Reis ist für die Hälfte der Weltbevölkerung Grundnahrungsmittel. Lang oder kurz, weiß oder Vollkorn, körnig oder klebend in der Zubereitung - die verschiedenen Sorten schätzen auch bei uns die Reisliebhaber.
Roter Reis – wächst auf Tonböden
Diese farblich auffällige Reissorte erhält ihre Farbe durch das Wachstum auf tonhaltigen Böden. Nur die Außenschicht des Reiskorns nimmt die rötlich-braune Färbung an. Mit dem Polieren würde der Rote Reis weiß erscheinen, weshalb er nur als Naturreis angeboten wird. Roter Reis ist ursprünglich aus einer spontanen Kreuzung von wildem und Kulturreis hervorgegangen. Es ist eine sehr robuste Sorte, die in ihren Anbauländern in Asien und Afrika auch in Gegenden gedeiht, die für andere Reissorten zu wenig Wasser bieten. In Europa wird Roter Reis für den Bio-Anbau vorwiegend in der Camargue/Frankreich und in der Poebene Italiens kultiviert. Mit seinem leicht nussigen Geschmack und seiner roten Farbe ist er attraktiv als Beilage oder setzt Akzente im Salat, im Risotto und in der Mischung mit vielen anderen Reisgerichten.
Milchreis – ideal für Süßspeisen
Milchreis ist ein polierter Rundkornreis. Wie bei jedem Weißreis sind vom Korn Silberhäutchen und Keimling entfernt und die Oberfläche ist glatt poliert. Milchreis wird, wie sein Name verrät, für eine Zubereitung mit Milch bevorzugt. Beim Kochen verkleistert der Reis zusammen mit der Milch, wodurch der fertige Milchreis eine sämig weiche Konsistenz erhält – ähnlich wie beim Risotto. Der fertig gekochte Milchreis wird gewöhnlich mit Zimt und Zucker oder mit Fruchtkompott gereicht und schmeckt kalt oder warm als Hauptgericht, Zwischenmahlzeit sowie als Dessert. Milchreis eignet sich ebenso gut für die Zubereitung weiterer Süßspeisen, für Aufläufe und sogar für Risotto.
Naturreis – leicht nussig im Geschmack
Beim Naturreis, auch Vollkornreis, brauner Reis oder Cargoreis genannt, sind das Silberhäutchen und der Keimling noch enthalten. Nach der Ernte wird er lediglich in der Reismühle vom Spelz befreit, einer harten und ungenießbaren Außenschale. Naturreis ist leicht nussig im Geschmack. Seine Garzeit ist mit zirka 40 Minuten etwa doppelt so lang wie beim polierten weißen Reis. Wird er nach der Quellmethode zubereitet (Wasser zu Reis im Verhältnis von 2:1), gehen mit dem Kochwasser keine Inhaltsstoffe verloren.
Basmatireis – der Edle aus Indien
Die Heimat des Basmatireises ist Nordindien und Pakistan, wo er am Fuße des Himalayas angebaut wird. Sein Name stammt aus dem Hindi und heißt so viel wie „Duft“. Beim Kochen verströmt er ein intensives, lieblich-nussiges Aroma. Typisch für Basmati ist auch sein schmales, längliches Korn. Er gilt als ein sehr feiner, edler Reis, der im Anbau nur geringe Erträge bringt. Auch „König unter den Reissorten“ genannt, steht er in seinem Herkunftsland häufig zu festlichen Anlässen und Hochzeiten auf dem Tisch. Bei uns ist der Basmati schon seit langem beliebt für asiatische Gerichte, er schmeckt auch gut als Beilage von Fisch- und Fleischgerichten sowie zum Gemüse. Beim Kochen verstärkt ein dem Reis hinzugefügtes Lorbeerblatt sein Aroma. Neben dem weißen, geschälten Basmatireis ist er im Bio-Angebot auch in der Vollkorn-Variante erhältlich.
