28.03.2010

Bier an der Wand

Ein neuer Anstrich an ihre Zimmerwand? Greifen Sie doch mal auf Farben und Lasuren aus natürlichen Bestandteilen, wie Quark oder Bier, zurück.

 

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Farbeimer und Lasurdosen finden Sie in jedem Baumarkt. Sie enthalten viel Chemie und sind meistens teuer. Farben und Lasuren aus rein natürlichen Bestandteilen können Sie schnell und preiswert selbst machen. Um sie anzurühren, müssen Sie kein Malermeister sein. Und Sie brauchen wenig Material.

Leim und Bier: Damit können Sie eine leuchtende Farbe und eine Lasur herstellen. Die Grundstruktur jeder Farbe ist gleich: Sie besteht aus einem Bindemittel, einem Lösemittel sowie aus Farbkörpern, den Pigmenten. Das Bindemittel hat die Aufgabe, den jeweiligen Untergrund mit dem Pigment zu verbinden, sodass die Farbe hält. Das Lösemittel sorgt dafür, dass Bindemittel und Pigmente flüssig bleiben. Dadurch lässt sich die Farbe wesentlich besser verstreichen. Nach dem Auftragen verdunstet das Lösemittel, die Farbe wird fest und trocken. Diese drei Bestandteile gehören also auch in selbstgemachte Leimfarben.

 


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Leimfarbe

Sie brauchen für ca. 40 m2:
• 1 Packung Tapetenkleister (und darauf angegebene Wassermenge)
• 10 kg Champagnerkreide
• Pigmente

Bei Leimfarbe fungiert Leim als Bindemittel, als Lösemittel wird Wasser verwendet. »Das ist auch der Grund, warum Leimfarbe nur für den Innenbereich verwendbar ist«, sagt Malermeister Kay Oberger aus Stuttgart, der die Naturfarben anrührte und ausprobierte. Denn der Leim bleibt auch nach dem Trocknen wasserlöslich. Den Tapetenkleister nach Packungsaufschrift mit Wasser ansetzen und die Champagnerkreide unterrühren. Pigmente dazugeben und gut durchmischen – am besten mit einem Quirl für die Bohrmaschine. Ob die Farbe die richtige Konsistenz hat, lässt sich anhand der »Tropfprobe« überprüfen: Rinnt die Farbe zähflüssig an einem schräg nach unten gehaltenen Holzspachtel ans vordere Ende und tropft erst dort ab, hat sie die richtige Konsistenz. In Räumen kann man mit Leimfarbe nahezu alles streichen. Kay Oberger hat sie mit blauen Pigmenten angerührt und streicht sie auf eine Holzplatte. Zum Auftragen empfiehlt der Fachmann eine Walze aus Lammfell (Bild 2) oder einen breitflächigen Pinsel. Alle Holzarten sowie Span-, Sperrholzund Hartfaserplatten nehmen die Farbe sehr gut auf, müssen aber vor dem Streichen abgeschliffen werden.

Folgende Regel gilt: Damit Farbe haften kann, muss der Untergrund staubfrei, trocken, sauber und fettfrei sein. Auch Tapeten, Gips, Putz und Stein lassen sich mit Leimfarbe verschönern, besonders praktisch ist sie beim Streichen von Decken. Da Leimfarbe nicht tragfähig ist, kann man sie allerdings nicht überstreichen.

 


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Bierlasur

Sie brauchen für ca. 20 m2:
• 2 – 2,5 l Bier
• Pigmente

Auch mit Lasuren können Sie schöne Effekte erzielen. Die Variante zum Selbermachen: Bierlasur. Einfach Bier und Pigmente verrühren, fertig. Da Bier nur wenig Pigmente aufnehmen kann, wird der Anstrich transparent, es entsteht ein Lasur. Dunkle Biere sind übrigens besser geeignet als helle, denn je mehr Stammwürze das Bier hat, desto besser werden die Pigmente gebunden. Zum Auftragen der Lasur verwendet Kay Oberger einen breitflächigen Pinsel (Bild 4). »Mit der Bierlasur kann man auf Holz schöne Maserungen erzielen«, erklärt er und demonstriert den Effekt. Das liegt daran, dass sich die Pigmente mit der Zeit in der Lasur absetzen. Am schönsten sieht Bierlasur aus, wenn man sie mit erdfarbenen Pigmenten anrührt. Auch Wände kann man mit Bierlasur streichen (Bild 1), doch ihr Effekt kommt dort nicht so deutlich zur Geltung wie auf Holz. Riecht der Raum danach wie eine Brauerei? Keineswegs. Der Biergeruch ist verflogen, wenn die Lasur getrocknet ist. Der schöne Effekt bleibt.

 


Liebes Land

Die Basteltipps aus unserer Serie "Selbst gemacht" stammen aus der Zeitschrift Liebes Land.
Liebes Land ist die Zeitschrift für Menschen mit Sehnsucht nach dem ursprünglichen Leben im Einklang mit der Natur. Auf knapp 150 Seiten bietet Liebes Land jeden Monat eine überzeugende Mischung aus Ratgebern für Garten, Wohnen, Haus oder Küche in faszinierender, stimmungsvoller Bildsprache.
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