Beikost - wie gewöhne ich mein Baby daran?
Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund empfiehlt,
zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat vorsichtig mit der Beikost zu beginnen. Da Babys mittags meist wach und gut gelaunt sind, wird diese Mahlzeit als Einstieg empfohlen. Weil sich die Verdauungsorgane erst an die neue Nahrung gewöhnen müssen, kann es unter Umständen z. B. zu Blähungen kommen. Diese können durch die größere Bewegungstätigkeit des Babys am Tag eher vermieden werden, weshalb der Beikostbeginn am Abend ungünstiger ist.
Servieren Sie dem Beikost-Neuling einen
milden Karottenbrei. Der wird wegen seiner Süße meist gern probiert. Als Alternative bietet sich zum Beispiel auch Pastinake an. Anfangs wird das Baby nach einigen Löffeln die Lust verlieren, das Köpfchen wegdrehen und Milch fordern. Haben Sie Geduld - jeden Tag wird es mehr von der Nahrung probieren.
Gehen Sie behutsam bei der
Erweiterung des Speiseplans vor und lassen Sie dem Baby Zeit, sich nach und nach an jedes neue Lebensmittel zu gewöhnen. So können Sie leichter feststellen, wenn Ihr Baby etwas nicht verträgt und es dann weglassen. Zudem benötigen Babys noch keine täglich wechselnde Geschmacksvariation. Bevorzugen Sie stets
einfach zusammengestellte Mahlzeiten mit möglichst wenigen Zutaten. Zusätze wie Salz, Zucker und Würzmitteln sind nicht notwendig und werden von Ernährungsexperten nicht empfohlen.
Viele hilfreiche Informationen rund um die Beikost finden Sie im
Alnatura Ernährungsfahrplan.
Fleisch - kann man darauf in der Säuglingsernährung verzichten?
Fleisch versorgt den kleinen Babykörper mit Eisen – einem lebenswichtigen Spurenelement, das unter anderem für den Transport von Sauerstoff im Blut wichtig ist. Etwa ab dem sechsten Lebensmonat ist der Vorrat an Eisen, den sich das Baby im Leib der Mutter angelegt hat, aufgebraucht. Deshalb wird empfohlen, nach einer Eingewöhnungszeit mit Gemüsebrei, Fleisch in die Beikost einzuführen.
Wenn Sie Ihr Kind vegetarisch ernähren möchten, empfiehlt sich eine Beratung mit dem Kinderarzt oder einer Ernährungsfachkraft und zusätzlich eine "Zwischen-U" beim Kinderarzt. Von einer rein veganen Ernährung im Baby- und Kindesalter raten Ernährungsexperten dringend ab.
Flüssigkeitsbedarf - was und wie viel sollen Babys und Kleinkinder trinken?
Säuglinge decken ihren Flüssigkeitsbedarf über die getrunkene Milch. Mit Beginn der ersten Beikost wird die Nahrung fester. Bieten Sie nun Ihrem Kind regelmäßig Getränke an. Am besten eignen sich stille Mineralwasser (ohne Kohlensäure) und ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee. Zurückhaltung ist bei Säften angebracht. Sie enthalten von Natur aus Zucker und andere Kohlenhydrate, die Karies fördern können – selbst wenn die Zähnchen noch nicht durchgebrochen sind. Ein Getränk aus zwei Teilen Wasser und einem Teil Saft bestehend kann ab und zu als „Süßigkeit“ gegeben werden.
Eine Faustregel für den Flüssigkeitsbedarf: Babys benötigen täglich eine Flüssigkeitsmenge von etwa einem Sechstel ihres Körpergewichts. Das sind bei einem Gewicht zwischen 3 und 10 kg etwa 100 – 165 ml je kg. Bei ausschließlichem Stillen reicht in den ersten sechs Monaten die zugeführte Muttermilch aus, wenn täglich zwischen 4 und 8 Mahlzeiten gegeben werden. Bei Kleinkindern mit einem Gewicht zwischen 10 und 20 kg rechnet man mit etwa einem Liter auf 10 kg und zusätzlich 50 ml für jedes weitere Kilogramm. Das in Obst- und Gemüsebreien enthaltene Wasser ist entsprechend zu berücksichtigen.
