Nachwuchs-Förderung
Dieses Stecklingsregal ist die perfekte Kinderstube für Ihre grünen Sprösslinge.
Der Nachbau ist leicht und geht schnell – das verspricht Schreiner Florian Widmer, der das Stecklingsregal entworfen und gebaut hat. Seine Schätzung: »In zwei Stunden haben Sie es fertig.« Das schöne Stück besteht aus schlichten Reagenzgläsern, die mit O-Ringen aus dem Sanitärfachhandel in ein Holzregal gesetzt werden. Für den Korpus empfiehlt Florian Widmer Multiplexplatten aus Birke (Bild 1). Die sind stabil und wirken – mit einem Farböl angestrichen, beispielsweise im dunklen Ton der Holzart Wenge – sehr edel.
Dann muss die neue Kinderstube nur noch mit Leben gefüllt werden. »Gehen Sie Ihren Lieblingspflanzen an den Kragen «, empfiehlt der Gartenexperte Friedrich Grimm und zeigt, wie es geht: Er schneidet von einem Buchsbaum kleine Ableger ab, kappt unten ein paar Blattpaare und bettet sie in die Reagenzgläser mit Torf-Sand-Gemisch. Dann gönnt er den Nachkommen einen warmen Platz, deckt sie mit Folie zu und hält sie feucht.
So geht's:
Bild 1
Der Korpus besteht aus vier Teilen: Oberseite und Boden und zwei Seiten. Alle Teile werden mit der Kreissäge passend geschnitten. Wer möchte, lässt sich das Holz nach Maß im Baumarkt zuschneiden (Bild 1).
Bild 2
Im oberen Brett sitzen später die Reagenzgläser. Für sie zeichnet der Schreiner mit Bleistift und Meterstab die Bohrpunkte auf (Bild 2), die sechs Zentimeter auseinander sitzen. Dann bohrt er mit dem Forstner-Bohrer sechs Löcher hinein, zunächst für die Reagenzgläser mit einem 30-Millimeter-Durchmesser. Es ist darauf zu achten, dass die Löcher etwas größer als der Rea genzglasdurchmesser sind – sie können nachträglich mit einer Rundfeile vergrößert werden. Florian Widmer bohrt in die Reihe davor versetzt fünf zusätzliche Löcher für weitere Gläser, diesmal mit einem Durchmesser von etwa 25 Millimetern. Um den Tisch nicht zu beschädigen, benutzt er eine alte Holzplatte als Unterlage.
Bild 3
Seitenteile
Um Oberseite und Bodenplatte mit den Seitenteilen zu verschrauben, zeichnet Schreiner Florian Widmer erst Bohrlöcher auf die Seitenteile. Zum Seitenrand hält er dabei sechs Millimeter Abstand, zu den Rändern oben und unten jeweils drei Zentimeter. Er bohrt mit einem 3,5-Millimeter- Bohrer in beide Seitenteile oben und unten je zwei Löcher. Danach schraubt er erst ein Teil an Ober seite und Boden, dann das andere (Bild 3).
Bild 4
Feinschliff
Nun glättet Florian Widmer die Löcher und Kanten am Korpus mit Schleifpapier und streicht das Regal mit Farböl ein (Bild 4) – Laien verwenden am besten einen Pinsel. Das Öl gibt dem Holz eine warme, dunkle Farbe und lässt die Maserung hervortreten. »Suchen Sie sich einen Platz, an dem man kleckern darf«, rät der Experte. »Bei Löchern tropft es immer.« Zum Abschluss reibt er mit einem saugfähigen, alten Lappen über das Holz. Dieser nimmt die überschüssigen Ölreste auf. Nun stülpt er die O-Ringe über die Reagenzgläser und platziert sie in unterschiedlichen Höhen – so, wie sie im Regal sitzen sollen.
So klappt es mit Stecklingen:
Stecklinge ziehen ist kinderleicht. Gut geeignet sind Zierpflanzen wie Azaleen, Rosen, Usambaraveilchen oder Yuccapalmen, aber auch Lavendel oder Buchs, weiß Gartenbautechniker Friedrich Grimm.
Hier seine drei Stecklings-Tipps:
• Schneiden Sie von Ihrer Lieblingspflanze etwa fünf Zentimeter lange Triebspitzen mit bis zu drei Blattpaaren ab.
• Stecken Sie die Triebe in ein nährstoffarmes Torf-Sand- Gemisch, das der Fachhandel fertig anbietet. Darin entwickeln sich die Wurzeln besonders schnell, weil die Pflanze nach Nährstoffen suchen muss.
• Stecklinge lieben hohe Luftfeuchtigkeit. Die erzeugen Sie leicht, wenn Sie ihnen Folie oder Glashauben überstülpen.
Fan von Alnatura werden
Alnatura folgen
Alnatura fürs Smartphone