Natürlich aus Tradition

»Die Seife ist ein Maßstab für den Wohlstand und die Kultur von Staaten.« Justus von Liebig, deutscher Chemiker, 1844

 

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Die Geschichte der Seife beginnt bereits in der Antike, als die Sumerer 4.000 Jahre v. Chr. erste Rezepte aus Pflanzenasche und Ölen entwickelten. In Europa blieben Seifen jedoch Jahrhunderte lang den vornehmen Ständen vorbehalten. Der Adel legte Wert darauf, sich durch das Verwenden von Seifen von den niederen Schichten zu unterscheiden. »Die Seife ist ein Maßstab für den Wohlstand und die Kultur von Staaten«, sagte 1844 auch der deutsche Chemiker Justus von Liebig. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Seifenarten. Zunächst einmal unterscheidet der Handel Haushaltsseifen, das sind einfache Fest- und Schmierseifen sowie Seifenflocken, die aus getrockneten Festseifen gemacht werden. Den weitaus größten Teil machen allerdings Fein- oder Toilettenseifen zur Körperreinigung aus. Hier hat die Flüssigseife mittlerweile den Seifenstücken den Rang abgelaufen, da viele den Spender als praktischer und hygienischer empfinden. Die Qualität der Seife hängt in erster Linie von den verwendeten Fetten ab. Alle anderen Zusätze wie Pflanzenextrakte, Farben und Duftstoffe machen insgesamt unter fünf Prozent aus. In der Naturkosmetik sind tierische Fette tabu. Ausschließlich hochwertige Pflanzenöle, beispielsweise Palm-, Kokos-, Sonnenblumen- und Olivenöl, so weit möglich aus kontrolliert biologischem Anbau, kommen hier zum Einsatz.

Sowohl feste als auch flüssige Seifen enthalten als waschaktive Substanzen sogenannte Tenside. Sie lösen den Fettfilm auf der Haut und spülen ihn mit dem Waschwasser ab. Während konventionelle Hartseifen Seifentenside enthalten, werden bei Flüssigseifen vielfach Zuckertenside oder Gemische aus Zuckertensiden und Seife verarbeitet. Flüssigseifen können sowohl aus natürlichen Ölen und Fetten als auch auf der Basis von sogenannten Syndets, synthetisch hergestellten Waschrohstoffen, hergestellt sein. Grundsätzlich greifen Tenside den Säureschutzmantel der Haut an. Naturkosmetik-Seifen reinigen jedoch mit milden und hautverträglichen Kokos- und Zuckertensiden. Die schäumen zwar weniger als künstlich hergestellte Tenside, auf die Reinigungseigenschaft hat das jedoch keinerlei Einfluss. Um die Haut zusätzlich geschmeidig zu machen, setzen einige Naturkosmetik- Hersteller auf einen hohen Olivenölanteil in der Grundseife. Andere mischen rückfettende Öle wie Karitébutter vom afrikanischen Sheabaum, Avocado- oder Jojoba-Öl in ihre Produkte. Sie sorgen dafür, dass sich nach dem Waschen ein schützender Fettfilm über die Haut legt. Bio-Seifen verzichten außerdem auf den chemischen Komplexbildner EDTA. Dieser synthetische Stoff wird häufig als Konservierungsmittel beigemischt. Anders als die Seife ist EDTA aber nur schwer oder gar nicht abbaubar.

Ob eine Seife duften soll oder nicht, ist Geschmackssache. Wertvolle ätherische Öle sorgen in Naturkosmetik-Seifen für eine angenehme Duftnote. Die Auswahl ist vielfältig und reicht von Wildrose über Ringelblume, Sanddorn, Honig oder Lavendel bis hin zum würzigen Aroma der ebenso belebenden wie auch beruhigenden Speickpflanze. Unabhängig davon, ob die naturkosmetische Seife duftet oder nicht, pflegt sie nach jahrhundertealter Tradition die Haut und schont außerdem die Umwelt.

 

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