31.05.2011

Knusper, Knusper, Krunchy!

Zweimal 45 Meter knuspriges, duftendes Krunchy – wenn man die Produktionshallen von Barnhouse betritt, sieht und riecht man sofort, worauf sich das Naturkostunternehmen spezialisiert hat.

 

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Doch beginnen wir am Anfang: Sina Nagl und Neil Reen lernen sich Ende der 1970er-Jahre kennen und entdecken ihre gemeinsame Leidenschaft für Bio-Lebensmittel. Sie entwickeln die Idee, englische Bio-Produkte nach Deutschland zu importieren. Dazu zählt auch das typisch britische Crunchy-Müsli aus gebackenen Getreideflocken. Doch die Hersteller auf der Insel können sich einfach nicht vorstellen, dass man sich auch auf dem europäischen Festland für die knusprigen Cerealien begeistern könnte – zumal in ökologischer Qualität – das gibt es zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Macht nix, dann backt man eben selbst Crunchy.

 


Visual Wie praktisch, wenn man eine Versuchsküche im Haus hat – Bettina Rolle, Marketingleiterin bei Barnhouse, mischt sich ihr ganz persönliches Lieblingsknuspermüsli.

Im Backofen einer Münchener Wohnung. Noch schnell eigene Namen überlegen – »Barnhouse« soll die Firma heißen, »Krunchy« das Produkt – und die damals fünf Naturkostläden in München mit den süßen Knusperstücken beliefern, per Drahtesel, versteht sich. »Solch ein Unternehmen zu gründen, wenn man kein Kapital hat, ist eigentlich nicht sehr schlau«, erinnert sich Neil Reen an diesen unorthodoxen Start. Er lächelt dabei verschmitzt. Die Deutschen mögen Krunchy ganz offensichtlich, und langsam, aber allmählich wächst Barnhouse. Erst 1998, nach zwei Zwischenstopps in gemieteten Objekten, folgt der Umzug in ein eigenes Produktionsgebäude. Im oberbayerischen Mühldorf am Inn teilt man sich zunächst mit einem befreundeten Unternehmen der Bio-Branche ein 10.000 Quadratmeter großes Grundstück. Für den Bau beider Firmensitze konnten damals Synergien genutzt und so einiges gespart werden. Heute wird allerdings auf der gesamten Fläche »gekruncht«, der Nachbar zog 2008 eine Ecke weiter. Barnhouse verband beide Gebäude und gewann damit die doppelte Produktionsfläche.

 


Visual Letzter Kontrollpunkt Abpackung: Gülbaha Demir vergleicht eine Stichprobe Schoko-Krunchy mit dem Sensorikmuster. Die Krunchy-Stücke müssen locker fallen und die richtige Größe haben.

Auch bei den Arbeitsabläufen hat sich einiges getan. Noch vor zwei Jahren wurden die Getreidesäcke per Hand in die großen Silos gefüllt: je 28 Säcke à 25 Kilogramm – »Das war richtige Schwerstarbeit«, erinnert sich Bettina Rolle, Marketingleiterin bei Barnhouse. Die neuen »Bigbags« mit jeweils 600 Kilogramm Getreide werden per Gabelstapler auf einen Kran geladen, der dann die zarten Flocken in das Silo rieseln lässt. Das nennt man Luxus! Und dann erst die Backstraßen – ausgeklügelte Technologien, die mit dem heimischen Küchenofen nur noch wenig zu tun haben. Ein auf Schienen fahrender Transportwagen holt sich computergesteuert genau die richtigen Mengen der Getreideflocken aus den verschiedenen Silos, die für die unterschiedlichen Knuspermüsli-Rezepturen benötigt werden. Die Flocken werden von einer riesigen Teigmaschine mit den weiteren Zutaten vermengt und anschließend gleichmäßig auf dem Backband verteilt. Das leitet die Krunchy-Masse durch die ewig lang erscheinende Backstraße. 20 Minuten dauert diese Fahrt. Anschließend müssen die Krunchys abkühlen, bevor sie in Tüten und Kartons landen, gegebenenfalls zusammen mit getrockneten Früchten. 

 


Visual Fertig verpackt können die Krunchys ihre Reise zu den Super Natur Markt Regalen starten.

An jeder erdenklichen Sation der Krunchy-Produktion überwacht die Leiterin der Barnhouse Qualitätssicherung Vesna Kampic ganz genau, dass auch alles mit rechten Dingen zugeht. Die Getreideflocken landen erst in den Silos, wenn die Lebensmitteltechnologin ihren grünen Freigabe-Aufkleber auf die Bigbags geklebt hat. Vor dem Backen wird überprüft, ob auch keine zu großen Lücken in der Getreidemasse zu finden sind, damit das Backergebnis schön gleichmäßig und auf den Punkt richtig knusprig ist. Am Ende des Ofens erfolgt dann noch der genaue Check: Stimmen Temperatur, Feuchtigkeit und Knusperfaktor? Ein letztes Mal kontrollieren Vesna Kampic und ihre Kollegen die Krunchys unmittelbar vor der Abfüllung in die Verkaufsverpackungen. Und dann geht die Reise los, in die Naturkostläden und Bio-Supermärkte, von dort in unsere Vorratsschränke und vermutlich ziemlich bald in die Müsli- oder Snackschale.

Weitere Informationen zu Barnhouse unter www.barnhouse.de

 

 

Barnhouse kurz gefasst
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1979 Gründung der Barnhouse Naturprodukte GmbH. Etwa 4 kg Krunchy backen Sina Nagl und Neil Reen pro Tag in der heimischen Küche. Später, in Ismaning bei München, produzieren sie zwischenzeitlich auch Schokoriegel, Osterhasen, Suppen, Soßen, Pudding, Babynahrung und vieles mehr in Bio-Qualität. 2011 Zwei 45 m lange Backstraßen stehen in den eigenen Produktionshallen in Mühldorf am Inn. 600 – 800 kg Knuspermüsli backt jeder der beiden Öfen pro Stunde. Die gut 50 Barnhouse-Mitarbeiter kümmern sich um Herstellung, Qualität, Marketing und Verkauf der über 20 Sorten Knuspermüsli. 

 

 

 


Nachhaltiges Barnhouse

Ob Wassereinsparung bei der Reinigung der Backstraßen, Energie aus 100 Prozent Wasserkraft, Solarzellen auf dem Dach oder Betreuungskonzepte und Gesundheitsprogramme für die Mitarbeiter – bei Barnhouse wird in alle Richtungen nachhaltig gedacht. Im Mai startete in Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz (BN) ein ganz besonderes Projekt: Wasserbüffel sollen im nahe gelegenen Naturschutzgebiet die Vegetation im Zaum halten und so helfen, den Lebensraum seltener Amphibien, Insekten und Vögel zu erhalten. Die finanziellen Mittel für zwei der Büffel stammen aus dem Erlös der 700-Gramm-Größe Krunchy Erdbeer. 

 

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