11.09.2012

Kleine Tüte, große Wirkung: 175.000 ökologische Saatguttütchen bewirken blühende Landschaften und 80.000 Euro Spenden

 

Bickenbach, 11. September 2012. Bienenschmaus, Hummelglück und Schmetterlingsgruß – die Namen der 175.000 in diesem Jahr verkauften Saatguttütchen sind Programm. Im neunten Jahr der Alnatura Saatgutaktion engagierten sich so viele Kunden wie noch nie als Förderer von Vielfalt in der Landwirtschaft. Mithilfe der Bio-Saatguttütchen bescherten sie Bienen und anderen Insekten unzählige blühende Fleckchen Erde in Gärten und auf Balkonen – und damit eine gentechnikfreie Nahrungsgrundlage. Der Verkauf der kleinen Tüten erbrachte rund 80.000 Euro Reinerlös, ein Rekordergebnis. Den gesamten Betrag spendet Alnatura, wie in den Jahren zuvor, zur Förderung des ökologischen Landbaus: 45.000 Euro gehen an Mellifera, einen gemeinnützigen Verein für wesensgemäße Bienenhaltung, 35.000 Euro an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Seit Beginn der Saatgutaktion vor neun Jahren hat Alnatura dank des Kundenengagements insgesamt über 370.000 Euro spenden können.

Ohne Bienen keine Äpfel, Kirschen oder Gurken
Infolge der stark industrialisierten konventionellen Landwirtschaft finden Bienen immer weniger blühende Landschaften. Der unmittelbare Zusammenhang zwischen dem Wohlergehen der Bienen und der Versorgung des Menschen mit Obst und Gemüse wie Äpfel, Kirschen, Gurken oder Bohnen aber auch mit Ölsaaten wie Raps und vielen weiteren Nutz- und Wildpflanzen ist  offensichtlich: Wo keine Bienen sind, findet keine Blütenbestäubung statt. Ohne Blütenbestäubung können die meisten Pflanzen keine Samen und Früchte bilden. Die Folge: Die Ernte fällt aus, wichtige Lebensmittel stehen nicht mehr zur Verfügung, die Artenvielfalt nimmt weiter ab. Weil sich Mellifera für die Entwicklung und Erprobung ökologischer Konzepte für die Imkerei engagiert,  unterstützt Alnatura den Verein.

Vielfalt ist auch für den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft das Ziel. Über 70 Prozent des weltweiten kommerziellen Saatgutmarktes werden von nur zehn Agrarkonzernen beherrscht. Diese konzentrieren sich auf wenige, lukrative und zum Teil auch gentechnisch veränderte Sorten. Nach Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen hat die Menschheit in den vergangenen 100 Jahren drei Viertel der Kultursorten verloren. Auch die Agrogentechnik trägt hierzu bei. Der Saatgutfonds versucht dieser Entwicklung gegenzusteuern und unterstützt gemeinnützige Initiativen, die sich für die Erforschung der ökologischen und biologisch-dynamischen  Pflanzenzüchtung engagieren.

Hintergrundinfo: Warum ökologisches Saatgut?
Ein großer Teil des konventionellen Saatguts bringt nur noch „Einwegpflanzen“ aus sogenannten Hybriden hervor. Hybridsaatgut entsteht aus der Kreuzung zweier Inzuchtlinien. Deren Früchte werden in der Regel auf optische Merkmale wie Größe oder Form getrimmt, Aspekte wie Geschmack und Widerstandskraft gegen Schädlinge bleiben meist auf der Strecke. Hybride eignen sich nicht für die Nachzucht, da sich deren Eigenschaften nicht auf die nächste Generation übertragen. Somit müssen die Bauern nach jeder Ernte neues Saatgut kaufen. Wenn es sich dann auch noch um gentechnisch verändertes Saatgut handelt, ist dieses in der Regel an bestimmte Pestizide der Hersteller angepasst, d. h. die dazugehörigen Agro-Chemikalien werden dadurch  mitverkauft.

Anders bei ökologisch gezüchtetem Saatgut: Aus samenfesten Sorten kann immer wieder neues Saatgut gewonnen und auf den Feldern ausgesät werden - so wie es die Natur vorsieht. Wichtig ist samenfestes Bio-Saatgut auch deshalb, weil es Gemüse und Getreide hervorbringt, das den spezifischen Bedingungen des Öko-Landbaus entspricht: robuste Sorten, die auch ohne den Einsatz von Chemie stabile Erträge bringen, Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten bieten und weit verzweigte Wurzeln haben, um möglichst viele Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen zu können. Bei der Bio-Züchtung besonders wichtig sind Geschmack, Bekömmlichkeit sowie ein hoher Vitamin- und Nährstoffgehalt. Ökologisches Saatgut ist außerdem dem Standort und jeweiligen Klima angepasst.

Alnatura in Zahlen
Gegründet wurde das Unternehmen 1984 von Götz Rehn, der seit dieser Zeit auch Geschäftsführer ist. Aktuell gibt es 70 Super Natur Märkte in 39 Städten in neun Bundesländern. Unter der Marke Alnatura werden außerdem über 1.000 verschiedene Bio-Lebensmittel produziert, die in den eigenen Super Natur Märkten sowie in rund 3.300 Filialen verschiedener Handelspartner vertrieben werden. Alnatura beschäftigt aktuell knapp 1.800 Mitarbeiter, darunter 123 Lernende. Im Geschäftsjahr 2010/2011 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 464 Millionen Euro und damit ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr. 2011 hat Alnatura den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen“ erhalten.

 


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