Warum Bio nachhaltig gut ist

Nachhaltigkeit – jeder spricht davon. Nachhaltigkeit ist „in“. Aber was ist das eigentlich?

 

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Der Begriff wurde schon 1713 von dem deutschen Forstwirt Hans Carl von Carlowitz geprägt: Nur so viel Holz sollte dem Forst entnommen werden, wie auch wieder nachwächst, damit die Vorräte nicht erschöpft würden und ein nachhaltiges, d. h. fortdauerndes Nutzen der Ressource möglich ist. Ein einleuchtendes Konzept, dem jeder sofort zustimmt. Warum ist es dann so schwierig, nachhaltig zu leben und sich so zu verhalten, dass man die Grundlagen der eigenen Existenz nicht verzehrt, sondern sie zugleich nutzt und erhält?


Es ist zunächst eine Bewusstseinsfrage, sich klarzumachen, dass unsere Erde und ihre Ressourcen endlich sind und dass die Art und Weise, wie wir heute zumeist damit umgehen, ausbeutend und zerstörerisch ist. Das Thema Nachhaltigkeit ist sehr komplex. Vielleicht schreckt man deshalb davor zurück, sich damit zu befassen und anzufangen mit einem nachhaltigeren Lebensstil. Man könnte zum Beispiel einmal weniger ins Flugzeug steigen, man könnte beim Kauf von Maschinen und Geräten auf besonders verbrauchsarme, recyclingfähige Modelle achten (weitere Tipps unter www.ews-schoenau.de). Man könnte Papier aus Recycling oder Holz und Papier aus nachweislich nachhaltig bewirtschafteten Quellen (zertifiziert durch FSC oder PEFC) nutzen. Schließlich könnte man sich vermehrt mit regional erzeugten, in die Saison passenden und biologisch produzierten Lebensmitteln ernähren.

 


Bio-Landwirtschaft ist nachhaltig

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Bio-Landbau stellt den Idealtyp einer nachhaltigen Agrikultur dar. In der Landwirtschaft produziert nicht der Mensch, sondern Pflanzen und Tiere. Wenn wir die Natur, insbesondere die Böden pfleglich behandeln, wie es das erklärte Ideal des Bio-Landbaus ist, dann ist die Produktivität der Natur potenziell unendlich. Pflanzen, unsere Nahrung, bilden ihre Substanz an der unerschöpflichen Energiequelle Sonnenlicht aus Wasser und CO2 (Photosynthese). Pflanzen binden das für die Erdatmosphäre schädliche CO2. Landwirtschaftliche Nutztiere, insbesondere Rinder und andere Wiederkäuer, fressen Gras und „veredeln“ es zu wertvollen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Milch.

Die vielgliedrigen Fruchtfolgen der Bio-Landwirtschaft wechseln zwischen Nahrungs- und Futterpflanzen ab. Diese Bodennutzung meidet Einseitigkeiten. Die Ausscheidungen der in maßvollen Zahlen gehaltenen Tiere sind wertvoller Dünger, der für die Bodenfruchtbarkeit wichtig ist. So nutzt die Bio-Landwirtschaft die nicht vermehrbaren Ressourcen Boden, Wasser und Luft verantwortlich, ohne sie zu zerstören.

Bio-Landwirte verzichten auf den Einsatz von Stoffen (chemischer Pflanzenschutz) und Techniken (Gentechnik), die für die Gesundheit von Mensch und Erde riskant sind. Synthetische Pestizide und Herbizide verwenden sie nicht. Mineralischer Stickstoffdünger, der das pflanzliche Wachstum und das Bodenleben stark verändert, kommt nicht zum Einsatz. Gentechnisch veränderte Organismen sind ausgeschlossen. Nützlinge - etwa Regenwürmer, Insekten, Vögel, Kleinsäuger - werden geschont. Tierhaltung erfolgt im Bio-Landbau konsequent flächengebunden und artgerecht.

 


Bio ist gut für das Klima

Durch organische Düngung und vielseitige Fruchtfolgen, durch bodengebundene Tierhaltung mit überwiegend betriebseigenem Futter pflegt die Bio-Landwirtschaft konsequent die Böden, insbesondere ihren Humusgehalt. Humusreicher Boden erodiert nicht, und er bindet CO2, anstatt es in die Atmosphäre zu entlassen. Weil Bio-Bauern keinen mineralischen Stickstoffdünger brauchen, verhindern sie die damit einhergehenden klimaschädlichen Auswirkungen auf den globalen Stickstoffkreislauf. Umfassende Informationen bietet unter anderem die Bioland-Publikation „Klimaschutz & Biolandbau in Deutschland“.

