02.01.2010

Zitruskrankheit bedroht Bio-Orangen

Eine bakterielle Pflanzenkrankheit dezimiert derzeit weltweit die Bio-Orangenbestände. Es gibt daher immer weniger Bio-Orangensaft.

 

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„Citrus Greening“ ist der Schrecken eines jeden Orangenbauern. Hinter dem freundlich klingenden Begriff verbirgt sich eine der schwersten Krankheiten, die einen Orangenbaum befallen kann. Ausgelöst wird sie durch ein Bakterium, das Blattflöhe von Baum zu Baum tragen. Für den Menschen birgt diese Pflanzenkrankheit keine gesundheitlichen Gefahren.

Befallene Pflanzen zeigen häufig über Jahre hinweg keine Symptome. Erste Anzeichen dafür, dass ein Baum von Citrus Greening betroffen ist, sind gelbe Stellen am Stamm, später auch an den Blättern. Schließlich bringt die Pflanze deutlich geringere Erträge. Die Früchte, die der erkrankte Baum trägt, sind klein, häufig unförmig und tragen grüne Flecken – daher der Name der Krankheit. Sie schmecken bitter, sauer, sind ungenießbar. Der betroffene Baum kann nicht gerettet werden. Erkrankte Pflanzen müssen gerodet und verbrannt werden, um eine Übertragung auf gesunde Bäume einzugrenzen.

Zum ersten Mal aufgetreten ist Citrus Greening im späten 19. Jahrhundert in China, wo die Krankheit als „Gelber Drache“ oder Huanglongbing bezeichnet wird. Von China aus bahnte sich die Krankheit ihren Weg nach Afrika, Nord- und Südamerika. Seit einigen Jahren werden die Orangenbäume im „Zitrusgürtel“ um São Paulo in Brasilien von der verheerenden Pflanzenkrankheit bedroht. Von hier stammte bislang der überwiegende Teil der Rohware für den Alnatura Orangensaft.

Im Jahr 2008 stieg die Zahl der Krankheitsfälle immens, so dass Citrus Greening mittlerweile zu einer ernsten Existenzbedrohung für die dortigen Landwirte, vor allem ökologisch wirtschaftende, geworden ist. Geschlossen entschieden sich die Bio-Orangenbauern des brasilianischen Zitrusgürtels im Sommer 2009 daher für eine Rück-Umstellung auf konventionellen Anbau. Der erlaubt - anders als der Bio-Anbau - die Ausbringung von Insektiziden,  mit denen die Landwirte dem Überträger der Krankheit zu Leibe rücken und ihren Pflanzenbestand schützen wollen.

Entsprechend ist das Angebot an Bio-Orangen dramatisch geschrumpft. Dies wirkt sich auch auf die verarbeiteten Produkte, wie Bio-Orangensaft, aus.