An heißen Sommertagen, bei Fieber oder Durchfall ist der Bedarf entsprechend erhöht. Neben der Milchnahrung können Sie dann Ihrem Baby zusätzlich ungesüßten Baby-Tee oder stilles, lauwarmes Wasser anbieten.
Löffel - wie lernt mein Baby, davon zu essen?
Mund geschlossen halten, Brei mit der Zunge nach hinten schieben, schlucken – eine motorische Meisterleistung, zu der Babys mit etwa sechs Monaten in der Lage sind. Jetzt kann man ihnen behutsam beibringen, Brei vom Löffel zu essen.
Ein gut gelauntes, waches und nicht sehr hungriges Baby lernt am besten. Der ideale Zeitpunkt für den ersten Löffel Brei ist mittags. Das Baby sollte schon etwas Milch getrunken haben. Weil es noch ein wenig hungrig ist, wird es das sättigende Experiment gerne eingehen. Wichtig ist auch, dass Sie entspannt sind und sich Zeit nehmen können. Wenn das Frühstück diesbezüglich günstiger ist, probieren Sie es einfach dann. Die Abendmahlzeit ist hingegen eher ungeeignet: Die neue Nahrung stellt höhere Anforderungen an die Verdauung, und das Baby könnte sich beim Einschlafen etwas schwer tun.
Wählen Sie einen Plastiklöffel, denn er ist weicher und wärmer als ein Löffel aus Metall. Spezielle Baby- und Kinderlöffel haben zudem eine schmale, flache Form, die gut in den kleinen Mund passt und von der man den Brei leicht lutschen kann.
Babys lieben es süß – wählen Sie für den ersten Löffelversuch einen milden Karottenbrei. Der Löffel sollte möglichst voll sein, damit der Reiz zum Schlucken erfolgt. Die Konsistenz des Breis und der Löffel im Mund können anfangs ungewohnt sein. Zu Beginn reichen ein bis zwei Löffel, nach denen das Baby vermutlich schnell die Lust verliert. Anschließend stillen Sie es oder geben Flaschennahrung. Bieten Sie in den nächsten Tagen weiter Brei an. Sie werden sehen, es klappt jeden Tag besser.
Umstellung auf Beikost - wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?
Das Baby wächst und wächst, es bewegt sich immer mehr, liebt aufregende Spiele, greift mit Begeisterung nach allem, was die Umgebung zu bieten hat. Etwa zwischen dem fünften bis siebten Lebensmonat braucht es deshalb zunehmend mehr Energie. Muttermilch allein kann die jetzt nicht mehr liefern. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt daher, frühestens nach dem vierten spätestens aber nach dem siebten Monat auf Beikost umzustellen.
Das Baby verfügt in diesem Alter auch über die notwendigen körperlichen und motorischen Fähigkeiten: Der Saugreflex lässt nach, wodurch es dem Baby leichter fällt, den Brei vom Löffel zu essen. Außerdem kann es seinen Kopf aus eigener Kraft gerade halten und, wenn auch unter Hilfe, aufrecht sitzen.
Zwischenmahlzeit - was kann ich meinem Baby zwischendurch geben?
Bei der Einführung der Beikost empfehlen Ernährungsexperten im dritten Schritt – nach der Mittags- und Abendmahlzeit – den Hunger am Nachmittag und schließlich auch am Vormittag allmählich mit Brei anstelle von Milch zu stillen. Hier bietet sich zum Beispiel ein Getreide-Obst-Brei bzw. Obstbrei an.
Ebenso geeignet sind Stückchen von weichem Obst, z. B. Banane. Solange die Backenzähne den Kleinen zum Zerkauen der Nahrung noch nicht zur Verfügung stehen, werden sie sich mit härteren Lebensmitteln wie Zwieback eher schwer tun.
Mit dem Durchbrechen der ersten Zähnchen knabbern dennoch viele Babys gerne an festerer Nahrung, beliebt sind dann zum Beispiel klein geschnittenes Obst oder Zwieback.
Sobald die Zähne durchbrechen, sollten sie gepflegt werden. Zucker, auch aus Früchten, kann unter anderem Karies auslösen. Putzen Sie die Zähnchen Ihres Babys zunächst mit einem feuchten Wattestäbchen, später mit einer Babyzahnbürste und einem Klecks Kinderzahnpasta ohne Fruchtgeschmack.