Süßungsmittel

Es muss nicht immer der weiße Haushaltszucker sein, um Kuchen, Desserts oder Müslis die gewünschte Süße zu verleihen. Alternativen wie Dicksaft oder Zuckerrübensirup süßen ebenso und überzeugen darüber hinaus mit ihrem Eigengeschmack.

 

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Agavendicksaft – intensive Süßkraft
Agavendicksaft bildet sich im Schaft der Agavenpflanze. Wird dieser eingeritzt, fließt der Saft heraus und kann gesammelt werden. Viele Vorteile haben ihn schnell populär werden lassen. So hat er aufgrund des hohen Fruchtzuckergehaltes eine höhere Süßkraft als Zucker (100 g entsprechen etwa 125 bis 150 g Zucker). Dabei besitzt er kaum Eigengeschmack. Durch seine flüssige Form lässt er sich leicht verarbeiten. Agavendicksaft eignet sich zum Süßen von Desserts, Fruchtaufstrichen, Müslis, Dressings und natürlich zum Backen.

Dicksäfte - intensiver Geschmack

Es handelt sich meist um Apfel- oder Birnensaft, der durch Wasserentzug eingedickt wird (5 bis 7 Liter Saft liefern 1 Liter Dicksaft). Da dabei nicht nur die Fruchtsüße konzentriert wird, sondern auch die typischen Aromastoffe der Früchte erhalten bleiben, eignen sich Dicksäfte vor allem zum Süßen von selbst gemachten Fruchtaufstrichen, Desserts, Kompott und Müslis. Ihre Süßkraft ist etwas geringer als die von Honig. Dafür sind Dicksäfte aber intensiver im Geschmack und dadurch sparsam zu verwenden. Tipp: 1 Teil Apfeldicksaft auf 5 bis 7 Teile Mineralwasser, fertig ist die Apfelbrause.

Malzextrakt – milde Getreidesüße
Beim Keimen von Gerste wandelt ein Enzym die Stärke zu Malzzucker um. Danach wird sie gedarrt, geschrotet, mit warmem Wasser zu Maische verwandelt und anschließend wieder eingedickt. Für Reismalz wird der Reis durch Enzyme langsam und schrittweise zersetzt, bis er eine dicke, süße Flüssigkeit ergibt, welcher etwas Gerstenmalz zugefügt wird. Gerstenmalz eignet sich gut als Brotaufstrich, zum Müsli und für süße Aufläufe. Reismalz, das einen milderen Eigengeschmack besitzt, passt gut zu asiatischen Gerichten.

Zuckerrübensirup – goldgelb
Er wird aus Zuckerrüben hergestellt. Nach dem Zerkleinern und Dämpfen der Rüben wird der Rübensaft gepresst und dann unter Luftabschluss und Wärme zu Sirup eingedickt. Er hat eine schöne goldgelbe Farbe und wird gerne als Brotaufstrich und zum Backen verwendet. 

Ahornsirup – ein aromatischer Baumsaft

Schon die Indianer nutzten den eingedickten Saft des Zuckerahorns. Noch heute ist die Art der Herstellung die gleiche. Ahornbäume, die mindestens 40 Jahre alt sind, werden angezapft und der Saft bis zu 50-mal eingekocht. Das erklärt auch den recht hohen Preis, denn es werden 40 bis 50 Liter Saft für einen Liter Sirup benötigt. Ahornsirup besitzt eine sehr hohe Süßkraft und ein typisches Aroma. Er schmeckt in Backwaren, auf Waffeln und Eierpfannkuchen, harmoniert sehr gut mit Nüssen, wird aber auch zum Süßen von Marinaden und in süß-sauren Gerichten verwendet. Die Qualität von Ahornsirup wird in verschiedenen Graden angegeben. Grad A wird am Anfang der Ernteperiode gesammelt, dann hat der Saft noch wenig Säureanteile. Er ist weniger stark eingekocht, hell, klar und mild. Grad C wird später geerntet, ist dunkler und kräftiger im Geschmack. Ahornsirup ist geöffnet im Kühlschrank aufzubewahren und nur begrenzt haltbar. Tipp: Man kann Ahornsirup portionsweise einfrieren.

Honig – Geschenk der Bienen

Je nachdem, wo die Bienen den Nektar sammeln, bestimmen sie die Honigsorte, zum Beispiel Lavendelblütenhonig, Akazienhonig, Rapshonig und Wildblütenhonig. Durch seine typischen Aromen, die Farbe und Konsistenz erhält der Honig seinen Charakter. Weitere Informationen rund um das zuckersüße Bienenprodukt gibt es hier.

Melasse - charakterstark
Melasse ist der bräunliche, von Zuckerkristallen fast freie Saft, den man aus Zuckerrohr nach dem Kochen, Abzentrifugieren der Zuckerkristalle und Klären gewinnt. Er ist für die braune Farbe des Vollrohrzuckers verantwortlich und wird auch pur verkauft. Wegen ihres starken Eigengeschmacks (leicht bitter, lakritzartig) sollte Melasse sparsam verwendet werden. Sie wird hauptsächlich in der Weihnachtsbäckerei für Leb- und Gewürzkuchen verwendet.

Rohrzucker
Bei Zucker ist die Verwirrung bezüglich der verwendeten Bezeichnungen oft groß. Rohzucker nennt man sowohl den Zucker aus Zuckerrohr als auch aus Zuckerrüben. Rohrohrzucker ist geklärter und eingedickter Zuckerrohrsaft, der mit Starterkristallen geimpft und nach dem Auskristallisieren zentrifugiert wird. Er enthält noch Mineralstoffe und Melasse. Vollrohrzucker ist der natürlichste Zucker. Das Zuckerrohr wird ausgepresst, gefiltert und zu Sirup eingekocht. Beim Abkühlen bilden sich Kristalle, die anschließend gemahlen werden. Vollrohrzucker ist ähnlich vielseitig einsetzbar wie weißer Zucker, hat jedoch einen leicht karamellartigen Eigengeschmack. Vollständig aufgereinigter Zucker wird als Raffinade oder Haushaltszucker bezeichnet. Rübenzucker wird in der Regel in dieser Form angeboten.

Bitte beachten: 

Wird Haushaltszucker durch ein flüssiges Süßungsmittel ersetzt, denken Sie an die oft höhere Süßkraft und, je nach Rezept, an eine Reduzierung der Flüssigkeitsmenge. Ist eine festere Konsistenz erwünscht, ist Vollrohrzucker besser geeignet.