Tierisch gut getarnt
Dienstagmorgen. Du stehst vor dem Kleiderschrank und überlegst, welchen Pulli du heute anziehen möchtest: den roten oder doch eher den blauen.
Du entscheidest dich für den roten, weil das deine Lieblingsfarbe ist. Tiere haben nicht die Qual der Wahl. Ihr Fell, ihr Gefieder oder ihre Schuppen haben eine ganz bestimmte Farbe und ein ganz bestimmtes Muster. Das ist für sie oft überlebenswichtig. Manche Tiere haben eine besonders auffällige Hülle. Sie wollen damit zeigen, dass sie gefährlich sind. Zu ihnen gehört die Wespe, die mit ihren schwarz-gelben Streifen signalisiert: »Pass auf, ich kann stechen!« Auf diese Weise schreckt sie Feinde ab. Andere Tiere haben ein so unscheinbares Aussehen, dass man sie in ihrem Lebensraum kaum sehen kann. Ihr unauffälliges Kleid hilft den einen, sich unbemerkt an ihre Beute heranzupirschen, den anderen, von Feinden nicht entdeckt zu werden. Man nennt dies Tarnung.
Täuschend echt ahmt die Stabheuschrecke das Aussehen eines Astes nach (li). Die Gespenstschrecken werden »Wandelnde Blätter« genannt, weil sie Blättern zum Verwechseln ähnlich sehen (re).
Aber wie muss man aussehen, um möglichst gut getarnt zu sein? Ist zum Beispiel die Mamba, eine Schlange, mit ihren knallgrünen Schuppen gut getarnt? Ja, denn die grüne Mamba lebt im Regenwald und ist mit ihrer leuchtend grünen Farbe und dem schlanken Körper kaum auszumachen im Lianengewirr.
Der Eisbär hingegen würde in der Arktis wahrscheinlich verhungern, wenn er so grün wie die Mamba wäre. Denn seine Lieblingsspeise, die Robbe, würde ihn schon von Weitem sehen und hätte genug Zeit, sich aus dem Staub zu machen. Wie ein Tier aussieht und sich tarnt, hängt also davon ab, wo es lebt. Tiere, die bei uns in Deutschland leben, passen sich mit ihrem Aussehen sogar an die unterschiedlichen Jahreszeiten an. So ist das Fell des Luchses im Sommer rötlichbraun und im Winter gräulich.
››› Larissa Legler, Freiwillige im Ökologischen Jahr
Stimmt es, dass …
Das Chamäleon – ein Verwandlungskünstler.
… das Chamäleon seine Farbe nur ändert, um sich zu tarnen?
Nein. Das Chamäleon passt seine Körperfarbe zwar der Umgebung an, wenn es von einem Feind bedroht wird. Es nutzt sein Farbkleid aber meist, um anderen Chamäleons mitzuteilen, in welcher Stimmung es ist. Und nicht nur das: Sein Aussehen ändert sich auch, wenn es kalt ist, wenn die Sonne scheint oder wenn es regnet. Alte und kranke Chamäleons kann man daran erkennen, dass sie blasser sind als junge Tiere.
Rätsel
Im Bild haben sich der Luchs und die Rohrdommel, ein seltener Vogel, versteckt. Findest du sie?