BÖLW fordert Anbaustopp für Gentechnik
Keine GVO-Verunreinigung in Alnatura Leinsamen.
Die Funde in kanadischem Leinsamen zeigen, dass die Agro-Gentechnik nicht beherrschbar ist.
Anfang September meldeten Baden-Württembergische Behörden Gentechnik-Funde in einem Großteil von Proben konventioneller Leinsamen. Das Chemische und Veterinär-Untersuchungsamt Freiburg hatte 41 Proben abgepackter Leinsamen unter die Lupe genommen. In 16 Proben wurden dabei Spuren einer gentechnisch veränderten kanadischen Leinsamenart gefunden. 14 Proben aus ökologischem Anbau wiesen keine Spuren auf.
„Die aktuellen Gentechnik-Funde in Leinsamen belegen ein weiteres Mal, dass Agro-Gentechnik eine nicht beherrschbare Technologie ist", kommentierte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die Meldung. Und: „Der genveränderte Leinsamen, der in Kanada seine Zulassung bereits vor Jahren verloren hat und angeblich nie kommerziell angebaut wurde, zeigt in aller Deutlichkeit, worauf wir immer warnend hingewiesen haben: Gentechnisch veränderte Pflanzen, die lebend und vermehrungsfähig in der freien Natur angebaut werden, sind weder eingrenzbar noch rückholbar". In einer Pressemitteilung forderte der BÖLW vor diesem Hintergrund von der Bundesregierung ein definitives Aussetzen jeglichen Gentechnik-Anbaus in Deutschland.
Alnatura Bio-Leinsamen stammt aus Südamerika. In allen bislang beprobten Chargen sind keine gentechnischen Verunreinigungen nachgewiesen worden. Da Bio-Anbau nicht unter der Glasglocke stattfindet, sind diese Art von Verunreinigungen trotz strengster Qualitätssicherungsmaßnahmen aber nicht grundsätzlich auszuschließen.