Ethik mit Genuss
Original Food importiert Wildkaffee aus Äthiopien – zu fairen Bedingungen.
Äthiopien gehört zu den acht Gen-Zentren der Welt – nur in wenigen anderen Gebieten findet man eine derartige Mannigfaltigkeit an pflanzlichen Gattungen und Arten. Etwa 7.000 verschiedene Pflanzenarten sind in dem nordostafrikanischen Staat beheimatet, rund 800 davon findet man ausschließlich dort. Allerdings: In den 1960er-Jahren war fast die Hälfte des Landes von Regenwäldern bedeckt, heute sind es nur noch knapp drei Prozent.
Im Südwesten Äthiopiens, in der Region Kaffa, wuchert einer der letzten Urwälder. Kaffa ist die ursprüngliche Heimat des Kaffees. Schon vor Tausenden Jahren wuchsen hier wilde immergrüne Kaffeebäume inmitten der riesigen schattenspendenden Bäume. Über 5.000 Varietäten der edlen »Coffea arabica « findet man auf diesem kleinen Stückchen Erde. Der wilde Kaffee wächst dort, wo er die günstigsten Wachstumsbedingungen vorfindet, und das spiegelt sich in einer Aromenvielfalt und -intensität wider, wie man sie auf Kaffeeplantagen bei weitem nicht erreichen kann. Die Vielseitigkeit der Region an Böden, Höhen und Klimata bringt zudem ganz individuelle Charakteristika der Arabica-Bohne hervor.
Im Südwesten Äthiopiens, in der Region Kaffa, wuchert einer der letzten Urwälder des Landes.
Auf einer Afrikareise lernte Reiner Klingholz, damals Geschäftsführer des Vereins »GEO schützt den Regenwald«, im Jahr 2001 den Wildkaffee von Kaffa kennen und war begeistert – das war der Startschuss für das Projekt »Bonga Forest«. Mit dem Freiburger Florian Hammerstein gewann er einen engagierten Partner für den Import dieses besonderen Kaffees nach Deutschland. Hammerstein gründete dafür die Firma »Original Food«. Das Ziel ist eine ökologische, ökonomische und soziale Unterstützung der Region Kaffa.
Die Bauern pflücken die wilden Kaffeebohnen von Hand. Die Bohnen transportieren sie entweder auf dem Kopf (s.o.) oder mit einem Lasttier.
Und das geht so: Die Bauern vor Ort erhalten für den Wildkaffee einen angemessenen, deutlich über Weltniveau liegenden Preis und langfristige Abnahmegarantien. Die Wälder werden so zu einer wichtigen Einnahmequelle. Aus Unwissenheit und Armut heraus hatten die Einwohner bislang die Baumriesen für die landwirtschaftliche Selbstversorgung – für Weideflächen und Brennholz – gerodet. Jetzt pflücken die Kleinbauern dort die wilden Kaffeebohnen von Hand. Das schützt und erhält die Regenwälder und mit ihnen die natürlichen Ressourcen. Unterstützung erhält Original Food unter anderem von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) und von Rotary International.
Bevor die getrockneten Bohnen (s.u.) zur Röstung nach Europa exportiert werden, legen die Bauern sie zum Fermentieren in der Sonne aus.
Eine Partnerschaft, die so einiges stemmen konnte: Koope rativen wurden gegründet, Verwaltungsstrukturen aufgebaut, Waldmanagement-Pläne erstellt. Nicht zuletzt war es auch entscheidend, die Bauern in Sachen Ernte und Verarbeitung der Kaffeekirschen zu schulen und so die optimale Qualität aus den einzigartigen wilden Bohnen herauszukitzeln. Initiativen zur Gesundheitsförderung und Familienplanung begleiten das Projekt. So werden beispielsweise Krankenschwestern und Hebammen finanziert sowie Jugendclubs unterhalten, die etwa über HIV und Aids aufklären. In 26 Kooperativen mit rund 6.000 Bauern werden mittlerweile Bohnen in Kaffa gesammelt. Zusammengeschlossen zu einem Dachverband exportieren sie mit eigener Lizenz – ohne ausbeutenden Zwischenhändler.
Spenden
Auch Teetrinker können helfen, die Zukunft der Kaffeepflücker in einem intakten Regenwald zu sichern:
GEO schützt den Regenwald e.V.
Spendenkonto 0 544 544, Stichwort Kaffa
Deutsche Bank AG Hamburg, BLZ 200 700 00