Egal ob grün, schwarz oder weiß - für ein gutes Geschmackserlebnis müssen die Beschaffenheit der Teeblätter und die Art der Zubereitung stimmen.
Schwarzer und grüner Tee stammen vom gleichen Teebusch ab. Beim grünen Tee wird verhindert, dass die Enzyme im Blatt mit dem Sauerstoff in der Luft reagieren, indem die geernteten Teeblätter kurz erhitzt werden – die grüne Farbe bleibt erhalten. Beim schwarzen Tee hingegen kommt es zur Fermentation, die Blätter verfärben sich schwarz und der Tee erhält seinen charakteristischen Geschmack.
Auch der weiße Tee, der als der Kaiser unter den Tees gilt, stammt von dem gleichen Teestrauch ab, wird aber aus den ungeöffneten, handgepflückten Blattknospen sowie den obersten, noch feinen, nicht ganz entfalteten Blättern hergestellt. Für ein Kilo Tee werden etwa 30.000 Knospen benötigt. Auch beim weißen Tee findet eine leichte Fermentation statt, der Teemeister muss hierbei sehr vorsichtig und besonnen vorgehen, um den richtigen Grad zu erreichen.
Teearoma verflüchtigt sich an der Luft
Tee gibt es in unterschiedlichen Blattgraden: ganze Blätter und gebrochene Blätter, sogenannter »Broken-Tee«, von dem wiederum etliche Abstufungen existieren. »Fannings« sind die feinsten Blattteile und werden hauptsächlich für Teebeutel verwendet. Der Unterschied zwischen den Blattgraden liegt weniger in der Qualität als in der Ergiebigkeit: Je stärker das Blatt gebrochen ist, umso kürzer muss es ziehen.
Unabhängig vom Blattgrad wird empfohlen, Tee möglichst luftundurchlässig aufzubewahren, denn das Aroma des sehr sensiblen Tees verflüchtigt sich schnell an der Luft. So sind dicht schließende Behälter geeignet oder besser noch Vorratsbeutel, denn hier kann die Verpackungsgröße je nach Teemenge optimal angepasst werden. Grundsätzlich sollten Sie Tee lieber in kleinen Mengen und dafür immer frisch kaufen.
Eine Teeplantage im indischen Darjeeling, wo der meiste Bio-Tee angebaut wird.
Anbaugebiete
Die meiste Anbaufläche für Grün-, Schwarz- und Weißtee haben laut dem Annual Bulletin of Statistics 2007 des Londoner International Tea Committees folgende Länder: China: 1,4 Millionen Hektar, Indien: 523.000 Hektar, Sri Lanka: 188.500 Hektar, Kenia: 147.000 Hektar, Indonesien: 136.000 Hektar. Das weltgrößte zusammenhängende Teeanbaugebiet ist Assam in Nordindien.
Hartes Wasser verfälscht den Teegenuss
Entscheidend bei der Zubereitung von Tee ist neben der Qualität der Blätter vor allem die des Wassers. Je härter das eingesetzte Wasser ist, je mehr Kalk es also enthält, desto bitterer ist der Geschmack des Tees – ganz abgesehen von Verfärbungen oder schwimmenden Rückständen. Bei einer Wasserhärte von mehr als 7 Grad dH (Deutsche Härtegrade, abzufragen beim örtlichen Wasserwerk oder den Wasserversorgungsunternehmen) ist es besser, vor der Teezubereitung das Wasser zu filtern, damit sich die Konzentration des Calciumcarbonates verringert.
Tipps für die Zubereitung
Bei der Zubereitung sollte die Wassertemperatur stimmen, weil sich diese auf das Geschmacksergebnis auswirken kann. Die ideale Aufgusstemperatur für Schwarztee liegt bei etwa 90 Grad Celsius, für Grüntee bei rund 70 Grad Celsius, während für weißen Tee 60 Grad Celsius ausreichen.
Menge und optimale Ziehdauer der Tees sind meistens auf den Verpackungen angegeben. Generell gilt: Bei kürzer gezogenem Tee haben sich weniger Bitterstoffe gelöst, der Tee schmeckt milder, bei länger gezogenem Tee ist dieser herber. Teebeutel bitte nicht ausdrücken, denn dadurch gelangen nicht etwa mehr Aromen in das Getränk, sondern mehr Bitterstoffe - der Teegenuss wird beeinträchtigt.
Wirkung
Schwarz- und Grüntee enthalten Koffein („Tein“). Da es an bestimmte Stoffe gebunden vorliegt, wirkt es langsamer, aber länger anregend als beispielsweise in Kaffee. Auch die Wirkung auf unser Herz-Kreislauf-System ist milder als bei Kaffeegenuss.
Bei Schwarztee ist die Ziehzeit entscheidend. Bis zu etwa zwei bis drei Minuten steht die anregende Wirkung im Vordergrund (da Koffein freigesetzt wird). Ab drei Minuten setzt sich die beruhigende Wirkung durch (durch Gerbstoffe), der Tee schmeckt dann allerdings auch herber.