Übergewicht

 

Verführerisch leckere Chips, aber kalorienreich und bei ständigem Verzehr verantwortlich für so manches Pfund zuviel (Quelle: www.oekolandbau.de / Copyright BLE 2002-2005 / D. Menzler)
Bei Übergewicht ist die Körpermasse durch Vermehrung des Fettanteils über das Normalmaß hinaus erhöht. Liegt ein starkes Übergewicht mit krankhaften Auswirkungen vor, spricht man von Adipositas. Es gab in der Vergangenheit verschiedene Modelle zur Bewertung des Körpergewichts. Heute wird international meist der sog. Body-Mass-Index (BMI) eingesetzt, der sich aus dem Köpergewicht in Kilogramm geteilt durch die quadrierte Körpergröße in Metern berechnet:

BMI = Köpergewicht (kg) / Köpergröße (m)².

Das Körpergewicht wird anhand einer Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beurteilt:
Untergewicht: BMI < 18,5
Normalgewicht: BMI 18,5-24,9
Übergewicht: BMI 25-29,9
Adipositas Grad I: BMI 30-34,9
Adipositas Grad II: BMI 35-39,9
Adipositas Grad III: BMI ≥ 40

Dieser Wert alleine ist jedoch nicht immer aussagekräftig. Das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse variiert. So kann ein durchtrainierter Leistungssportler durch seine große Muskelmasse sehr schwer sein und einen hohen BMI haben, wohingegen ein schlanker, unsportlicher Mensch bei gleicher Körpergröße und deutlich geringerem Gewicht dennoch eine zu hohe Fettmasse aufweisen kann. Daher wird häufig zusätzlich der Bauchumfang als Maß für die Fettverteilung herangezogen. Als erhöht gilt bei Frauen ein Bauchumfang ab 80 cm, bei Männern ab 92 cm.

Etwa ein Fünftel der Deutschen gilt als krankhaft übergewichtig bzw. adipös mit einem BMI über 30. Insbesondere die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder steigt durch unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel an. Übergewicht entsteht dann, wenn über längere Zeit die Kalorienaufnahme den Energiebedarf des Körpers übersteigt. Einflussfaktoren auf das Körpergewicht sind:
• Energiehaushalt des Körpers
• soziokulturelle Umwelt
• genetische, d. h. erbliche Einflüsse
• körperliche Bewegung

Gewichtsreduzierung
Radikale Diäten zur Gewichtsreduktion zeigen in den seltensten Fällen langfristige Erfolge. Vielmehr verursachen sie den sog. Jojo-Effekt: Auf eine Gewichtsabnahme folgt wieder eine Zunahme, häufig über das Ausgangsgewicht hinaus. Um das Gewicht sinnvoll zu reduzieren, wird eine dauerhafte Ernährungsumstellung empfohlen. Hilfreich sind die „10 Regeln der DGE“ (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, siehe unten). Sport unterstützt das Abnehmen, denn durch körperliche Betätigung baut der Körper Muskelmasse auf. Muskeln verbrauchen mehr Energie als die Körperfettmasse, der Energieumsatz des Körpers steigt.

Es ist sinnvoll, vor einer geplanten Gewichtsreduktion mit dem Hausarzt zu sprechen, der wertvolle Tipps geben kann und professionelle Ernährungsberater kennt.

Keinen Sinn macht es, sich selbst nicht zu bewältigende Regeln aufzuerlegen ("Nie wieder Schokolade!"). Diese können nur sehr schwer eingehalten werden und führen oft nur zu Frust. Kleine Sünden hin und wieder beeinträchtigen das langfristig angelegte Abnehmen nicht, wenn generell auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird.

Einige kleine Tipps erleichtern das Abnehmen, zum Beispiel:
• Vor dem Essen langsam ein Glas Wasser trinken.
• Langsam essen und genießen, jeden Bissen gut kauen.

Quellen
aid Infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
www.was-wir-essen.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung
www.dge.de

Schweizerische Gesellschaft für Ernährung
www.sge-ssn.ch