LaSelva
Vom Feld ins Glas
Interview mit Karl Egger, Bio-Pionier und Gründer von LaSelva sowie Herstellerpartner für Alnatura Origin
Sie begannen vor 25 Jahren mit 37 ha Land hier in der Maremma, heute bewirtschaften Sie 428 ha ökologisch. Was bauen Sie auf Ihrem Landgut an?
Zum Beispiel Getreide, Wein, Tomaten, sämtliche Sorten Gemüse wie Zucchini, Auberginen, Zwiebeln, Kürbisse, Lauch, Peperoni, Paprika, Kohl und grünen Spar gel. Wichtig dabei ist, auf die Mischung und die Frucht folge zu achten, um das ökologische Gleichgewicht des Bodens wiederherzustellen. Dann haben wir noch Dauerkulturen: Obst, wie Pfirsiche, Aprikosen, Birnen und Äpfel; wir bauen auch Tierfutter wie Mais selber an. Ackerbohne und Luzerne dienen der Unkrautbefreiung und Stickstoffversorgung des Bodens sowie als eiweißreiches Tierfutter für unsere Chianina-Rinder und unsere Appennin-Schafe. Die Tiere sorgen wie derum für den natürlichen Dünger unserer Felder. Wenn Sie so wollen, nutzen wir einfach den Kreislauf der Natur. Die von uns gepflanzten Raine, Hecken und sogar 65 ha Wald bieten Insekten, Vögeln und Wild natürliche Rückzugsräume. Damit fördern und erhalten wir die Artenvielfalt.
Das Besondere bei LaSelva ist, dass Sie nicht nur anbauen, sondern Sie verarbeiten alle ökologischen Produkte in Ihren eigenen Produktionsanlagen. Was ist das Besondere an der Verarbeitung Ihrer Produkte?
Wir verarbeiten alles sofort frisch nach der Ernte nach alten italienischen Rezepturen der Einheimischen. Und fast sämtliche Produkte, die wir verarbeiten, bauen wir selber an. In unseren eingemachten Gemüsesorten oder Tomatensaucen sind keine Zutaten, die dort nicht reingehören. Da wird nichts gestreckt, nichts künstlich haltbar gemacht. Alle Zutaten erfahren eine schonende Zubereitung. Nur so bleiben ihnen der natürliche Geschmack und die Vitalstoffe erhalten.
Karl Egger, Bio-Pionier und Gründer von LaSelva
Gehen wir zurück zu den Anfängen von LaSelva. Mehr als 25 Jahre ist das her. Sie waren und sind nicht gerade der klassische Öko. Ein Unternehmer einer damals florierenden Elektro-Firma und Inhaber eines innovativen Plattenlabels lässt sich in der Südtoskana nieder, um Bio-Bauer zu werden. Wie kamen Sie 1980 auf eine solche Idee?
Einen Garten mit Gemüse hatte ich schon immer und einen Hang zur Landwirtschaft auch. Anfang der 70er thematisierte der Club of Rome zum ersten Mal die Gefahren und Folgen der Industrialisierung für unsere Umwelt. Das interessierte mich. Ich kaufte mir hier in der Maremma, wo ich es immer schon sehr schön fand, ein Stück Land und übte mich als Bio-Bauer ohne Geschäftsidee oder irgendein dahinterstehendes Konzept. Irgendwann stellte ich fest, dass man mit der Ernte eines Tomaten- oder Auberginen-Ackers ein ganzes Dorf versorgen kann. Meine Mitarbeiter und ich standen vor dem Problem, dass wir die gesamte frische Ernte nicht mehr loswurden, und fingen an, das Gemüse einzuwecken, um es haltbar zu machen – so wie die Menschen, etwa meine Großmutter, früher schon. So haben wir sehr viele Leute versorgt, bis wir auf einmal derart viel produziert hatten, dass wir es verkaufen mussten.
Seit wie vielen Jahren beliefern Sie Alnatura mit Ihren Feinschmecker-Produkten in Bio-Qualität?
Unsere LaSelva-Produkte verkaufen die Alnatura Super Natur Märkte schon seit einigen Jahren. Dass wir gemeinsam eine Produktlinie mit Ihrem Produktmanagement entwickeln, ist neu. Sie bekommen von uns alles aus einer Hand. Wir pflanzen, wir pflegen die Pflanzen, wir ernten und wir verarbeiten die Produkte. So wissen Sie und wir genau, welche Zutaten die Produkte enthalten.