Lippenbekenntnis

Dekorative Naturkosmetik / Teil 3: Kein anderes Schminkutensil erfreut sich derart großer Beliebtheit wie der Lippenstift. Mehr als die Hälfte aller Frauen betont mit ihm Form und Farbe ihres Mundes.

 

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Mit 36 Millionen Stück pro Jahr ist der Lippenstift das meistverkaufte Schminkprodukt Deutschlands. Das verwundert nicht weiter, gilt doch der rote Mund seit jeher als Inbegriff der Sinnlichkeit. Ob in Paul Zechs »Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund« oder den legendären »Lucky Lips« von Cliff Richard – unzählige Gedichte und Liedtexte beschwören die sinnliche Ausstrahlung eines schönen Mundes. Für viele Frauen sind deshalb bei einem Ter­min oder einer Verabredung perfekt geschminkte Lippen ein Muss.

Unsere Lippen sind empfindlich: Sie haben weder Talg- noch Schweißdrüsen, die für Fett und Feuchtigkeit sorgen könnten, ihre Haut enthält nur wenig Melanin als Schutz gegen UV-Strahlung und ihre Hornschicht ist besonders dünn. Der ideale Lippenstift sollte der Haut guttun, ihr keine Feuchtigkeit entziehen, dabei weder zu weich noch zu hart sein, sich zu jeder Jahreszeit gut auftragen lassen und vor UV-Strahlung schützen. Um all diesen Ansprüchen gerecht zu werden, setzen Naturkosmetikhersteller auf Öle und Wachse, Farb­pig­mente und Mineralien. Jojoba- und Mandelöl, Sheabutter, Bienen- und Carnaubawachs sowie das aus den Blättern mexikanischer Wolfsmilcharten stammende Candelilla­wachs pflegen die Lippenhaut und bewahren sie davor, Feuchtigkeit zu verlieren. Zudem machen ätherische Öle und Auszüge aus Heilpflanzen wie Hagebutte, Karotte, Rosenblüte und Wundklee spröde Lippen weich und geschmeidig. Um sie vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen, kann das Mineral Titandioxid beigemengt werden, das wie ein Spiegel die Sonnenstrahlen reflektiert. Zusätzlich setzen manche Hersteller ihren Lippenstiften pflanzliche Ceramide aus Weizenkeimöl zu. Sie wirken dem Alterungsprozess entgegen und glätten die Haut.

Ob der Lippenstift eher weicher oder härter ist und wie lange er haftet, hängt von dem Mischungsverhältnis von Öl und Wachs ab. Je mehr Ölanteile er enthält, desto kürzer bleibt die Farbe haften. Überwiegen dagegen Wachse und Pigmente, hält er umso länger. Hier unterscheiden sich die Rezepturen der Hersteller – so hat die Kundin die Wahl zwischen Produkten, die beim Auftragen nicht ganz so cremig sind, dafür länger halten, während bei anderen ein hoher Ölanteil für cremige Pflege und schimmernden Glanz sorgt.

In puncto Farbe bieten die Hersteller eine breite Palette vor allem an Erdtönen. Diese entstehen durch den Einsatz mineralischer Farbpigmente wie beispielsweise Eisenoxid, wogegen bestimm­te Pinktöne nur mithilfe von chemischen Farbstoffen gelingen und damit ein Tabu in der Naturkosmetik sind. Auch leuchtende Rottöne sind nicht ganz unproblematisch. Dagegen sorgen natürliche Mineralien für einen zarten Perlmuttglanz oder rosa und gelbliche Nuancen.

Visagisten glätten vor dem eigentlichen Schminken der Lippen mit einer Creme feine Risse. Etwas Puder sorgt dafür, dass die Farbe besser hält. Basis für echte Glamourlippen ist ein Konturenstift im Farbton des Lippenstiftes. Wichtig: Immer von außen nach innen ziehen, so gelingt der Linienschwung am besten. Lippen idealerweise mit einem Pinsel ausmalen. Ein Hauch Gloss sorgt für zusätzlichen Schimmer.

Ab und zu kann ein kleines Lippen-Peeling nicht schaden: Mit der Zahnbürste oder dem feuchten Waschlappen Hautschüppchen vorsichtig abreiben. Zusätzlich pflegend und heilsam wirkt eine Honig-Joghurt-Kur: Honig mit Joghurt mischen, auf den Mund auftragen und zehn bis 15 Minuten einwirken lassen. Anschließend je nach Geschmack ablecken oder abwischen, dann sind die Lippen wieder samtig weich.

 

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