01.07.2009

Die große Nussjagd

Die Haselmaus ist klein, scheu und nachts im Gestrüpp unterwegs. Sie aufzuspüren ist daher nicht so einfach. Vielleicht weiss deswegen keiner genau, wo sie in Deutschland vorkommt.

 

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Der Naturschutzbund (NABU) und die Naturschutzjugend (NAJU) wollen das ändern und rufen in diesem Jahr erneut alle kleinen und großen ForscherInnen zur »Großen Nussjagd« auf. Gesucht werden aber nicht etwa die Haselmäuse selber, sondern Spuren, die sie hinterlassen: angeknabberte Haselnüsse. Haselnüsse stehen zwar auf dem Speiseplan von vielen Tieren, jedes öffnet sie aber auf seine Weise. So nagen Haselmäuse ein kleines, rundes Loch in die Schale und erweitern es entlang der Kante, an der sie Zahnspuren hinterlassen. Eichhörnchen knacken die Schalen in zwei Hälften, und Rötelmäuse benagen die Nuss senkrecht zum Lochrand. Mit einem Bestimmungsschlüssel kannst du daher ganz einfach feststellen, welches Tier das Loch geknabbert hat.

 


Dieter Bark Die kleine Haselmaus rollt sich zum Schlafen zusammen – normaler- weise liegt sie aber nicht auf Laub herum, sondern versteckt sich zwischen Ästen oder in Baumhöhlen.
Hilf mit aufzuklären, wo sich die Haselmaus noch versteckt hält. Mitmachen ist ganz einfach: Such nach angeknabberten Haselnüssen und sortiere die Nüsse nach den Spuren, die du an ihnen entdeckst. Wenn du Haselmaus-Nüsse gefunden hast, schick sie dem NABU oder der NAJU zu. Du bekommst dann eine Rückmeldung, ob die Nüsse tatsächlich von einer Haselmaus angeknabbert wurden. Die Nussjagd wurde 2004 erstmalig von der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) nach einer Idee aus England umgesetzt. In diesem Jahr wird das Projekt von den NABU/NAJU-Landesverbänden Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Hessen durchgeführt.

Mehr Informationen zu der NABU/NAJU-Aktion »Nussjagd« findest du auf www.najuversum.de oder auf www.nussjagd.de

››› Meike Lechler, Leiterin Kinderbereich Rudi Rotbein, NAJU

 


Tipps für NussjägerInnen

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• Zieh dir feste Schuhe und lange Hosen an, bevor du auf die Suche gehst. Auch Arbeitshandschuhe sind praktisch.
• Haselmäuse lieben dichte und artenreiche Gestrüppe. Starte deine Suchaktion daher im Wald, an Waldrändern oder an einer breiten Hecke.
• Unter großen alten Haselsträuchern liegen meist mehr Nüsse als unter jungen Büschen.
• Sammle alle angenagten Haselnüsse, die du finden kannst, und sortiere erst später die Haselnüsse nach den Fraßspuren.
• Einen Bestimmungsschlüssel zu den verschiedenen Fraßspuren findest du auf der Internetseite: http://hessen.nabu.de/artenschutz/haselmaus/
• Am meisten Spaß macht die Suche übrigens mit Freunden.

 


Prominenter Pate im Interview

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Guido Hammesfahr von der Sendung Löwenzahn gefällt die Nussjagd so gut, dass er Pate des gemeinsamen Projektes der NAJU Nordrhein-Westfalen und der NRWStiftung geworden ist.

NAJU: Warum bist du Pate der Nussjagd geworden?

Guido: Ich finde, die Nussjagd ist ein ganz tolles Projekt: Die Kinder werden zu ForscherInnen und helfen so, mehr über die Haselmaus und ihr Vorkommen zu erfahren und ihren Lebensraum zu schützen.

NAJU: Die Haselmaus ist selten und stark gefährdet. Daher werden nicht alle ForscherInnen Fraßspuren von Haselmäusen entdecken. Warum ist es trotzdem wichtig, dass überall gesucht wird?

Guido: Auch wenn NussjägerInnen keine angeknabberten Nüsse von der Haselmaus finden, ist das eine wichtige Information. Denn dann wissen die ForscherInnen, dass in dieser Gegend keine Haselmäuse vorkommen und sie können helfen, ihren Lebensraum zu verbessern. Zum Beispiel, indem sie Haselnusssträucher pflanzen oder Nistkästen als künstliche Höhlen im Wald anbringen. Denn gute Höhlen sind in unseren Wäldern rar geworden.

 


Findest du heraus, welche Nuss das Eichhörnchen, die Haselmaus und der Haselnussbohrer geöffnet haben?

Illustration: NAJU / Ulla Baldus