01.01.2009

Dem Winter Paroli bieten

Die einen bekommen ein dickes Fell, die anderen fliegen in den Süden oder verschlafen die kalte Jahreszeit einfach. Tiere haben im Laufe von Jahrtausenden verschiedene Strategien entwickelt, um den Winter zu überleben.

 

Das Murmeltier schläft in seinem über zwei Meter tiefen Winterbau bis zu sechs Monate. Seine Körpertemperatur fällt von 39 Grad auf sieben bis neun Grad Celsius und das Herz schlägt nur noch sehr langsam.
Denn es ist nicht nur kalt. Auch das Nahrungsangebot ist im Winter knapp. Der größte Teil unserer heimischen Vogelarten zieht im Spätsommer in wärmere Regionen, in denen es genügend Nahrung gibt. Reptilien und Amphibien hingegen bleiben das ganze Jahr über bei uns. Sie sind wechselwarme Tiere, das heißt ihre Körpertemperatur steigt und fällt mit der Außentemperatur. Im Winter verkriechen sie sich im Boden, unter Steine oder in Baumritzen und fallen in eine Kältestarre. Erst die Frühlingssonne erweckt sie zu neuem Leben.

Viele Tiere, wie Rehe oder Wildschweine, sind auch im Winter aktiv. Sie schützen sich vor der Kälte mit einem dichten Fellkleid und suchen den ganzen Winter über Nahrung. Andere Tiere, wie der Eichelhäher, legen sich bereits im Herbst einen Futtervorrat für die nahrungsknappe Zeit an.

 


Katja Irmschler / Pixelio Die Igel sind wahre Schlafmützen. Sie verbringen die kalte Jahreszeit in sicheren Quartieren und setzen alle Lebensfunktionen auf Sparflamme.
Du möchtest mehr über Tiere und Pflanzen wissen und dich für die Natur stark machen? Kein Problem! Überall in Deutschland setzen sich Kinder und Jugendliche von sechs bis 27 Jahren in Umweltgruppen der NAJU für die Natur ein. Sie bauen Fledermauskästen, legen Gärten für Vögel an und bauen Hotels für Wildbienen. Mit rund 75.000 Mitgliedern ist der NAJU der größte Jugendumweltverband in Deutschland.

Eine Gruppe in deiner Nähe und mehr Infos findest du im Internet unter www.najuversum.de

 


Forschertipp des Monats

Maksym Gorpenyuk / Fotolia Das Eichhörnchen und auch der Dachs senken ihre Körpertemperatur nicht. Sie halten Winterruhe und sind häufiger wach, um ihre Schlafposition zu wechseln.
Der Wärmste überlebt

Stell dir vor, du bist ein Frosch. Deine Körpertemperatur fällt und steigt mit der Außentemperatur. Draußen wird es immer kälter, und du musst dir schnell ein Versteck suchen, in dem du möglichst geschützt den Winter verbringen kannst. Findest du ein geeignetes Plätzchen?

Du brauchst:
  • Freunde, die mitmachen
  • Wasser und einen Wasserkocher
  • Filmdöschen
  • ein digitales Thermometer

Und so geht's:
Teilt euch in Zweiergruppen auf. Erhitzt Wasser und messt die Temperatur. Füllt das Wasser vorsichtig in die Filmdöschen und verschließt schnell den Deckel. Die Filmdöschen sind die »Frösche«. Versteckt nun in Zweiergruppen euren »Frosch« so, dass er möglichst wenig von seiner »Körperwärme« verliert. Die Filmdöschen dürfen nicht in der Kleidung oder am Körper getragen werden! Holt nach einer halben Stunde eure Frösche wieder aus ihrem Versteck und messt erneut die Wassertemperatur. Welcher Frosch von euch hat am wenigsten Wärme verloren?

 


Steckbrief: Der Schneefloh

Bernd Bellmann Der Schneefloh ist nur 1 bis 2 Millimeter groß. Hier kannst du ihn durch die Lupe sehen.
Schneeflöhe sind Springschwänze und gehören zu den flügellosen Urinsekten. Sie bevölkerten unseren Planeten schon vor über 400 Millionen Jahren.

So sieht er aus: Der Schneefloh ist nur ein bis zwei Millimeter groß. Hinter seinem letzten Beinpaar befindet sich ein Ventraltubus. Das ist ein röhrenartiger Anhang, aus dem dünnhäutige Schläuche ausgestülpt werden können. Damit kann der Schneefloh atmen, sich putzen, Wasser aufnehmen und sich festhalten. Mit einer Sprunggabel an seinem Unterleib kann der Schneefloh bis zu zwanzig Zentimeter weit springen.

Hier findest du ihn: Der Schneefloh lebt im Wald. Mit etwas Glück findest du ihn bei einem Waldspaziergang auf dem Boden oder auf Bäumen.

Das frisst er: Die Lieblingsspeisen von Schneeflöhen sind Algen und Pilze.

Das ist das Besondere an ihm: Der Schneefloh fühlt sich im Gegensatz zu anderen Kleinstlebewesen bei Temperaturen um null Grad besonders wohl. Sein Geheimrezept gegen die winterliche Kälte sind Algen, die er frisst. Diese enthalten eine Art Frostschutzmittel. Bei sehr starkem Frost wird es aber auch dem Schneefloh zu kalt, und er verkriecht sich wieder in den Boden.