 


Bio ist gut für Wasser und Boden

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Vielfältige Fruchtfolgen und organische Düngung pflegen das Bodenleben und fördern die Bodenfruchtbarkeit. Sie verhindern einseitigen Nährstoffverbrauch und den Aufbau von großen Schädlingspopulationen.

Weil in der Bio-Landwirtschaft kein mineralischer Stickstoffdünger eingesetzt wird, entstehen nicht die typischen, nur flach durchwurzelten, erosionsgefährdeten Böden, sondern tiefgründige, gut durchwurzelte Böden. Sie zeichnen sich durch eine hohe Wasseraufnahmekapazität aus. Solche Böden speichern das Wasser besser als agrarindustriell bewirtschaftete; so helfen sie den Pflanzen durch Trockenperioden.

Weil die Bio-Landwirte nicht mit chemischen Mitteln gegen unerwünschte Organismen oder Pflanzen vorgehen, gelangen keine Giftstoffe in Boden, Wasser oder Luft. Wasserwerke in vielen Gegenden Deutschlands fördern daher Bio-Bauern, denn sie helfen, Reinigungs- und Filteraufwand für unser Trinkwasser zu sparen.

 


Bio ist gut für Pflanzen und Tiere

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Flora und Fauna, die die Bio-Landwirtschaft begleiten, sind besonders vielfältig. Diversität garantiert die Stabilität von Lebensräumen, sodass sie unterschiedlichste Wetter-, Temperatur und Feuchtebedingungen abpuffern. Für die Bauern bedeutet Diversität verlässliche Erträge.

Tiere werden in der Bio-Landwirtschaft artgerecht gehalten. Ihre Bestände sind eher klein, es gibt keine Massentierhaltung. Die Stallflächen sind großzügig bemessen; die Tiere haben regelmäßig Auslauf. Nach der Anwendung von Medikamenten, wenn doch einmal ein Tier erkrankt, muss mit der Vermarktung der Produkte doppelt so lange gewartet werden, wie sonst vorgeschrieben.

 


Bio ist gut für die Menschen

Wo keine Agrochemikalien angewandt werden, kann es keine Rückstände von diesen Giften geben. Jahr für Jahr belegt der Öko-Monitoring-Bericht der Lebensmittelbehörde CVUA in Stuttgart, dass Bio-Produkte erheblich seltener und mit weniger Rückständen aus der Agrochemie belastet sind als konventionelle Erzeugnisse.

Weil die Bio-Landwirtschaft auf treibende Düngemittel, insbesondere auf mineralischen Stickstoff verzichtet, lagern die Pflanzen weniger Wasser ein. Sie weisen dadurch oft höhere Konzentrationen an Mineralien, Vitaminen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen auf. Das sind beispielsweise Antioxidanzien und Flavonoide. Sie sind - das wird wissenschaftlich immer besser verstanden - wesentlich für eine ausgewogene Ernährung und den Geschmack der Produkte (umfassende Info unter: www.fibl.org, Stichworte „Lebensmittelqualität“ oder „QLIF“).

 


Bio können Sie vertrauen

Die Bio-Landwirtschaft entstand in den 1920er-Jahren parallel in Deutschland und England in der Zusammenarbeit von Bauern, Wissenschaftlern und Ärzten. Zunächst formulierten die Bauern selbst die Regeln für ihre Arbeit. Seit 1991 ist die Bio-Landwirtschaft in Europa gesetzlich geregelt (Infos z. B. Broschüre EU-Verordnung Ökologischer Landbau auf www.umwelt.nrw.de).

Alle Bio-Betriebe werden regelmäßig durch unabhängige Öko-Kontrollstellen, die staatlich anerkannt und überwacht sind, auf Einhaltung der Regeln geprüft. Die Kontrollstelle des Betriebes steht auf jedem Bio-Produkt. Die Bio-Unternehmen lassen ihre Produkte regelmäßig laboranalytisch auf mögliche Rückstände und Schadstoffe prüfen.

Der Markt der Bio-Erzeugnisse wächst kontinuierlich, in Deutschland hatten sie im Jahr 2009 einen Marktanteil von vier Prozent. 20.000 Bauern arbeiten hier biologisch. Sie bewirtschaften eine Million Hektar Land. In der deutschen Bio-Lebensmittelwirtschaft finden 170.000 Menschen eine sinnvolle Arbeit (weitere Informationen unter www.oekolandbau.de/verbraucher/wissen/).