31.01.2008

Leben mit Zöliakie

Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste – die Zahl unserer wichtigsten Brot- und Backgetreide ist überschaubar klein, aber auf unserem Speiseteller sind sie weit verbreitet.

 

Glutenfreie Getreidesorten wie Reis und Mais sind die Basis für Nahrungsmittel, in die auch alle Zöliakie-Erkrankten mit Genuss beißen können. Eine breite Auswahl an glutenfreien Bio-Produkten ist in den Alnatura Super Natur Märkten erhältlich.

Zum Leidwesen all jener, denen das Getreide gefährlich werden kann. Zöliakie-Erkrankten macht der Eiweißbestandteil Gluten im Getreide zu schaffen, sie können es nicht verdauen. Schon ein Achtel Gramm Weizenmehl kann ausreichen, den Dünndarm zu schädigen und Beschwerden auszulösen. Besonders tückisch ist, dass das Gluten auch versteckt vorkommt, zum Beispiel im scheinbar harmlosen Ketchup, wo es als lebensmitteltechnologische Zutat oft vertreten ist.

Nach Angaben der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. in Stuttgart sind EU-weit 2,5 Millionen Menschen von Zöliakie betroffen. In Deutschland findet sich etwa eine Person unter 1.000 mit dieser Lebensmittelunverträglichkeit. Viele wissen gar nichts von ihrer Krankheit, denn 80 bis 90 Prozent aller Patienten haben keine Symptome oder sie treten unspezifisch auf. Die Krankheit zeigt Symptome wie beispielsweise Durchfall, Übelkeit, vorgewölbter Bauch, Blähungen, Appetitlosigkeit und Nervosität, die Betroffene und Ärzte an ganze andere Ursachen denken lassen, weshalb Zöliakie auch als »Chamäleon unter den Krankheiten« bezeichnet wird.

Bis die richtige Diagnose gestellt wird, vergehen im Durchschnitt bis zu sieben Jahre. Bei Kindern treten negative Folgeerscheinungen deutlich früher auf, oft mit der Fütterung des ersten Babybreies. Die Kinder zeigen Wachstumsstörungen und ein geringes Körpergewicht. Zu verstehen sind diese Folgen erst beim näheren Betrachten der Krankheit. Zöliakie-Erkrankte reagieren auf den Eiweißstoff Gluten im Dünndarm mit Autoimmunreaktionen, wobei es zu einer Entzündung und Schädigung der Darmschleimhaut kommt. Je nach Ausmaß der Schädigung ist die Nährstoffaufnahme erschwert, und es kommt zu Mangelerscheinungen. Blutarmut und Osteoporose zählen beispielsweise zu den Folgeerscheinungen.

Grundsätzlich gilt: Je früher die Diagnose gestellt wird, umso besser, damit die Schädigungen nicht fortschreiten und Zellregenerationen noch leicht möglich sind. Aber wie kann sich überhaupt eine Zöliakie entwickeln? Vor dem Hintergrund einer genetischen Veranlagung können nach Ansicht von Wissenschaftlern Faktoren wie Viren, Belastungen wie Stress, eine Schwächung des Immunsystems oder eine Schwangerschaft die Krankheit zum Ausbruch bringen. Sie ist nach heutigen Erkenntnissen nicht heilbar. Die medizinische Forschung ist aber auf der Suche nach Medikamenten, die das Gluten im Darm »außer Kraft« setzen, sodass es zu keinen negativen Reaktionen kommen kann. Noch sind brauchbare Ergebnisse aber in weiter Ferne.

Zöliakie-Erkrankten bleibt bisher nichts anderes übrig, als dauerhaft glutenfrei zu leben. Nur so kann sich ihr geschädigter Dünndarm regenerieren, und sie bleiben frei von Beschwerden. Natürlich immer vorausgesetzt, die Getreidesorten Roggen, Weizen, Grünkern, Dinkel, Hafer, Gerste sowie verwandte Getreidearten und alle daraus hergestellten Lebensmittel werden strikt gemieden. Nicht nur Brot und Brötchen vom Bäcker sind tabu, auch andere geliebte Speisen wie Pizza, Pasta, Knödel, Kuchen und Müsliriegel gilt es aus der Ernährung zu streichen, sofern sie aus glutenhaltigen Getreiden bestehen.

Die glutenfreie Ernährung gelingt den Betroffenen zu Hause am besten, dort haben sie ihre Nahrungszubereitung selbst in der Hand. Geht es jedoch um die Außer-Haus-Verpflegung, wie in der Kantine, wird es schwieriger. Die genauen Zubereitungen sind in der Regel unbekannt, da wählen viele Unproblematisches wie Steak und Salat. Aber auch hier kann es Probleme geben. Wer würde schon auf die Idee kommen, dass in Pommes frites Gluten lauert? Das kann aber passieren, wenn diese vorgeformt sind und beim Hersteller die Ausstechform mit Mehl bestäubt wurde.

Am einfachsten ist es für Zöliakie-Erkrankte, wenn sie bevorzugt unverarbeitete Lebensmittel verwenden. Beim Getreide lässt sich auf Reis, Hirse, Buchweizen, Mais, Amaranth und Quinoa ausweichen. Zum Backen eignen sich Spezialmehle, die in Bio-Supermärkten, Naturkostläden, Reformhäusern und im Direktversand neben weiteren Lebensmitteln wie Brot, Müsli, Teigwaren und Gebäck speziell für die glutenfreie Ernährung angeboten werden. Gekennzeichnet sind solche Produkte meist mit dem Symbol einer durchgestrichenen Ähre. Sie bieten Sicherheit für alle Betroffenen und machen das Leben mit Zöliakie ein Stück leichter und bequemer.

Ausführliche Informationen zum Thema bietet die Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V. in Stuttgart: www.dzg-online.de/

Glutenfreie Bio-Produkte bietet Ihnen Alnavit: www.alnavit.de