30.08.2010

Ein Storch auf Abwegen

Ich bin spät dran. Meine Frau hat sich schon Mitte August auf den Weg in unser Winterquartier gemacht. Allerhöchste Zeit also, Abschied zu nehmen.

 

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Denn die Reise nach Südafrika ist lang und anstrengend. Über 10.000 Kilometer liegen vor mir. An manchen Tagen werde ich bis zu neun Stunden am Stück fliegen und Länder ohne Rast überqueren. Wie gut, dass ich ein so toller Segelflieger bin. Die Sonne ist dabei meine wichtigste Gehilfin. Ihre Strahlen erwärmen den Boden und die Luft darüber. Da warme Luft leichter und weniger dicht als kalte Luft ist, steigt sie auf. Ihr Menschen nennt die kreisförmig aufsteigende Luft Aufwinde. Von diesen Aufwinden lasse ich mich in die Höhe tragen. Das kostet mich kaum einen Flügelschlag. Wenn die warme Luft sich auf die Umgebungstemperatur abgekühlt hat, habe ich mein Ziel erreicht: Jetzt gleite ich in Zugrichtung weiter. Den nächsten Aufwind nutze ich wieder, um an Höhe zu gewinnen. Auf diese Weise kann ich meine Kräfte sparen und riesige Entfernungen zurücklegen.

Nur der Flug über das Meer macht mir zu schaffen, denn hier helfen mir keine Aufwinde. Daher fliege ich möglichst wenig über große Wasserflächen und nehme sogar Umwege in Kauf. Anfang Dezember werde ich dann endlich mein Ziel Südafrika erreicht haben. Hier lege ich mich erst mal auf die faule Feder und futtere mir ein Fettpolster an. Das brauche ich, denn Ende Februar geht’s wieder zurück nach Deutschland. Mehr über mich kannst du in der Kinderzeitung NAJUversum erfahren. Die NAJUversum ist kostenfrei und kann bestellt werden bei meike.lechler@nabu.de

››› Meike Lechler, Leiterin Kinderbereich Rudi Rotbein, NAJU

 


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Der Weißstorch nutzt sogenannte Aufwinde, um enegiesparend nach Südafrika und zurück zu fliegen. Er lässt sich durch warme Winde nach oben tragen und segelt dann in Zugrichtung weiter.

 


Blinder Passagier an Bord

Du kannst den Flug meiner Storchenfreunde Anni, Hobor und Helmut auf einer Karte im Internet unter www.nabu.de beobachten. Das ist möglich, weil die Störche mit einem kleinen Sender ausgestattet sind. Mit dem Sender könnt ihr Menschen nachvollziehen, auf welchem Weg die Störche in den Süden und wieder zurück fliegen. Das funktioniert so: Der Sender gibt jede Minute ein Signal ab. Die Signale werden von einem Satelliten empfangen, der diese Signale wiederum an eine Empfangsstation weiterleitet. Wenn Hobor zum Beispiel im Tschad ein Päuschen macht, dann wissen das die Menschen in der Empfangsstation. Auf diese Weise könnt ihr mehr über Störche lernen und sie besser schützen.

Einige Störche werden zu Forschungszwecken mit kleinen Sendern ausgestattet, die Signale über einen Satelliten zu Empfangsstationen schicken – dort können Forscher auf der Karte die Flugroute der Störche nachvollziehen.
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Rätselecke

Im rechten Bild haben sich fünf Fehler eingeschlichen. Findest du sie?
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