Palmöl – Fragen und Antworten

Palmöl ist das in der Lebensmittelherstellung am meisten verwendete pflanzliche Öl. In vielen täglich konsumierten Produkten findet sich Palmfett. Gleichzeitig werden Verbraucher immer wieder durch Meldungen verunsichert, in denen über Urwaldrodungen für den Ölpalmenanbau in Südostasien berichtet wird. Wie die Situation auf den ökologischen Plantagen in Südamerika und bei Bio-Lebensmitteln ist, darüber möchten wir in den folgenden Fragen und Antworten informieren.

 

1. Was ist Palmöl und wofür wird es verwendet?
 

 

Palmöl (Synonym Palmfett) ist ein pflanzliches, von Natur aus festes Fett und wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Es wird zum überwiegenden Teil bei der Lebensmittelherstellung verarbeitet. Vor allem Lebensmittel, für die eine gute Streichfähigkeit notwendig ist, enthalten Palmfett (z. B. Margarine, Schokocremes, aber auch Produkte wie Kekse).  Auch in Kosmetika, Waschmitteln und Kerzen wird Palmfett verarbeitet.

Auf den Packungen der Alnatura Produkte ist jede Zutat aufgeführt. In Produkten, in denen Palmfett enthalten ist, weisen wir dieses somit explizit aus. In konventionellen Lebensmitteln wird Palmfett hingegen in der Regel mit „pflanzliche Öle/Fette“ umschrieben. Rund 85 Prozent der weltweit benötigten Mengen stammen aus Indonesien und Malaysia. Weniger als 1 Prozent des global verwendeten Palmöls wird in Bio-Qualität gewonnen, es stammt hauptsächlich aus Brasilien und Kolumbien.
2. Was ist der Vorteil von Palmöl?
 

 

Palmfett gewährleistet  vor allem die Streichfähigkeit von Produkten, wie sie gerade für Margarine, Schokocremes oder andere Brotaufstriche erforderlich ist. Palmfett ist darüber hinaus – neben Kokosfett - das einzige pflanzliche Fett, das bei Zimmertemperatur eine feste Konsistenz aufweist. Durch diese Eigenschaft ist es für Produkte geeignet, für die sonst ein gehärtetes Fett eingesetzt werden müsste. Häufig werden wir gefragt, warum nicht anstelle von Palmfett Butter in Produkten eingesetzt wird. Gegenüber Butter hat Palmfett einen großen Vorteil: Es ist sehr lange haltbar, d. h. Palmfett wird nicht so schnell ranzig. Und: Butter ist tierischen Ursprungs und kommt damit für immer mehr Konsumenten, die sich vegan ernähren, nicht in Frage. Ein weiterer Vorteil von Palmfett: Es ist geschmacksneutral, anders als zum Beispiel Kokosöl, das meist eine eigene Geschmacksnote mitbringt. Weil Palmfett besonders hitzestabil ist, eignet es sich sehr gut zum Backen, Braten und Frittieren.
3. Wie unterscheidet sich Bio-Palmöl von konventionellem Palmöl?
 

 

Die wesentlichen Unterschiede bei der Erzeugung von Bio-Palmöl und konventionellem Palmöl sind: 

Bio-Ölpalmen werden auf bereits zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen angebaut.
Die Alnatura Herstellerpartner beziehen ihr Bio-Palmöl zum allergrößten Teil aus dem Norden Kolumbiens. Die dortigen Plantagen wurden ausschließlich auf Flächen angebaut, die bereits vorher landwirtschaftlich (meist als Weideflächen) genutzt wurden. Damit wird sichergestellt, dass kein Urwald oder Primärwald vernichtet wird. 

Der Bio-Ölpalmenanbau trägt zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und der Artenvielfalt bei.
Im ökologischen Palmöl-Anbau ist der langfristige Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ein zentraler Aspekt. Die Düngung mit natürlichen Komponenten steht dabei im Vordergrund: Kompost (aus Ernteresten und unter Umständen in einer Mischung mit Viehdung), natürliches Sulfat, Magnesium und Kalium aus nicht-synthetischen Quellen. Die permanente Bodenbedeckung spielt eine wichtige Rolle. So wird Erosion aber auch unerwünschte Wasserverdunstung vermieden und eine natürliche Fixierung von Stickstoff durch Leguminosen ermöglicht. Die Regulierung des Beikrauts erfolgt rein mechanisch per Machete. Zur Eindämmung von Krankheiten und Schädlingen werden ausschließlich natürliche Mittel verwendet, zum Beispiel Nutzinsekten, natürliche Pilze oder Bakterien.

