Tomaten

Der allererste Biss in eine Tomate wird nicht von jedermann als kulinarisches Feuerwerk erlebt. Aber irgendwann, vor allem wenn man die rote Kugel sonnenwarm und unter südlichem Himmel genießen durfte, heißt es dann wahrscheinlich doch: "O pomo d'oro".

 

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Pomodoro - so nennen die Weltmeister der "Tomaterei", die Italiener, ihre Frucht. Dabei schlief "das Weib Tomate" seit Kolumbus zweiter Reise als bloßes peruanisches Zier- und Nachtschatten-Anschauungspflänzchen in Europa einen langen Dornröschenschlaf, bevor es von den Italienern wachgeküsst wurde. Glückliches Italien! In ganz Europa werden nirgendwo mehr Tomaten angebaut und nirgendwo werden mehr verzehrt. Tomaten-Rekord-Exportland Italien? Aber nein, gerade einmal fünf Prozent Anteil an der roten Köstlichkeit gönnt man dort dem Ausland.

Die "Tomatl", wie schon die Azteken ihre alte Kulturpflanze nannten, hatte es in Deutschland besonders schwer. Erst in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts begann ihr allmählicher Aufstieg zum Volksnahrungsmittel. Heute können wir gar nicht genug von ihr bekommen. Und das nicht nur offen und ehrlich, sondern zum Teil in anderen Produkten "versteckt", wie in Ketchup oder allerlei Fertiggerichten - sofern man etwas so Rotes überhaupt verstecken kann!

Weltweit gibt es unzählige Sorten, die sich in Größe, Form, Farbe und Gewicht unterscheiden. Die bekanntesten Vertreter sehen Sie hier auf einen Blick.

 


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Fleischtomate – ideal für eine Füllung

Fleischtomaten gehören zu den „Riesen“ unter den Tomaten. Sie wiegen mit 100 bis 200 Gramm doppelt so viel wie eine „normale“ Tomate, einige Exemplare können sogar bis zu einem Kilo Gewicht auf die Waage bringen. Neben ihrer Größe gehören zu ihren besonderen Kennzeichen die dicken, gerippten Fleischwände und ein geringerer Saft- bzw. Samenanteil. Aufgrund ihres hohen Fleischanteils fallen sie beim Kochen nicht zusammen. Sie sind besonders schnittfest und ziehen keinen Saft in der Salatsauce. Fleischtomaten eignen sich sehr gut zum Füllen, ebenso zum Grillen, Gratinieren und für Salate.

Datteltomate –  süß und aromatisch

Mit ihrer länglichen Form erinnern Datteltomaten an die gleichnamigen Früchte. Sie sind eine Variante der Cocktailtomate. Charakteristisch ist ihr festes Fleisch, ihr betont süßlicher Geschmack und ein ausgeprägtes Tomatenaroma. Datteltomaten lassen sich gut „von der Hand in den Mund“ genießen, sie schmecken zu Antipasti und eignen sich aufgrund ihrer Schnittfestigkeit sehr gut für die Zubereitung eines (Tomaten-)Salates.

Strauchtomate – kräftig im Geschmack

Weniger Flüssigkeit und weniger Kerne – das schätzen zunehmend viele Verbraucher an der Strauchtomate. Da sie noch am Stängel hängend verkauft werden, vermitteln sie einen Eindruck wie „frisch gepflückt“. Die Stängel sind mit Drüsenhaaren besetzt, welche den Tomaten ihren typischen Geruch verleihen. Strauchtomaten haben einen kräftigen Geschmack, sie sind fester als Rundtomaten und in der Küche vielseitig einsetzbar, zum Beispiel in Salaten und Aufläufen, auf der Pizza oder als Brotbelag.

 

 

Gut zu wissen
Aufbewahrung: Tomaten sollten nicht unter 10 °C gelagert werden. Sie gehören daher nicht in den Kühlschrank, wo sie an Aroma verlieren. Am besten bei Zimmertemperatur lagern. Zusammen mit Äpfeln wird ihre Reife beschleunigt.

Zubereitung: Den grünen Stängelansatz aus den Tomaten möglichst herausschneiden. Dieser enthält das Alkaloid Solanin, das auch in unreifen, noch grünen Tomaten steckt und in größeren Mengen aufgenommen unter anderem Kopfschmerz verursachen kann.

 

 

 

Rundtomate -  weltweit am beliebtesten

Die runde, auch "Kugeltomate" genannte Sorte ist hierzulande am meisten gefragt. Weltweit gesehen macht die Rundtomate 70 Prozent des gesamten Tomatenanbaus aus. Rundtomaten tragen noch den weiteren Namen "Stabtomate": Die Pflanze muss bei ihrem Anbau an einen Stab gebunden werden, da die Stängel die vielen Früchte sonst nicht tragen würden. Diese besitzen ein angenehm schmeckendes Fruchtfleisch mit viel Fruchtsäure. Typisch sind ihre zwei bis drei Fruchtkammern, in denen die platten Samen in eine gallertartige Masse eingebettet sind. Zum Schmoren im eigenen Saft, für die Zubereitung von Tomatensaucen oder für Salate sind Rundtomaten gut geeignet.

Cherrytomaten - wie Trauben am Stängel

Die kleinen Cherrytomaten zählen zu den Sorten, die aufgrund ihrer Größe und Form der Ur-Form der Tomate am nächsten kommen. Bekannt sind sie auch unter den Namen Kirsch-, Cocktail- oder Partytomate. Die beiden letzten Bezeichnungen sind wohl auch ein Hinweis auf ihre unkomplizierte Verwendung, wenn Gäste da sind: als Fingerfood für den Rohgenuss, in Salat-Cocktails oder auf kalten Platten. Zu ihren Vorzügen gehört auch ihre ausgeprägte Süße. Cherrytomaten werden stets noch an der Rispe hängend angeboten.

Flaschentomate - typisch italienisch

Die länglichen Flaschentomaten werden, außer in Frankreich, vor allem in Italien angebaut. Wohl auch aus dem Grund, weil sie sich so leicht schälen lassen und daher gut für Konserven geeignet sind - als Zutat zur Pizza sind sie auf diese Weise immer parat. Geschälte Flaschentomaten eignen sich ebenso gut zum Einmachen. Aber auch ungeschält lassen sie sich aufgrund ihrer Süße und ihres konzentrierten Aromas hervorragend zur Zubereitung von Salaten verwenden.