Serviettentechnik
Sie brauchen nur eine lustige Serviette, einen Gegenstand und eine Idee. Im Handumdrehen entsteht ein Schmuckstück für die Wand oder das Regal.
Menschen mit Fantasie langweilen sich nie.
Anregungen finden sie zum Beispiel im »Bastelland« von Gisela Summerer in Rottweil am Neckar.
Ihr Vorschlag zum Mitmachen: Serviettentechnik. Diese Technik ist kinderleicht, erlaubt jedes kreative Experiment und bringt viel Spaß. Aus einfachen Papierservietten entstehen tolle Unikate. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Auf Stoff, Keramik, Glas, Porzellan, Holz und sogar auf Kerzen wirkt das Servietten-Dekor.
Vorbereiten der Fläche
Zuerst wird die Fläche, auf die das Serviettenmotiv aufgebracht werden soll, gesäubert. Der Untergrund sollte heller als das Serviettenmotiv sein, damit er die Farben nicht überdeckt. Gisela Summerer: »Den Dachziegel in Terrakotta müssen wir deshalb vorbehandeln. « Er wird mit weißem Acryllack grundiert, aufgetragen mit einem flachen Borstenpinsel.
Am schönsten leuchten die Serviettenfarben ohnehin auf weißem Untergrund. Für einen besonderen Effekt und um dem Bild Tiefe zu geben, streicht Gisela Summerer die Rippen des Ziegels grün. Den rechten Rand behandelt sie mit gelber Krakelierfarbe. Dieser Lack zieht sich beim Trocknen zusammen, bildet Risse und verleiht dem Untergrund eine Patina.
Serviette
Während die Farben trocknen, befasst sich Gisela Summerer im zweiten Arbeitsgang mit der Serviette. Meist sind Papierservietten zwei- oder dreilagig. Wichtig: Nur die oberste Lage wird gebraucht, denn nur sie ist bedruckt. Zuerst das Serviettenmotiv ausschneiden. Damit das Motiv lebendiger wirkt, kann man es auch herausreißen. Dadurch werden die Übergänge fließender. Schöne Effekte lassen sich auch durch Ausschneiden mit einer Zackenschere erzielen. Je größer das Motiv, desto größer ist auch die Gefahr, dass beim Aufkleben Falten oder Risse entstehen. Es empfiehlt sich, große Papiere in mehrere Stücke zu teilen und später aneinander zu kleben.
Mit der Serviettentechnik funktionieren Sie einen Dachziegel ganz leicht in ein Türschild um. Natürlich können Sie auch andere Träger verwenden und das basteln, was Ihnen beliebt – die Serviettentechnik folgt stets denselben grundlegenden Arbeitsschritten
Kleben
Nun nimmt man einen Serviettentechnik-Kleber, streicht ihn mit dem weichen Haarpinsel dünn auf den Untergrund und wartet einen Augenblick, bevor man die Serviette von der Mitte der Fläche nach außen glatt anstreicht. Mit dem Pinsel das Motiv vorsichtig andrücken und glatt streichen, immer von innen nach außen, damit sich keine Falten und Risse bilden.
Versiegeln
Eine Schicht transparenter Acryllack – je nach Geschmack matt oder glänzend – versiegelt das Kunstwerk und bietet die Chance, Falten und Blasen glatt zu streichen. Knapp drei Stunden dauert es, bis das Türschild fertig ist. Das Resultat veredelt Gisela Summerer mit einem Miniatur- Holzzaun zum 3-D-Kunstwerk.
Tipps
Die Serviettentechnik lässt sich natürlich noch verfeinern und kombinieren. Ein paar Dinge sind dabei zu beachten: So gibt es für Textilien, Kerzen und Porzellan jeweils spezielle Serviettenkleber. Bei der Arbeit mit Porzellan ist wichtig, dass der Untergrund fett- und staubfrei ist. Nach der Reinigung mit Spülmittel muss Porzellan mindestens sechs Stunden austrocknen. Anschließend kann man das Kunstwerk im Backofen brennen, jedoch nicht über 130°C. Dadurch wird das Serviettenmotiv wasser- und witterungsfest und sogar spülmaschinentauglich. Beim Dekorieren von Textilien, die am besten gewaschen und gebügelt sind, sollte man eine Klarsichthülle zwischen die Stoffschichten legen, damit der Kleber nicht alle Schichten durchtränkt. Nach dem Trocknen wird das Motiv durch Bügeln fixiert. Dazu das Textilstück auf die linke Seiten drehen und bei einer Temperatur, die zum Stoff passt, fünf Minuten bügeln.