Die große Nussjagd
Die Haselmaus ist klein, scheu und nachts im Gestrüpp unterwegs. Sie aufzuspüren ist daher nicht so einfach. Vielleicht weiss deswegen keiner genau, wo sie in Deutschland vorkommt.
Der Naturschutzbund (NABU) und die Naturschutzjugend (NAJU) wollen das ändern und rufen in diesem Jahr erneut alle kleinen und großen ForscherInnen zur »Großen Nussjagd« auf. Gesucht werden aber nicht etwa die Haselmäuse selber, sondern Spuren, die sie hinterlassen: angeknabberte Haselnüsse. Haselnüsse stehen zwar auf dem Speiseplan von vielen Tieren, jedes öffnet sie aber auf seine Weise. So nagen Haselmäuse ein kleines, rundes Loch in die Schale und erweitern es entlang der Kante, an der sie Zahnspuren hinterlassen. Eichhörnchen knacken die Schalen in zwei Hälften, und Rötelmäuse benagen die Nuss senkrecht zum Lochrand. Mit einem Bestimmungsschlüssel kannst du daher ganz einfach feststellen, welches Tier das Loch geknabbert hat.
Prominenter Pate im Interview
Guido Hammesfahr
Guido Hammesfahr von der Sendung Löwenzahn gefällt die Nussjagd so gut, dass er Pate des gemeinsamen Projektes der NAJU Nordrhein-Westfalen und der NRWStiftung geworden ist.
NAJU: Warum bist du Pate der Nussjagd geworden?
Guido: Ich finde, die Nussjagd ist ein ganz tolles Projekt: Die Kinder werden zu ForscherInnen und helfen so, mehr über die Haselmaus und ihr Vorkommen zu erfahren und ihren Lebensraum zu schützen.
NAJU: Die Haselmaus ist selten und stark gefährdet. Daher werden nicht alle ForscherInnen Fraßspuren von Haselmäusen entdecken. Warum ist es trotzdem wichtig, dass überall gesucht wird?
Guido: Auch wenn NussjägerInnen keine angeknabberten Nüsse von der Haselmaus finden, ist das eine wichtige Information. Denn dann wissen die ForscherInnen, dass in dieser Gegend keine Haselmäuse vorkommen und sie können helfen, ihren Lebensraum zu verbessern. Zum Beispiel, indem sie Haselnusssträucher pflanzen oder Nistkästen als künstliche Höhlen im Wald anbringen. Denn gute Höhlen sind in unseren Wäldern rar geworden.