Alnatura bedauert, dass das Charlottenburger Kino "Kurbel" in der Giesebrechtstraße aus wirtschaftlichen Gründen schließen muss. Laut Aussage des Vermieters fährt die Kurbel bereits seit Jahren sechsstellige Verluste ein - die Besucherzahlen seien zu niedrig, um das Kino weiterführen zu können. Aus diesem Grund hatte der Vermieter bereits vor längerer Zeit beschlossen, den Kinobetrieb einzustellen und nach neuen Nutzungsmöglichkeiten gesucht. Dabei hat er sich für eine Gebäudesanierung und die gewerbliche Nutzung des Erdgeschosses entschieden. Auf diese Entscheidung des Vermieters hatte Alnatura keinerlei Einfluss.
Bereits am 2. Dezember 2011 hatten wir zugesagt, dass wir dem Weiterbetrieb des Kinos nicht im Wege stehen, falls sich für den Fortbestand eine Möglichkeit ergibt. Seitdem stehen wir im Austausch mit dem Vermieter. Die Vorschläge der Initiative "Rettet die Kurbel" für einen Runden Tisch und ein Moratorium lehnt der Vermieter ab und beruft sich auf seine Aussagen gegenüber der Presse, unter anderem in der Berliner Zeitung vom 15.11.2011: Er sehe keine Zukunft für einen Kinobetrieb. Darüber hinaus werde er eine Vertragsauflösung durch Alnatura nicht akzeptieren. Würden wir dennoch aus dem Vertrag aussteigen, müssten wir für unsere Vertragspflichten einstehend und für die Mietzahlungen der nächsten Jahre aufkommen. Und selbst wenn der Vermieter einer Vertragsauflösung zustimmen würde: Der Kinobetrieb wird laut Vermieter definitiv nicht fortgeführt: Die Fläche würde anderweitig gewerblich vermietet.
Für den Vermieter standen nach eigener Aussage bei der Mietersuche nicht finanzielle Interessen, sondern eine sinnvolle Nutzung der Gewerbefläche im Vordergrund. Aus diesem Grund wollte der Vermieter ein Bio-Unternehmen als Mieter und nicht einen anderen Gewerbebetrieb. Der Mietpreis bewegt sich in einem für den Lebensmitteleinzelhandel marktüblichen Rahmen. Die Mietzahlungen beginnen erst mit dem Einzug in das fertig renovierte Gebäude, es gibt auch keinen Baukostenzuschuss durch Alnatura. Der Mietvertrag ist langfristig angelegt, was bei gewerblichen Immobilien die Regel ist.
Für uns steht nach wie vor fest: Falls sich eine Möglichkeit ergibt, das Kino zu erhalten, stehen wir dem nicht entgegen. Und wir sind jederzeit offen für Gespräche: Unser Geschäftsführer Götz Rehn hatte mit Vertretern aus der Politik sowie mit einer Rettet-die-Kurbel-Initiatorin gesprochen und ausführlich verschiedene Aspekte diskutiert. Jedoch hat der Vermieter mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass er keine Chance für eine Weiterführung des Kinobetriebs sieht.
Zur Standortwahl von Alnatura:
Wir bekommen viele Wünsche nach weiteren Alnatura Bio-Märkten in Berlin. Nachgefragt werden vor allem Filialen direkt in den Wohngebieten, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind. Deshalb sind wir auch in Charlottenburg schon seit längerem auf der Suche nach einer weiteren Ladenfläche, woraufhin uns der Standort in der Giesebrechtstraße angeboten wurde. Es ist uns sehr wichtig, den Öko-Landbau in Deutschland weiter voranzubringen, denn wir sind der Überzeugung, dass nur diese Form der Landwirtschaft zukunftsfähig ist. Mit unseren Filialen ermöglichen wir den Bio-Bauern einen Zugang zu einem breiten Markt: Wir - und mit uns die gesamte Bio-Branche - erleben tagtäglich ein großes Interesse an unseren Produkten.
Die Medien in Berlin berichten ausführlich über die Schließung der Kurbel:
http://www.taz.de/Kinosterben/!83732/ http://www.berliner-zeitung.de/berlin/kino-kampf-um-die-kurbel,10809148,11232174.html http://www.tagesspiegel.de/berlin/biosupermarkt-statt-kiezkino/5916456.html http://www.neues-deutschland.de/artikel/212846.biomarkt-statt-biopic.html Bickenbach, 21.12.2011