Laktoseintoleranz

 

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Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker (Laktose), die durch einen Mangel an dem Verdauungsenzym Laktase hervorgerufen wird.

Betroffene können Milchzucker nicht ausreichend verdauen und vertragen daher keine oder nur wenig Milch und Milchprodukte. Nehmen diese Menschen Lebensmittel mit Milchzucker zu sich, gelangt dieser unverdaut in den Dickdarm, wo er von Bakterien verarbeitet wird. Dabei entstehen große Mengen an Gasen und organischen Säuren. Diese ziehen Wasser an und lösen heftige Darmbewegungen aus. Die Folgen können Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Durchfall und Übelkeit sein. Laktoseintoleranz – die Unverträglichkeit für Milchzucker – ist nicht mit einer Milcheiweißallergie zu verwechseln, bei der das Immunsystem auf Proteine (Eiweiße) in der Milch reagiert und Antikörper gegen diese bildet.

Gründe für einen Laktasemangel
Man unterscheidet drei Formen von Laktasemangel:

Neonataler (d. h. auf Neugeborene bezogener) Laktasemangel ist eine sehr seltene, angeborene Stoffwechselkrankheit und betrifft bereits Neugeborene.

Physiologischer oder primärer Laktasemangel beginnt nach dem Abstillen. Milchzucker ist während der Stillphase Hauptenergielieferant, daher bilden Säuglinge große Mengen an Laktase. Nach dem Abstillen werden allmählich geringere Mengen des Enzyms gebildet. Dies ist ein normaler Vorgang, der bei den unterschiedlichen Völkern verschieden stark ausgeprägt ist. Mitteleuropäer können in der Regel ihr Leben lang Milch und Milchprodukte ohne Probleme zu sich nehmen - weltweit ist ein Großteil der Menschen von einem physiologischen Laktasemangel betroffen, in Europa nur zwischen 10 und 20 Prozent der Bevölkerung.

Unter sekundärem Laktasemangel versteht man das Auftreten von Laktoseintoleranz als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen des Verdauungstraktes, z. B. Morbus Crohn (in Schüben verlaufende chronisch-entzündliche Darmerkrankung) oder Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit).

Bei Verdacht auf eine Laktoseintoleranz sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ernährung bei Laktoseintoleranz
Allgemein handelt es sich bei einer Laktoseintoleranz um keine schwerwiegende Unverträglichkeit, Es gibt zahlreiche Lebensmittel, die von Natur aus keinen Milchzucker enthalten. Je nach Schwere des Laktasemangels sollten Milch und Milchprodukten nur eingeschränkt verzehrt oder vollkommen gemieden werden. Die Milch anderer Säugetiere (Ziege, Schaf, Pferd) enthält ebenfalls den Milchzucker Laktose. Auf diese Milcharten kann daher nicht ausgewichen werden.

Aufmerksamkeit ist geboten bei verarbeiteten Produkten, da diesen Milchbestandteile, z. B. Laktose, zugesetzt sein können.

Neben Milch und Milchprodukten kann Laktose enthalten sein in:
• Brot und Backwaren (z. B. Milchbrötchen, Kekse)
• Wurstwaren
• Schokolade
• Eiscremes und Desserts
• Brotaufstrichen
• Gewürzmischungen
• Convenienceprodukten wie Tütensuppen, Saucen, Dressings, Tiefkühlfertiggerichten

Im Zweifelsfall lohnt sich die Anfrage beim Hersteller des jeweiligen Produkts.

Quellen
aid Infodienst
Verbraucherschutz-Ernährung-Landwirtschaft e. V
www.aid.de

Deutscher Allergie- und Asthmabund
www.daab.de

DEBInet Deutsches Ernährungsberatungs- und informationsnetz
www.ernaehrung.de

Forschungsinstitut für Kinderernährung
www.fke-do.de