„Ich bin kein Spritzfreak“, erklärt Landwirt Matthias Florin. Sympathie für die Bio-Landwirtschaft hat er schon lange, aber auch Bedenken: Etwa ob der Milch-Ertrag beim Verzicht auf konventionelles Kraftfutter nicht zu gering ausfällt. Oder ob die Unkrautbekämpfung ohne chemische Keule nicht zu zeitraubend ist.
Auf der Informationsveranstaltung „Zukunftsinitiative für mehr Bio-Bauern“ von Alnatura hatte er die Gelegenheit, solche Fragen zu stellen – an Bio-Praktiker, wie Landwirte und Berater von Öko-Landbauverbänden. Alnatura organisiert und finanziert zusammen mit seinen Handelspartnern die „Zukunftsinitiative“, zu der neben Informationsveranstaltungen auch Hof-Beratungen gehören. Ein wesentlicher Beitrag dazu stammt aus dem Verkaufserlös der Kundenedition – Alnatura-Bio-Lebensmittel, deren Verpackungen Kunden gestaltet haben.
„Kunden wünschen sich regionale Produkte – aber es gibt nicht genügend Bio-Bauern in Deutschland, um die steigende Nachfrage zu befriedigen“, sagt Dr. Manon Haccius, Leiterin Qualitätsmanagement bei Alnatura. Viele Landwirte überlegen, auf Bio umzustellen – doch um den Gedanken in die Tat umzusetzen, brauchen sie gute Argumente. Die besten liefern Bio-Landwirte wie Joachim Kemper, der für eine Veranstaltung der„Zukunftsinitiative“ seine Hoftüren geöffnet hat.
Seine Kollegen, die ihre Höfe bisher konventionell bewirtschaften, waren bei der Besichtigung beeindruckt, denn: Bio bedeutet nicht die Rückkehr ins 19. Jahrhundert, sondern den Aufbruch in Zukunftstechniken. So suchen die Kühe selbstständig Melkroboter auf – und bescheren dem Landwirt neben einer exzellenten Milchleistung eine erhebliche Zeitersparnis. Maschinelle Hacken befreien die Gemüse-Aussaat effektiv von Unkraut, und das ist schonender für die Umwelt als chemische Mittel.
Doch nicht nur die Arbeit auf dem Hof ändert sich. „Gewöhnlich haben Bauern einen festen Abnehmer und erhalten für ihre Ware einen festgesetzten Preis. Als Bio-Landwirt muss man sich stärker um die Vermarktung seiner Produkte kümmern“, erläutert Joachim Kemper. Empfehlenswert sei es, sich einem Öko-Landbauverband wie Bioland oder Demeter anzuschließen. Sie beraten Landwirte, und die von ihnen zertifizierten Produkte genießen hohes Ansehen bei den Kunden. Für die über 20 interessierten Landwirte war die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und eine Existenz als Bio-Bauer schon einmal gedanklich durchzuspielen. Und für einige war sie vielleicht der entscheidende Anstoß, ihren Hof umzustellen – und mit ihrer Ernte schon bald die Alnatura-Regale zu bestücken.
Quellenangabe:
"alverde - das Kundenmagazin von dm-drogeriemarkt"
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