»Merhaba«, so begrüßen sich Res¸at und Ismet. Es folgt das obligatorische Küsschen unter Männern und ein freundschaftliches Rückenklopfen.
Res¸at ist Agraringenieur von Rapunzel und Ismet der Vorstand des westanatolischen Ökobauern-Dorfs Tekelioglu. Man merkt, es herrscht Vertrauen zwischen dem Rapunzel-Mitarbeiter und dem Landwirt, obwohl Res¸at gekommen ist, um die Qualität der Sultaninen zu kontrollieren, die gerade geerntet werden, und die Abnahmemenge von Rapunzel zu bestimmen.
22 Bauern aus dem Dorf haben seit 1989 einen Vertrag mit Rapunzel. Sie bauen nach ökologischen Richtlinien Sultaninen, Tomaten, Paprika, Baumwolle, Oliven, Weizen, Gerste und Sesam an, und Rapunzel bezahlt ihnen acht bis zwölf Prozent Bio-Prämie auf die Rohware.
Erntehelferinnen beim Ausbreiten und Vermischen der im Trocknungsprozess befindlichen Weinbeeren. Ohne Sonnenschutz geht bei gefühlten 50 Grad Celsius nichts
80 Prozent aller Bauern des Dorfes Tekelioglu haben inzwischen gesamtbetrieblich auf ökologischen Anbau umgestellt. Früher bauten sie auf den 1.000 Hektar rund um das Dorf am See »Marmara Gölü« hauptsächlich konventionellen Tabak und Weizen an.
Der See war durch den Kunstdünger und Pestizideinsatz stark belastet, inzwischen hat sich das Ökosystem so weit erholt, dass die Fischer im See wieder angeln können. In den letzten Jahren schlossen sich fünf Nachbardörfer dem Modell des ökologischen Dorfprojektes an.
Vor dem Trocknen werden die Sultaninen mit einer Lösung aus Pottasche, Olivenöl und Wasser besprüht, das verringert die Trocknungszeit
Das Büro von Rapunzel im Dorf Tekelioglu
Sultaninen-Ertrag:
Auf einem Hektar erntet man ca. 20 Tonnen Sultaninen, getrocknet wiegen diese noch fünf Tonnen.