28.12.2009

Öko-Waschmittel

Nicht nur sauber, sondern auch umweltschonend.

 

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Dem modernen Anspruch an Sauberkeit gerecht zu werden, ohne in einen Hygienewahn zu verfallen, setzt sich Waschmittelhersteller ECOVER zum Ziel. Zweite Maxime der Belgier: Die Produkte sollen der Umwelt so wenig wie möglich schaden. Das beginnt beim Anbau der Rohstoffe, gilt für die Produktion und geht bis hin zu Verpackung und Versand. Aber kann man mit ökologischen Mitteln gute Leistungen erzielen? Pioniere wie ECOVER beweisen, dass es funktioniert.

 

 

ECOVER kurz gefasst
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1980 Kurz nach Ölkrise und Unfall im Kraftwerk Harrisburg entwickelt Frans Bogaerts das erste phosphatfreie Waschpulver und gründet ECOVER in Belgien. / 1989 ECOVER bringt erstmals Produkte in Deutschland und den USA auf den Markt. / 1993 ECOVER wird wegen herausragender Verdienste um den Schutz der Umwelt in die »Global 500 Roll of Honour« des Umweltprogramms der Vereinten Nationen aufgenommen. / 2000 Seither erfüllt ECOVER die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001. / 2007 öffnet die zweite Fabrik in Boulogne-Sur-Mer, Frankreich. / 2008 Geschäftsführer Mick Bremans wird vom Time Magazine als »Hero of the environment« gewürdigt und ECOVER Mitglied im Roundtable on Sustainable Palm Oil (nachhaltiger Anbau von Ölpalmen). / 2010 wird ECOVER 30 Jahre alt und hat rund 150 Mitarbeiter.

 

 

 


Ästhetik in der Fabrik

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Wenn man ökologische Reinigungsprodukte herstellt, dann konsequenterweise in einer Öko-Fabrik. Das hat man sich bei ECOVER ganz offensichtlich zu Herzen genommen, als Anfang der 90er-Jahre im beschaulichen Malle bei Antwerpen die Fabrik gebaut wurde. Automatisch schweift der Blick zuerst nach oben. Mächtige Schichthölzer aus Kiefern bilden das tragende Gewölbe für die riesige Halle. Dazwischen ein Profil aus Dachplatten, die teilweise aus Holzresten bestehen. Die gemauerten ziegelroten Wände wirken nicht nur warm, sondern isolieren auch tatsächlich gut. Zugleich lassen sie das Gebäude atmen, was ein Außenputz aus plastischem Graskalk unterstützt.

 


Visual Concept Manager Peter Malaise
Concept Manager Peter Malaise wirkt ebenso stolz auf die Produkte wie auf das baubiologische Arbeitsumfeld. ECOVER produziere jährlich 32.000 Tonnen Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel, da gehöre eine optimale Nutzung von Energiesparpotenzialen zu den Grundvoraussetzungen. Beispielsweise durch das 6.000 m² große Gründach, worauf zahlreiche Pflanzen wachsen. Die speichern Regen wasser und geben es bei Trockenheit wieder ab, wobei die entstehende Ver dampfungskühle praktischerweise zugleich die Temperatur in der Halle senkt – das Thermometer steigt nicht über 26 Grad. Auch im Winter wird es dank Erdgas-Wärmestrahlern nie so kalt, dass die Maschinen – vermutlich ebenso wenig die Arbeiter – streiken. Und das alles ohne Klimaanlage oder Heizung.

 


