch der Hof, der von Sohn Hans Urban und dessen Frau Katharina weitergeführt wird. 63 Hektar Wald- und Weideland für die Rindermast nennen die Urbans ihr Eigen, dazu kommt noch der Hof mit zwei großen Häusern, dem Rinderstall, umgeben von 2 Hektar Hoffläche mit über 50 alten Apfel- und Birnbäumen. Sechs Bienenvölker, eine Handvoll Hühner und die traumhafte Landschaft unweit des Starnberger Sees machen die Idylle perfekt.

Auf dem Hof leben vier Generationen zusammen. Auch in der Metzgerei geht es familiär zu: Regina Urban, die Ehefrau von Josef Urban sowie deren Tochter Kathrin Holzmayr und ihr Mann Florian Holzmayr arbeiten Vollzeit im Betrieb. Sophia Holzmayr, mit zwei Jahren das jüngste Familienmitglied, unterstützt Mama und Oma aktiv im Büro mit fiktiven Telefonaten. Florian Holzmayr, gelernter Metzgermeister und Betriebsleiter, führt unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften durch die Produktion. Angefangen beim Aufschneiden und Portionieren des Entrecote, der Qualitätskontrolle beim Hackfleisch über die Zubereitung der Wurstmischung für die Kaminwurz’n bis zum Schneiden und Abpacken der Mortadella präsentiert sich ein hochmodern ausgestatteter Fleischverarbeitungsbetrieb, bei dem aber noch immer das klassische Metzger-Handwerk zählt. Anders als bei konventionellen Wurstwaren sehen die Wurst-Rezepturen von Packlhof keine Verwendung von Nitritpökelsalz, Nitraten, Konservierungsstoffen oder sonstigen Zusatzstoffen vor.

Langjährige Partner

Schwiegersohn Florian Holzmayr ist gelernter Metzgermeister und leitet den Betrieb.

Götz Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura, haben die bayerischen Wurstspezialitäten von Josef Urban vor mehr als 25 Jahren auch geschmeckt, als er sie bei einer Verkostung zufällig entdeckte. Inzwischen führt Alnatura mehr als 60 Packlhof-Produkte im Sortiment. Seit 20 Jahren beliefert Packlhof die Alnatura Filialen exklusiv.
Josef Urban freut sich über die Entwicklung. »Man kann schon sagen, dass wir als langjähriger Partner gemeinsam mit Alnatura gewachsen sind.« Zwischen 40 und 50 Bioland-zertifizierte Bio-Bauern aus Bayern beliefern die Packlhof-Metzgerei mit ihrem Fleisch. Geschlachtet werden die Tiere an zwei bayerischen Standorten: in Fürstenfeldbruck und in Kulmbach. »Damit der Lebendtransportweg der Tiere möglichst kurz ausfällt«, betont Florian Holzmayr. »Wir verarbeiten das Fleisch von Tieren und das heißt, dass es uns nicht egal ist, wie sie gehalten wurden.« Unabhängig von der Empathie für die Lebewesen bedeutet Tierwohl auch eine bessere Fleischqualität. Zum Beispiel setzt Katharina Urban, die sich um die Fütterung und Pflege der Rinder kümmert, auf homöopathische Behandlungsmethoden, sodass sich der Einsatz von Antibiotika vermeiden lässt. Morgens und abends versorgt sie die Tiere mit Futter, streut Heu ein, mistet den Stall aus, der im Sommer lediglich den hochträchtigen oder abgekalbten Muttertieren mit ihrem Nachwuchs als Unterschlupf dient. Ihre drei Söhne Jakob, Simon und Benedikt wachsen auf dem Packlhof gemeinsam mit den Tieren, den Urgroßeltern, Großeltern, Tante, Onkel und Cousine auf. Angst vor den Kühen hat keiner, Respekt vor den Tieren schon.

Kurz gefasst

  • Alnatura Partner seit 1992, Familien-Betrieb seit 1981
  • Beliefert alle Alnatura Filialen
  • Bio-Betrieb seit 1981 (Landwirtschaft)
  • Bioland-Metzgerei seit 1987
  • Bauer/Metzger Josef Urban