Ökologisch und ästhetisch
Alnatura startet eines der größten Bio-Verteilzentren Europas im südhessischen Lorsch.
Über 100 verschiedene Herstellerpartner produzieren die Alnatura Bio-Leckereien. Bisher gelangten sie auf vielfältigen »dezentralen« Wegen in die Regale der Super Natur Märkte und der Filialen von dm, tegut, BUDNI, Globus und HIT. Die Handelspartner etwa holten den Großteil der Ware bei den jeweiligen Herstellern ab, einige Hersteller lieferten die Produkte direkt an die Alnatura Filialen. Mit dem Start des Verteilzentrums im südhessischen Lorsch und einer »zentralen« Logistik beginnt für Alnatura ein neuer Abschnitt in der Unternehmensgeschichte: Mit der neuen Warenverteilung können viele Transportkilometer eingespart und die stetig wachsende Anzahl von Alnatura Filialen und Märkten der Handelspartner noch umweltgerechter beliefert werden. So hat sich Alnatura bewusst für die Ansiedlung in der Stadt Lorsch entschieden, da von hier aus die effiziente Verteilung der Waren optimal gewährleistet ist. Das Verteilzentrum befindet sich in unmittelbarer Nähe der A67 und unweit der A5 – also in direkter Anbindung an das bundesweite Autobahnnetz.
2.900 verschiedene Bio-Produkte von Alnatura und Naturkostmarken wie De Rit, Lebensbaum oder GEPA – also das gesamte sogenannte Trockensortiment – werden seit März aus Lorsch an die Alnatura Filialen geliefert, die Alnatura Produkte zudem an die Läger der Handelspartner sowie an vier regionale Bio-Großhändler. Frischeprodukte – also Obst, Gemüse, Brot und Backwaren, Milch und Molkereiprodukte – erhalten die Alnatura Filialen weiterhin von regionalen Bauern und Bäckern sowie den regionalen Großhändlern. Der Lieferverkehr kann dadurch erheblich verringert werden. Außerdem sparen die täglich etwa fünf bis zehn Anlieferungen weniger den Alnatura Mitarbeitern in den Filialen viel Zeit und der Umwelt Emissionen.
Im März 2009 erfolgte der Spatenstich, ein Jahr später der Startschuss für eines der größten Bio-Verteilzentren Europas und die eigene Alnatura Logistik. Auf einer Grundstücksfläche von 73.000 Quadratmetern entstanden im vergangenen Jahr zwei Lagerhallen mit einer Gesamtfläche von 20.800 Quadratmetern – das entspricht etwa fünf Fußballfeldern – sowie ein Bürogebäude. Bei der Konzeption wurde auf Nachhaltigkeit und ökologische Kriterien geachtet. Götz E. Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura, erläutert: »Sinnvoll für Mensch und Erde – dieser Unternehmensgrundsatz gilt für Alnatura bereits seit über 25 Jahren. Nachhaltigkeit, ökologische Kriterien für den Bau und möglichst umweltverträgliche Transporte sind auch unser Anspruch an unser neues Verteilzentrum.«
Die gesamte Fassade des Verteilzentrums besteht aus heimischer Lärche des Odenwalds. Zusammen mit einem frischen grünen Anstrich verleiht das Holz dem Gebäude sein außergewöhnliches Antlitz: Wer in den vergangenen Monaten auf der Autobahn A67 an der malerischen Stadt Lorsch mit ihrem Weltkulturerbe, der ehemaligen Benediktiner-Abtei, vorbeigefahren ist, dem stach das Alnatura Verteilzentrum sicherlich ins Auge. Das Dach des Bürogebäudes wird begrünt. Durch diese und andere Grünflächen mit vielen Bäumen soll das Grundstück eine ästhetische Gestaltung erhalten und sich in die umliegende Umgebung einfügen. Der Anspruch ist, dass – neben den ökologischen Aspekten – sich auch die dort tätigen Menschen wohlfühlen können und ein angenehmes Arbeitsumfeld vorfinden.
Im Bereich Energie waren von vornherein ein möglichst geringer Stromverbrauch und der Einsatz regenerativer Energien ausschlaggebend: Die Lagerhallen werden durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, bei der die Umgebungsluft der Energieträger ist, in Verbindung mit einer Fußbodenheizung/-kühlung temperiert. Um den Energieverbrauch zu minimieren, kommen ausschließlich Energieeffizienzleuchten zum Einsatz. Das Bürogebäude wird mit einer Geothermieanlage beheizt bzw. gekühlt: Je nach Jahreszeit wird Erdwärme oder Erdkühle eingesetzt. Die weitere Energieversorgung erfolgt ausschließlich mit Strom aus Wasser- und Windkraft, bereitgestellt durch die EWS Schönau, und ermöglicht damit einen klimaneutralen Betrieb des Verteilzentrums.
Auf dem Dach der Lagerhallen befindet sich der Alnatura Sonnengarten, eine 7.821 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 1.100 kWpeak – durchschnittlich 260 Haushalte können so mit Strom aus Sonnenkraft versorgt und jährlich circa 918 Tonnen CO2 eingespart werden. Betreiber des Alnatura Sonnengartens ist die KWS (Kraft-Wärme-Schönau GmbH), ein Partnerunternehmen der EWS Schönau. Betreiber des Verteilzentrums ist die Rudolph Logistik Gruppe. Weitere Speditionspartner sind die Dialog Berlin-Brandenburg GmbH und die Andreas Schmidt Transport GmbH. 60 Arbeitsplätze wurden durch das Verteilzentrum neu geschaffen. Klaus Böhmer, Leiter der Alnatura Logistik, resümiert: »Mit unseren Logistikpartnern bilden wir eine kleine Alnatura Logistik-Familie. Wir sitzen alle in einem Bürogebäude und arbeiten gemeinsam für dieselbe Sache.«