Die Produzenten von Bio-Palmöl übernehmen soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiter und Bauern.
Daabon Organic aus Kolumbien ist der führende Bio-Palmölproduzent. Seit 1994 beliefert dieses Familienunternehmen die deutsche Bio-Branche, auch die meisten Alnatura Herstellerpartner. Daabon zahlt seinen Mitarbeitern Löhne, die über dem Mindestlohn liegen. Die Kleinbauern, die auf eigenen Flächen Ölpalmen im Auftrag von Daabon kultivieren, haben mit Unterstützung von Daabon sogenannte Alianzas (Gemeinschaften) gegründet, die für sie von hoher wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung sind. Daabon bringt sich durch Abnahmegarantien und verschiedenste soziale Engagements (u. a. Schulen, medizinische Zentren) in die Kooperation mit den Alianzas ein. Seit 1992 ist Daabon ECOCERT bio-zertifiziert.
4. Welche Alnatura Produkte haben Palmfett als Zutat?
 

 

Auf den Alnatura Sortiment-Seiten geben wir Auskunft über unsere Produkte und sämtliche Zutaten. mehr
5. Kann auf Palmöl verzichtet werden?
 

 

Bislang ist dies nur in wenigen Fällen möglich. Palmfett vereinigt so viele positive Eigenschaften wie kein anderes pflanzliches Fett. Einen Brotaufstrich, der sich nicht streichen lässt, möchte niemand haben. Manche Produkte wie Kekse könnten auch mit Butter hergestellt werden, doch wollen viele Kunden keine tierischen Fette, auch kann das Produkt schneller ranzig werden. Dennoch prüfen wir bei jeder Produktentwicklung, ob in den Rezepturen statt Palmfett andere Fette verwendet werden können.
6. Woher beziehen die Hersteller der Alnatura Produkte ihr Palmöl?
 

 

Weltweit gibt es nur zwei Bio-Palmöl-Produzenten, die die Bio-Branche mit ausreichend und konstanten Mengen versorgen: Agropalma aus Brasilien und Daabon Organic aus Kolumbien. Unsere Herstellerpartner verwenden zum größten Teil Palmfett von Daabon Organic. Dieses Familienunternehmen ist seit 1992 bio-zertifiziert. Die Bio-Plantagen entsprechen den Anforderungen an eine ökologische und soziale Wirtschaftsweise und werden von den internationalen Bio-Zertifzierern als sehr gut bewertet (vgl. auch Frage 3).
7. Werden direkt oder indirekt Urwaldflächen für Alnatura Produkte zerstört?
 

 

Nein. Der ökologische Ölpalmen-Anbau schließt die Rodung von Primär- oder Urwäldern aus. Das ist auch einer der Gründe, weshalb der Bio-Anteil von Palmöl nicht beliebig ausgedehnt werden kann. Der Palmöl-Lieferant unserer Herstellerpartner kultiviert Ölpalmen nur auf solchen Flächen, die vorher bereits landwirtschaftlich genutzt wurden (meist als Weideland). Zusätzlich zu den regelmäßigen Kontrollen der Zertifizierungsstellen überprüfen unsere Herstellerpartner direkt vor Ort, dass diese Anforderungen eingehalten werden.
8. Müssen Orang-Utans oder andere Tiere für Bio-Palmöl weichen?
 

 

Nein. Die Ölpalm-Plantagen in Kolumbien wachsen ausschließlich auf bereits vorher landwirtschaftlich genutzten Flächen, d. h. kein Wald muss den Ölpalmen weichen. Damit wird die bestehende Artenvielfalt erhalten und teilweise sogar erhöht. In diesem Zusammenhang ist es uns wichtig zu betonen, dass Orang-Utans in Indonesien, jedoch nicht in Kolumbien leben.
9. Bio-Diesel und Bio-Palmöl: Ist das das Gleiche?
 

 

Nein. Die Vorsilbe „Bio-“ in Bio-Diesel wird in einem anderen Zusammenhang genutzt: Im Gegensatz zu den fossilen Ausgangs-Materialien für die Treibstoff-Herstellung (Erdöl und Erdgas), werden für Bio-Diesel nachwachsende, d.h. pflanzliche Rohstoffe genutzt. „Bio-“ weist hier nur auf den Zusammenhang mit der pflanzlichen Materie hin. Es sagt nicht aus, dass die Rohware für Bio-Diesel nach den Methoden des ökologischen Landbaus produziert worden ist.
10. Im Internet findet man kritische Meinungen zu Bio-Palmöl. Wie steht Alnatura dazu?
 

 

Diese Diskussionen basieren auf einem TV-Bericht von 2010. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter mehr