Wildreis – eine erlesene Delikatesse
Wildreis bezeichnet die länglichen Samen einer Wassergraspflanze, botanisch gesehen gehört er daher nicht zur Reisfamilie. Er wird aber ebenso wie echter Reis gekocht und zubereitet. Wildreis wächst am Uferrand kalter, sauberer Gewässer wie in den großen Seengebieten im Norden der USA und in Kanada. Früher wurden die Samen der circa 1,5 Meter hohen Gräser von den heimischen Indianern vom Kanu aus mühsam geerntet. Bio-Wildreis stammt heute noch aus kontrollierten Wildbeständen. Geringe Erntemengen, häufig verstärkt durch negative klimatische Bedingungen, erklären seinen relativ hohen Preis. Bei der Ernte sind die Wildreissamen noch grün, ihre braunschwarze Farbe wie auch den ausgeprägt aromatischen, nussartigen Geschmack erhalten sie durch einen Trocknungs- und Darrprozess. Wildreis ist eine echte Delikatesse, wohlschmeckend als Beilage, in Salaten oder als Füllung für Gemüse. Er wird auch als Mischung mit anderen Reissorten angeboten.
Risottoreis – Spezialität aus Italien
Risottoreis ist ein spezieller Rundkornreis, der sich für ein Risottogericht, eine typisch nord-italienische Spezialität, bestens eignet. Der bekannteste italienische Rundkornreis ist die Sorte Arborio. Risottoreis bekommt beim Kochen eine sämige Konsistenz, bleibt aber innen bissfest. Für die Grundzubereitung eines Risottos wird der Reis mit Butter oder Öl sowie einer Zwiebel angeschwitzt und mit Weißwein oder Brühe abgelöscht. Es wird immer nur so viel Flüssigkeit hinzugegeben, bis der Reis gerade eben bedeckt ist und die Flüssigkeit schnell verdampft. Während der Zubereitung gilt es, den Reis immer wieder im Topf zu rühren. Nach etwa 15 bis 20 Minuten erhält der Risotto seine typisch sämige Konsistenz. Weitere Zutaten wie Pilze, Gemüse, Fleisch oder Fisch ergeben vielfältige Risotto-Varianten. Serviert wird das Gericht meist mit frisch geriebenem Parmesan oder Pecorino.
Parboiled Reis – schonend verarbeitet
Beim gelblichen, leicht glasig wirkenden Parboiled Reis handelt es sich um einen polierten Langkorn-Reis. Obwohl Silberhäutchen und Keimling fehlen, enthalten die Körner noch einen Großteil ihrer Inhaltsstoffe. Möglich macht dies das so genannte Parboiling-Verfahren, das in den USA Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Dabei wird Rohreis, der noch von Spelzen umgeben ist, unter Vakuum, starkem Druck und mit Wasserdampf behandelt. Auf diese Weise wandern die Nährstoffe aus dem äußeren Silberhäutchen in das Korninnere. Mit der Versiegelung der Oberfläche durch heißen Wasserdampf bleiben sie im Korn. Parboiled Reis ist innerhalb von 20 Minuten gar, er bleibt lockerer und körniger als weißer Reis. Er lässt sich vielfältig zubereiten, als Beilage, für Reispfannen, Aufläufe, Füllungen etc.
Jasminreis – exklusiv aus Thailand
Jasminreis heißt auch thailändischer Duftreis. Beim Kochen verströmt er ein intensives Aroma, das an Jasmin erinnert. Seine Heimat ist der Norden Thailands, eine der wenigen Gegenden, in denen dieser Reis überhaupt gedeihen kann und auf deren Böden er sein typisches Aroma entwickelt. Im Lande wird er von vielen Kleinbauern angebaut, die an die 200 Sorten gezüchtet haben. Unter den vielen Jasminreissorten zählt „Hom Mali“ zu den besten Qualitäten. In Thailand ist Jasminreis bei den Mahlzeiten allgegenwärtig. Meist wird er in Bambuskörben oder Sieben gedämpft. Fertig gegart ist er leicht klebrig, wodurch er sich gut zum Essen mit Stäbchen eignet. Er hat einen leicht süßlichen Geschmack. Als Beilage für thailändische und chinesische Gerichte ist er bei uns sehr beliebt, ebenso wie für Suppen, Salate und Süßspeisen. Im Bio-Angebot gibt es den Jasminreis auch als Naturreis.