01.06.2009

Gesucht: Bio-Bauern

"Bio ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", betonte Renate Künast, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen, auf der Biofach 2009.

 

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Und das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Von 2000 bis 2008 stieg der Umsatz mit Bio- Lebensmitteln in Deutschland um 183 Prozent. Allerdings: Die ökologisch bewirtschaftete Fläche legte nur um 67 Prozent zu. Der beständigen Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln stehen verhältnismäßig wenige Öko-Äcker gegenüber. Fast die Hälfte der hierzulande verkauften Bio-Lebensmittel wird importiert. Der Bedarf an regionalen, deutschen Bio-Produkten ist groß.

Hinter der Produktkennzeichnung »Hergestellt im Rahmen der Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft« stecken viel Mut und Ausdauer – 24 Monate dauert die Umstellungszeit, in der ein Landwirt bereits komplett ökologisch wirtschaften muss, die Erzeugnisse jedoch noch nicht als Bio-Lebensmittel verkaufen darf. Ein betriebswirtschaftliches Abenteuer. Neben niedrigeren Erträgen heißt Umstellen von konventionell auf Bio oft auch: Lernen und Investieren in Stallumbau, Bodenbearbeitungsgeräte, Öko-Saatgut. Das erfordert eine gute Vorbereitung. Wichtig ist vor allem zu klären, wie die Umstellung finanziell bewältigt werden kann, welche Vermarktungs- und Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Kompetente Beratung ist hier gefragt.

 


Visual Neben Alnatura Geschäftsführer Götz Rehn referierte auf der Infoveranstaltung in der hessischen Wetterau unter anderen auch ...
Mit der "Zukunftsinitiative für mehr Bio-Bauern" ermöglicht Alnatura in seinem Jubiläumsjahr gezielte und fachkundige Beratungen für umstellungsinteressierte Landwirte. Als Partner für das Projekt konnte Alnatura das renommierte Forschungsinstitut für biologischen Landbau e.V. (FiBL) in Frankfurt gewinnen, das bereits Erfahrungen mit einem ähnlichen Projekt in Unterfranken gesammelt hat. Ein »Bio-Bauern-Hilfspaket« umfasst Öffentlichkeitsarbeit, Infoveranstaltungen sowie vor allem betriebsindividuelle Beratungen durch ausgewiesene Fachleute. Die Mittel für diese Zukunftsinitiative kommen aus verschiedenen Quellen: von Alnatura Handelspartnern dm, Budni, tegut… und Globus, aus dem Verein der Alnatura Mitarbeiter »Alnatura hilft! e.V.«, aus Verkaufserlösen der Alnatura Jubiläumsedition – das sind Alnatura Produkte in von Kunden entworfenen Verpackungen (ab September 2009 im Handel) – sowie aus Spenden (»Alnatura hilft! e.V.«, Konto-Nummer 25 005 856, Sparkasse Darmstadt, BLZ 508 501 50, Kennwort: »Zukunftsfonds«).

 


Visual ... Naturland-Bauer Christoph Förster über die Möglichkeiten zur Umstellung der Landwirtschaft auf Bio
Die erste Infoveranstaltung für konventionelle Landwirte fand am 15. April 2009 auf der hessischen Staatsdomäne Gut Marienborn statt, die der Naturland- Bauer Christoph Förster bewirtschaftet. Christoph Förster hat Gut Marienborn im Herbst vorigen Jahres gepachtet und stellt den Hof nun nach Naturland-Richtlinien auf Bio um. Ein Neuling in der ökologischen Landwirtschaft ist er nicht – er stammt aus einer Bio-Bauernfamilie. 13 Jahre lang bewirtschaftete er einen anderen Bio-Hof, bevor er in die Staatsdomäne umzog, sein Bruder übernahm den väterlichen Demeter- Betrieb in Darmstadt.

Die 22 eingeladenen Landwirte konnten sich ausführlich rund um das Thema des biologischen Anbaus informieren. Die Beiträge der Experten aus den Beratungsteams von Naturland, Bioland und des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen halfen bei der Klärung der zahlreichen Fragestellungen, die vor dem Schritt der Umstellung stehen. Zudem waren neben Christoph Förster und seinem Vater Peter Förster weitere Bio- Landwirte vor Ort und sprachen mit den interessierten Fast- Bio-Bauern über ihre tägliche Arbeit.

 


Visual Im Anschluss an die Vortragsreihe gab es ausreichend Zeit für individuelle Einzelgespräche.
Eine Stärke des Veranstaltungskonzepts ist, dass neben den Experten der Bio-Landwirtschaft Bio-Verarbeiter und Alnatura als Vertreter des Bio-Handels mit an Bord sind. Ziel: Die Akteure der ökologischen Wertschöpfungskette zusammenzubringen, Netzwerkstrukturen auf- und auszubauen und so die regionale Landwirtschaft nachhaltig zu fördern. So konnte beispielsweise Josef Jacobi, Aufsichtsratsvorsitzender der Upländer Bauernmolkerei und selbst Bio-Landwirt, von der Molkerei sowie von seinem eigenen Hof erzählen und so eine Idee davon vermitteln, was es heißt, ökologisch zu wirtschaften. Gleichzeitig suchen Bio-Hersteller auch immer neue Lieferanten in ihrer Region. Alnatura ist als Handelsunternehmen hier in der Rolle des Vermittlers.

Bei der Veranstaltung auf Gut Marienborn gelang dieses Vorhaben. Nach dem fachkundig von Christoph Förster begleiteten Rundgang über seinen Naturland-Hof war der Tag noch lange nicht zu Ende. Bis in den Abend hinein standen konventionelle und Bio-Landwirte, Hersteller und Berater zusammen und tauschten sich aus. Der Weg in die hessische Wetterau hat sich für alle gelohnt.

 

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