Dunkle Schokolade
Sie adelt eine Süßigkeit zum wahren Genuss: die dunkle Schokolade. Hochprozentige Kakaoerzeugnisse eröffnen intensive Geschmackserlebnisse. Eine Reise zu den Quellen des puren Kakaogeschmacks.
Am Anfang war die Welt der Schokolade dunkel und bitter. Aus den zerstoßenen Bohnen und Wasser bereiteten die Maya das erste Schokoladengetränk der Welt, gewürzt mit Chili, Nelken und Piment. Der Geschmack muss über- wiegend herb gewesen sein, denn »Xocoatl« bedeutet so viel wie »bitteres Wasser«.
Der aztekische Herrscher Montezuma soll bis zu 50 Kannen Xocoatl am Tag getrunken haben. Als der Trank Kolumbus angeboten wurde, empfand er ihn hingegen als »abscheulich«. Nonnen waren es, die dem Kakao den Weg über den Ozean bahnten: Sie vermischten ihn mit Zucker und süßen Gewürzen – und machten ihn so attraktiv für europäische Zungen.
Herstellung dunkler Schokolade
Die Anbaugebiete des Kakaobaums befinden sich im tropischen Klima nahe dem Äquator, Lieferanten für Bio-Kakao sind zum Beispiel Bolivien, die Dominikanische Republik oder Ecuador. Dort wird der Rohkakao oft in bäuerlichen Kleinbetrieben hergestellt. Die Bohnen bekommen nach der Ernte durch einen Gärprozess unter Bananenblättern ihr typisches Aroma. Nach Trocknung und Reinigung werden die Bohnen nach Sorten getrennt geröstet, zerkleinert und zu Geschmackskompositionen gemischt wie beim Kaffee.
Beim Schokoladenhersteller wird der Kakao dann in der Presskammer in dunkle Masse und helle Butter getrennt. Jetzt werden die Zutaten für die jeweilige Schokolade gemischt: für dunkle Tafeln Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker. Je höher der Kakaoanteil, desto weniger Kakaobutter und Zucker werden zugesetzt – der Geschmack wird intensiver, der Kaloriengehalt sinkt. Beim anschließenden Feinwalzen werden alle Bestandteile so zerkleinert, dass die Zunge keine einzelnen Partikel mehr wahrnimmt. Der zarte Schmelz entsteht durch das »Conchieren«, bei dem die Schokomasse bis zu 72 Stunden lang geknetet und gerührt wird.
Die meisten Bio-Schokoladen kommen ohne Emulgatoren wie Sojalecithin aus und verwenden anstelle von weißem, raffiniertem Zucker oft Rohrohrzucker.