Zart besaitet
Sensible Haut fühlt sich oft trocken oder gereizt an. Sie besitzt nicht genügend Feuchthaltefaktoren und der Mangel an Feuchtigkeit macht sie porös und empfänglich für schädliche Einflüsse. Deshalb braucht empfindliche Haut besondere Pflege. Allerdings nicht möglichst viel, sondern möglichst natürlich.
Gehören Sie auch zu den Dünnhäutigen? Ob Kälte, Hitze, Stress oder falsches Essen – sofort reagiert Ihre Haut gereizt, fängt an zu spannen, juckt und rötet sich. Ein kleiner Trost: Nahezu die Hälfte aller Frauen hat Probleme mit sensibler Haut. Wissenschaftler beobachten, dass diese Probleme stetig zunehmen. Woran es genau liegt, weiß man nicht, doch allein die Tatsache, dass manche Kosmetika inzwischen über 80 Inhaltsstoffe enthalten, lässt ahnen, dass falsche Pflege mit zu den Ursachen der Empfindlichkeit zählt.
Zu wenig Feuchtigkeit macht die Haut porös. Sensible Haut ist besonders zart, denn sie hat eine extrem dünne Hornschicht. Weil sie zu wenig Talg produziert und nicht genügend hauteigene Feuchthaltefaktoren besitzt, fehlt ihr die Kraft, sich gegen Angriffe zu wehren. Denn der Verlust an Feuchtigkeit macht sie porös und empfänglich für schädliche Einflüsse. Gleichzeitig reagiert sie aufgrund ihrer hypersensiblen Nervenenden überempfindlich auf unterschiedlichste Reize. Verständlich also, dass sensible Haut eine besondere Pflege braucht. Falsche oder übertriebene Pflege nimmt empfindliche Haut besonders übel. Je weniger Inhaltsstoffe die Pflegeprodukte enthalten, desto geringer ist das Risiko, dass die Haut gereizt reagiert. Duftstoffe sollten Sie möglichst ganz meiden. Zur Gesichtsreinigung, um das Make-up zu entfernen, genügt eine milde Pflege, zum Beispiel mit Milch oder Öl, ansonsten reicht lauwarmes Wasser. Peelings – egal ob sie chemisch (z. B. durch Fruchtsäure) oder mechanisch (etwa durch Körnchen) wirken – sind ungeeignet für empfindliche Haut. Wollen Sie dennoch ab und zu Ihr Gesicht intensiver reinigen, empfiehlt sich eine Gesichtsbürste mit ganz weichen Borsten, die die Haut sanft massieren. Vorsicht auch mit zu viel Wasser: Vor allem heißes Baden kann Irritationen hervorrufen. Es öffnet die Poren, spült die Fette aus der Haut und weicht die ohnehin dünne Schutzschicht noch mehr auf. Eine ähnliche Wirkung hat Gesichtswasser mit Alkohol. Schäumende Waschlotionen oder Seife können ebenfalls empfindlicher Haut zusetzen, da die darin enthaltenen Tenside (Schaummacher) den Säuremantel angreifen. Naturkosmetik ist dagegen gut verträglich, denn sie pflegt ganz ohne chemisch-synthetische Substanzen und verzichtet auf Konservierungsstoffe, die allergenes Formaldehyd abgeben können, oder Parabene, die im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. Ebenfalls tabu sind die in konventionellen Kosmetika üblichen Paraffine, Silikone und andere Erdölprodukte, die sich wie ein Film auf die Haut legen und sie nicht mehr richtig atmen lassen.
Auf die richtigen Wirkstoffe kommt es an. Was empfindliche Haut braucht, sind nicht viele, sondern die richtigen Wirksubstanzen. Die sollen vor allem beruhigen, Entzündungen vorbeugen und nachhaltig Feuchtigkeit spenden. Das können zum Beispiel Wirkstoffe aus Essenzen von Echiumöl und Sonnenblumenöl, kombiniert mit Sheabutter und Mandelprotein sein. Zu den sanften Schönmachern von Mutter Natur gehört auch Avocadoöl mit natürlichem Vitamin A und E. Hautcremes mit Avocadoöl dringen besonders gut in die Hornschicht ein und besitzen darüber hinaus exzellente glättende Eigenschaften. Besonders spröde, reife und trockene Haut kann durch Avocadoöl wieder mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was das Hautbild verfeinert. Viele Naturkosmetikhersteller bieten überdies spezielle Linien für sensible Haut an. Da nicht konservierte Kosmetika leicht verderben, sollten Sie die Produkte kühl lagern und möglichst rasch verbrauchen, um Ihre Haut nicht mit Keimen zu belasten.
Körperliche Entspannung zur Beruhigung der Haut Nicht nur von außen, auch von innen können Sie etwas zur Beruhigung Ihrer empfindlichen Haut tun. Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und vermeiden Sie nach Möglichkeit reizauslösende Nahrungsmittel, wie Kaffee, schwarzen Tee, Cola und Alkohol. Auch Nikotin ist Gift für die Nerven und für den Teint. Nehmen Sie sich bewusst Zeit zur Entspannung, zum Beispiel mit Yogaübungen oder autogenem Training. Atemübungen und ein Spaziergang an der frischen Luft sind zusätzlich Balsam für Haut und Seele.