Öle
Schon vor mehr als 6.000 Jahren wurde im heutigen Syrien und in Palästina Olivenöl hergestellt und mit Gold aufgewogen. Heute gibt es eine große Auswahl verschiedenster Pflanzenöle.
Warum Bio-Öle?
Konventionell werden Öle meist durch Einsatz von Lösungsmitteln (n-Hexan, Leichtbenzin) gewonnen. Dieses „Rohöl“ ist ungenießbar. Deshalb wird es raffiniert, das heißt gereinigt: Es wird entschleimt, entsäuert, entfärbt und desodoriert. Dies geschieht bei Temperaturen bis 270 Grad Celsius, und ein klares, fast geschmackloses Produkt entsteht, welches viele seiner Inhaltsstoffe verloren hat. Bio-Öle werden dagegen nur gepresst (ohne Zufuhr von
Wärme) und gefiltert, nicht raffiniert, und dann abgefüllt.
Natives Olivenöl extra: höchste Qualitätsstufe. Freie Fettsäuren max. 0,8 g/100 g. Geschmacksnoten: bitter, fruchtig, scharf sind typisch. Pressung ausschließlich mit mechanischen Verfahren. Zusätzliche Angabe „erste Kaltpressung“, wenn Presstemperatur 27 °C nicht übersteigt.
Natives Olivenöl: gute Qualität. Freie Fettsäuren max. 2 g/100 g. Pressung wie bei „Natives Olivenöl extra“.
Welches Öl kann ich zum Braten verwenden?
Viele Öle sollten nicht zu stark erhitzt werden. Sehr gut eignen sich zum Braten Erdnussöl, Olivenöl sowie spezielles Bratöl.
Wie sollte ich Öle lagern?
Kühl und dunkel. Geöffnet sind Bio-Öle oft nicht lange haltbar. Deshalb nicht zu viele Sorten auf einmal benutzen. Bei Lagerung im Kühlschrank kann vor allem Olivenöl fest werden.
Wie erklären sich Geschmacksunterschiede?
Bio-Öle behalten durch ihre Naturbelassenheit den vollen Geschmack. Da für den Geschmack der Boden, das Klima und der Jahrgang verantwortlich sind, kann er sich ändern. Hier ist es wie mit einem guten Wein.
Wofür eignet sich ...
Distelöl – recht milder Geschmack. Gut für Salate, aber nicht zum Erhitzen geeignet. Nicht lange haltbar.
Erdnussöl – aromatisch. Verträgt auch starke Hitze. Gut haltbar.
Kürbiskernöl – intensiver würzig-nussiger Geschmack. Sparsam dosieren. Harmoniert sehr gut mit Balsamico-Essig. Nicht erhitzen.
Leinöl – starker Eigengeschmack. Geöffnet nur sehr kurz haltbar.
Rapsöl – aufgrund seiner Fettsäurezusammensetzung (enthält Omega 3 Fettsäuren) zum Dünsten und Verfeinern von warmen Gerichten. Lange haltbar.
Bratöl – Öl aus speziell gezüchteten Sonnenblumen, das sich für hohe Temperaturen eignet.
Sesamöl – für die Asia-Küche geeignet, gut haltbar, nicht zu stark erhitzen.
Sojaöl – intensiver Eigengeschmack. Eignet sich gut zum Backen. Nicht sehr lange haltbar.
Sonnenblumenöl – mild. Zum Dünsten geeignet, nicht aber zum Braten. Recht gut haltbar.
Olivenöl – typisches intensives Aroma. Beliebtes Salatöl, eignet sich auch zum Braten und Kochen.
Spezialitäten:
Kalamata – griechisches Öl aus der dunklen Kalamata-Olive. Unbedingt probieren.
„Blume des Öls“ – nur durch Abtropfen aus dem Mahlgut, ohne Pressung gewonnen. Dies erfordert zehn bis zwölf Kilogramm Oliven für einen Liter Öl. Nicht filtriert, daher der Bodensatz.
Walnussöl – macht jeden Salat zur Delikatesse. Nicht erhitzen. Tipps: Gedünstete Maiskolben mit Walnussöl beträufeln. Bei trockenen, spröden Lippen etwas Walnussöl auftragen.
Mandelöl – duftendes Öl mit feiner Mandelnote. In der Backstube lassen sich hieraus köstliche Kuchen und Kleingebäcke zaubern.