Visual Die Etiketten der Spülmittel bestehen aus dem gleichen Kunststoff wie die Flaschen, das vereinfacht das Recycling.
»Die Produktion läuft rund um die Uhr, an fünf Tagen in der Woche«, sagt Malaise. Leere Flaschen sausen derweil durch ein Metallkarussell, werden über Düsen mit Spülmittel gefüllt, passieren eine pfiffige Verdeckelung und erreichen die Etikettierstation. Die Etiketten bestehen übrigens aus dem gleichen Kunststoff wie die Flaschen. Dadurch werde das Recycling wesentlich einfacher, erklärt Malaise. Immer wieder macht der Mann mit dem gezwirbelten Schnauzbart auf Punkte aufmerksam, an denen sich solche nachhaltigen Technologien zeigen. Mal sind es die Versandkartons, die vom Hersteller zurückgenommen und im Kreislaufsystem erneut eingesetzt werden, und mal die eigene Kläranlage direkt hinter der Halle. Der Weg dorthin führt an dem Bereich für Waschpulver und Tabs vorbei. Riesige Kessel und zylindrische Mischer füllen den Raum, ebenso Rohre, Kontrollanzeigen und Entnahmestellen. »Für die Proben, die regelmäßig gezogen werden und ins Labor gehen – wie im Käserei-Kessel«, wirft Malaise ein und schmunzelt. Die ausgeklügelte Rezeptur, die hinter jedem einzelnen Produkt steckt, ist freilich nicht sichtbar.

 


»Bombastische« Leistung

Visual In der grossen Produktionshalle mit den langen Fließbändern gibt es immer wieder Entnahmestellen für die Proben, die dann ins Labor gehen und dort untersucht werden.
ECOVER gehört zu den wenigen Unternehmen mit eigener Entwicklungsabteilung. Ein großer Teil der mittlerweile rund 30 verschiedenen Wasch- und Reinigungsmittel für den Privathaushalt hat dort seine Geburtsstätte. Dazu kommen etwa doppelt so viele für den gewerblichen Bereich und einige Kosmetikprodukte. Jüngste Ergebnisse der Forschungsarbeit von Leiter Dirk Develter und seinem Team sind die Bio-Tenside. Tenside sind oberflächenaktive Substanzen, die aus einem wasserlöslichen und einem fettlöslichen Teil bestehen und damit bewirken, dass zum Beispiel Öl in Wasser gelöst werden kann. Tenside werden üblicherweise unter extremen Bedingungen aus petrochemischen Rohstoffen gewonnen. Reinigen können sie gut. Jedoch hinterlassen sie umweltschädliche Abbauprodukte. ECOVER verwendet seit jeher Tenside aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen, die rein biologisch zu Wasser, Kohlenstoff und Mineralien abgebaut werden. Bisher mussten auch die Belgier viel Energie zur Herstellung aufwenden. Hier liegt der große Fortschritt: Die eingesetzten Zucker und Öle wie Rapsöl können treibstoffsparend aus Europa bezogen werden. Aus ökologischem Anbau stammen sie nicht. Malaise stellt dazu fest: »Bio-Produkte sollen zuerst den Nahrungsmitteln vorbehalten bleiben.« Mit Hilfe der Hefe Candida bombicola verbinden sich die wasserlöslichen Zucker und das unlösliche Öl miteinander, und zwar bei 30 Grad und normalem Druck. ECOVER versetzt vier Reinigungsmittel mit den hautfreundlichen, höchst effektiven Bio-Tensiden: Glas-, Universal-, Allzweckund Kraftreiniger für den Backofen. Erstmal, denn wie Malaise philosophiert: »Nachhaltigkeit ist kein Ziel, sondern Werkzeug. Eine nie endende Reise.«

››› Bettina Pabel, freie Journalistin

Mehr Informationen zu ECOVER finden Sie unter www.ecover.com/de

 

 

Vorteile ökologischer Reinigungsmittel
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Über die Wäsche, über Spülen und Reinigen gelangen Wasch-, Putz und Reinigungsmittel auf die Haut. Ebenso wenig wie diese soll auch die Umwelt leiden. Immerhin verbraucht jeder Deutsche im Durchschnitt allein acht Kilo Waschmittel im Jahr, das ergibt insgesamt über 600.000 Tonnen. Dazu kommen Übermengen Geschirrspülmittel und Haushaltsreiniger. Die Zutatenlisten sind lang, u. a. Tenside, Stellmittel, Gerüststoffe, Komplexbildner, Bleichmittel, Enzyme, Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe. Zum Schutz der Umwelt lohnt sich die Suche nach Alternativen wie ökologischen Wasch-, Spül- und Reinigungsmitteln. Diese bestehen aus Tensiden auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzenölen, Zuckerstoffen, mineralischen Substanzen wie Zeolithen oder Salzen organischer Säuren.

 

 

 

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