30.05.2007

Was tun gegen den Klimawandel?

Das „IPCC“ war bis vor Kurzem in der Öffentlichkeit nicht bekannt. „IPCC“ steht für „Intergovernmental Panel on Climate Change“; ein Gremium von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt, das seit fast 20 Jahren die Klimasituation auf der Erde analysiert.

 

Quelle: www.oekolandbau.de / Copyright BLE 2002-2005 / D. Menzler

Der vor Kurzem erschienene zweite Teil des UN-Klimaberichts hat endlich deutlich gemacht: Wirtschaften ohne Respekt vor Mensch und Erde führt zu Wasserknappheit, Missernten und damit zu Armut für drei Milliarden Menschen.

Interessant an der aktuellen Diskussion ist nicht nur die Tatsache, dass die Wissenschaftler heftig darüber streiten, um wie viel Grad die Erde sich in den nächsten Jahren erwärmen wird. Es wird auch darüber debattiert, ob und – wenn ja – in welchem Umfang es die Menschen selbst sind, die die beobachtete Erwärmung der Erde verursachen.

Wir Menschen bedürfen der Erde und ihrer Früchte. Ohne die Erde ist die menschliche Existenz nicht vorstellbar. Jede menschliche Handlung verändert die Umwelt und verwandelt damit die Erde und ihre Situation. Wir sind immer Verursacher der jeweiligen Umweltsituation! Die Kernfrage ist jedoch, mit welcher Absicht benutzen oder verbrauchen wir die Erde. Ist es unser Ziel, den Menschen bei seiner wesentlichen Aufgabe, bei der Verwirklichung seiner Individualität, zu fördern? Oder geht es uns nur darum, mit „Materie“ Gewinne zu erzielen? Die wesentliche Frage lautet: Dient die Wirtschaft dem Menschen oder dient der Mensch der Wirtschaft? Solange wir unsere Fähigkeiten nur zum Erreichen von physischem Wohlstand einsetzen, wird sich die Gesamtsituation kaum ändern.

Es ist geradezu tragisch, dass wir Menschen uns durch unsere eigenen Aktionen den Lebensraum Erde als Basis selbst entziehen. Wir zerstören unsere eigene Lebensgrundlage. Dass das keinen Sinn hat, wird von immer mehr Menschen erlebt. Auch zeigt uns die Beobachtung unserer Möglichkeiten, dass wir Menschen auch anders können. Wir können freiwillig Entschlüsse fassen; wir können uns darum bemühen, ganzheitlich zu denken und sinnvoll zu handeln. Dafür brauchen wir keine Gesetze, sondern Einsichten, Mut und Beharrlichkeit.

Auf diesem Wege können wir auch die Klimasituation auf der Erde positiv beeinflussen. Zum Beispiel stammen 14 Prozent aller Treibhausgase aus der Agrarindustrie. Die Emissionen sind zwischen 1970 und 2004 um 27 Prozent gewachsen. Aus dem Düngemitteleinsatz und der Biomasseverbrennung stammt Lachgas, aus der Viehhaltung Methan. Die Prognose bis 2030 ist dramatisch: 60 Prozent mehr Methan und Lachgas durch steigende Nutztierhaltung und durch zunehmenden Stickstoffdüngereinsatz.

Der biologische Landbau mit seiner möglichst geschlossenen Kreislaufwirtschaft ist der „Gegenentwurf“ zum Konzept der agrarindustriellen Produktion: Landwirtschaft für Menschen mit Respekt für Erde und Kreatur. Deshalb können wir durch den Einkauf von Bio-Lebensmitteln unsere Klimasituation positiv beeinflussen.
Wir müssen nicht den Eindruck haben, dass wir unsere Verhältnisse nicht ändern können. Nicht Gott und auch keine außerirdische Kraft verwandelt die Lage der Erde. Wir Menschen gestalten die Welt und schaffen mit unserem Tun den Handlungsrahmen für die Zukunft. Wir selbst sind die Boten unseres Schicksals. Die begeisternde Aufgabe ist die Verwandlung der Erde im Sinn einer Ästhetisierung. Nur wir Menschen können die Natur so verwandeln, dass sie ihr Wesen besser zeigen und entfalten kann, als sie es ohne unseren Beitrag vermag. Erst da sind wir ganz Mensch und gestalten eine Welt mit menschlichem Antlitz.

 


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Für diese wichtige Aufgabe sind wir bei Alnatura engagiert. Unsere Arbeitsgemeinschaft umfasst schon mehr als eintausend Menschen. Woche für Woche stoßen neue Kolleginnen und Kollegen zu uns, um unsere Leistungen für Mensch und Erde zu verbessern und zu veredeln.

Dr. Götz E. Rehn