Traditionssafthersteller Voelkel
"Der feldfrische Demeter-Möhrensaft ist eine unserer Spezialitäten, da er direkt vom Feld in die Flasche kommt. Wir lagern den Saft nicht zwischen und füllen nach der Ernte im Herbst auf einen Schlag die gesamte Jahresproduktion ab", erklärt uns Stefan Voelkel, Geschäftsführer des Traditionssaftherstellers Voelkel.
In der Lüneburger Heide besteht der Betrieb bereits in der dritten Generation und zählt rund 110 Mitarbeiter. Die Produktpalette von Voelkel erfüllt mit über 170 Obst- und Gemüsesäften, Erfrischungsgetränken, Wellness-Drinks und Bio-Sirupen die unterschiedlichsten Ansprüche heutiger Verbraucher. Die Rohwaren für die Obst- und Gemüsesäfte stammen aus kontrolliert-biologischer oder gar biologisch-dynamischer Landwirtschaft. »Die Werte der Natur respektieren, mit ihren Ressourcen schonend umgehen und qualitativ hochwertige ökologische Produkte anbieten – das ist das, wofür wir stehen«, fasst Stefan Voelkel die Unternehmensphilosophie zusammen.
Einsatz von Samenfesten Sorten
Im Labor wird der produzierte Saft streng kontrolliert, etwa wie hoch der Nitratgehalt oder Brix-Wert liegt
Der feldfrische Möhrensaft von Voelkel hält nicht nur das, was sein Name verspricht, er zeichnet sich durch eine weitere Besonderheit aus: Die Grundlage für diesen Saft bilden Möhren aus samenfesten Sorten. Das sind vermehrungsfähige Sorten, deren Samen im darauf folgenden Jahr wieder ausgesät werden können. Sie stehen im Gegensatz zu Hybridsorten, die sich nicht vermehren können und somit jedes Jahr neu eingekauft werden müssen. Während Möhren aus Hybridsamen zwar gleichmäßiger aussehen und einen höheren Ertrag bringen, schmecken solche aus samenfesten Sorten aromatischer. »Samenfeste Sorten gehören zum Kulturgut, werden aber zunehmend durch Hybridsorten verdrängt.
Voelkel-Vertriebsleiter Frank Stieldorf begutachtet die angelieferten Möhren
Wir setzen uns dafür ein, dass samenfeste Sorten wieder verstärkt zum Einsatz kommen und damit nicht verloren gehen«, erklärt uns Voelkel-Vertriebsleiter Frank Stiel dorf nach einem kurzen Rundgang über den Hof. Hier liegen bereits Berge von Möhren, die LKWs in der Nacht und am frühen Morgen von regionalen Vertragsbauern angeliefert haben. Qualitätsmanagerin Adelheid Platz überwacht den gesamten Produktionsprozess: »Noch vor dem Abladen der LKWs entnehmen wir die ersten Proben: für Rückstellmuster, für die Messung des Nitratgehalts und des Brix-Wertes, also des fruchteigenen Zuckergehalts. Ein Schaufelbagger hievt darauf die Möhren chargenweise in den sogenannten Möhrenbunker: Die Saftproduktion kann beginnen.«
Dampf entfernt Schale
Ein Mitarbeiter nimmt eine Probe von den gehäckselten Möhren, bevor diese zum feldfrischen Möhrensaft gepresst werden
Und so entsteht der feldfrische Möhrensaft: Zunächst werden die Möhren gesäubert, dann kommen sie in einen Dampfschäler. Hier wird durch Dampf die äußere, hauchdünne Schale der Möhren entfernt, damit keine Bitterstoffe in den Saft gelangen. Nach dem Häckseln werden die Möhren gepresst. »Beim Pressen gibt es große Unterschiede«, erklärt Adelheid Platz. »Man muss sich für Qualität oder Quantität entscheiden: Entweder man presst die Möhren so stark, dass die gesamte Flüssigkeit herauskommt, und erhält dadurch viel Saft, oder man entscheidet sich für eine weniger intensive Pressung, sodass die Nähr- und Geschmacksstoffe optimal zur Geltung kommen. Wir pressen die Möhren zu maximal 70 Prozent und nehmen für mehr Qualität des Saftes eine geringere Ausbeute in Kauf.« Der Saft wird in Sammeltanks aufgefangen, lediglich zur Abrundung des Geschmacks mit 0,5 Prozent Zitronensaft vermengt und dann abgefüllt: direkt vom Feld in die Flasche.