15.07.2009

Kommentar zu Gentechnik-Nein-Danke

 

Europäische Politiker frönen in Sachen gentechnisch veränderten (GV) Kulturpflanzen aus verschiedenen Gründen einem Anachronismus. So sprechen sich mehr als zwei Drittel der Bevölkerung seit Jahren gegen GV-Pflanzen aus. Und unter dem Titel „Failure to Yield“ hat Doug Gurian-Sherman kürzlich ernüchternde Fakten publiziert. Während in den USA bei Soja mit Gentechnik kein Mehrertrag erzielt werden konnte, ist die Ertragssteigerung bei Mais (28 Prozent in vier Jahren) auf Verbesserungen durch klassische Züchtung zurückzuführen. Lediglich drei Prozentpunkte gehen auf das Konto von gentechnischen Veränderungen.

Außerdem fördert GV-Soja in Südamerika Infektionskrankheiten. Der Agronom Alberto Lapolla hat gezeigt, dass die geografische Verbreitung des Dengue-Fiebers sich in Südamerika mit der von GV-Soja deckt. Diese Infektionskrankheit wird von einer Mücke verbreitet. Die Unkrautbekämpfung mit dem Monsanto Herbizid RoundUp belastet die Gewässer. In der Folge sterben Fische und Amphibien, die natürlichen Feinde der Moskitos und ihrer Larven. Es ist ein Skandal, dass beim „Round Table on Responsible Soy“ im Mai 2009 eine WWF-Vertreterin den Anbau von GV-Soja als notwendig, unproblematisch und nachhaltig bezeichnete.

Und schliesslich zeigt Jules Pretty, dass mit nachhaltigen Anbaumethoden die Erträge in der Dritten Welt stark gesteigert werden können. Ausserdem reduzieren sie die Verschmutzung der Gewässer und helfen die Klimakatastrophe zu entschärfen: Die Bio-Produktion fördert den Aufbau von Humus und damit die Fixierung von CO2. Demeter Landwirtschaft und Bio-Landbau sind der Keim für eine bessere Welt. Das sollten Regierungen und Saatgutfirmen ebenso einsehen wie z. B. der WWF!

Johannes Wirz, Goetheanum

  • Doug Durian Sherman (2009): Failure to Yield. Evaluating The Performance of Genetically Engineered Crops. Download unter: www.ucsusa.org
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Denguefieber
  • Jules. N. Pretty et al. ( 2006): Resource-Conserving Agriculture Increases Yields in Developing
  • Countries. Environmental Science & Technology 40, 1114-1119

 

 

Vielfalterleben
Visual Gutes wachsen lassen
Ins Leben gerufen wurde die Initiative 2011 von Alnatura. Kern der Aktion war eine öffentliche Petition gegen Agro-Gentechnik, die von mehr als 100.000 Menschen unterstützt wurde. 2012 dreht sich bei Vielfalterleben alles um das Thema Saatgut und Vielfalt. Auf der Aktionswebsite www.vielfalterleben.info findet man viele Hintergrundinformationen, Tipps zum Bio-Gärtnern und alle Mitmachmöglichkeiten.